mini|270px|Luftbild (Mai 2012) mini|270px|Landherrenschaft Ritzebüttel 1815–1937

Lüdingworth [] () ist ein Ortsteil der niedersächsischen Mittelstadt Cuxhaven.

Geografie Ortsgliederung Feuerstätte Köstersweg (mit Lüderskoop) Lüdingworth (Hauptort) Seehausen

Nachbarorte

(Quelle:)

Geschichte Die Gegend um Lüdingworth war seit etwa Christi Geburt besiedelt. Der Name des langgestreckten Marschhufendorfes verweist auf die Wurthen (Warften), auf denen die Höfe früher errichtet wurden. Noch heute ist die 4,90 m hohe Kirchwarft erkennbar. Seit dem 12. Jahrhundert gab es einen Seedeich, dessen Reste heute zwischen Lüdingworth und dem jüngeren Altenbruch verlaufen. Die Marsch wurde vor ca. 700 Jahren mit Hilfe von holländischen Siedlern entwässert und urbar gemacht.

1298 wurde Lüdingworth erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1394 gehörte Lüdingworth – wie das damalige Amt Ritzebüttel – der Stadt Hamburg, seit 1484 den Herzögen von Sachsen-Lauenburg und anschließend dem Bischof Christoph von Braunschweig-Wolfenbüttel, dessen Nachfolger aber das 1439 geschaffene Hadler Landrecht anerkennen musste, ein Ständerecht, das den Bauern große Freiheiten ließ. 1529 setzte sich die Reformation in Lüdingworth durch. Johan beym Graben war 1597 Schultheiß von Lüdingworth und 1617/19 als Gräfe oberster Richter im Land Hadeln und danach Landeskonsulent und Berater des Herzogs von Sachsen-Lauenburg.

Nach einer Zeit, in der das Land Hadeln unter kaiserlicher Verwaltung stand, gehörte Lüdingworth seit 1731 zu Kurhannover, nach der französischen Besetzung ab 1813 zum Königreich Hannover und darin seit 1852 zum Amt Otterndorf. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde die Kirchspielgerichtsbarkeit durch die Amtsgerichtsbarkeit abgelöst. 1866 kam Lüdingworth als Teil des Amtes Otterndorf zur preußischen Provinz Hannover, von 1885 bis 1932 gehörte es zum Kreis Hadeln, bis zum 1. Juli 1972 zum Kreis Land Hadeln.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1972 wurde Lüdingworth nach Cuxhaven eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Jahr 1885 1910 1925 1933 1939 1950 1956 2008 2011 2016 2018 Einwohner 1573 1456 1588 1514 1431 2530 1908 1803 ¹ 1768 ¹ 1729 ¹ 1742 Quelle ¹ laut Versionsgeschichte des Artikels

Politik

Ortsrat Der Ortsrat von Lüdingworth setzt sich aus sieben Ratsmitgliedern (eine Ratsfrau und sechs Ratsherren) folgender Parteien zusammen (unverändert gegenüber 2016): CDU: 5 Sitze SPD: 1 Sitz Die Cuxhavener: 1 Sitz (Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister von Lüdingworth ist Thomas Brunken (CDU). Sein Stellvertreter ist Hagen Friedrichs (CDU).

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Lüdingworth stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.

Städtepartnerschaft , Gemeinde in Frankreich, seit 1998

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

St.-Jacobi-Kirche, einer der drei Bauerndome im Land Hadeln, mit einem Turm aus dem frühen 13. Jahrhundert, in dem sich auch zwei Arrestzellen des Kirchspielgerichts befinden, und der Wilde-Schnitger-Orgel aus den Jahren 1598 / 1682 (Umbau) Gemauerte galerielose Windmühle Lüdingworth als Turmwindmühle von 1902 Worth-Huus, Ausstellungsgebäude des Geschichts- und Heimatvereins Lüdingworth in ehemaliger katholischer Liebfrauenkapelle

Persönlichkeiten mini|hochkant|Bronzestatue von Carsten Niebuhr des Bildhauers Frijo Müller-Belecke

Söhne und Töchter des Ortes

Carsten Niebuhr (1733–1815), Forschungsreisender, Sohn eines ortsansässigen Bauern Heinrich Wilhelm Nikolaus Hadel (1863–1949), Lehrer, Kantor, Chronist, Dorfschulmeister in Loxstedt Albert Hinrich Hussmann (1874–1946), Bildhauer und Maler (von ihm stammt im Park der Villa Hügel in Essen das „Weidende Pferd“) Gerhard Gerdts (1882–1956), Heimatforscher, Genealoge und Schultheiß (auch „lateinischer Bauer“ genannt) Paul Riege (1888–1980), Polizeigeneral und SS-Gruppenführer Hans-Releff Riege (1892–1941), Marine-Sanitätsoffizier Karl-Arnold Eickmeyer (1925–2007), Politiker (SPD) Hans-Jürgen Weißbach (* 1950), Soziologe

Mit Lüdingworth verbunden

Nicolaus Hardkopf (1582–1650), Theologe, Pastor in Lüdingworth (1609–1615) Franz Grabe (1843–1923), Kaufmann und Schriftsteller

Sagen und Legenden Der Hammer in Lüdingworth Bumann Boje Vom Teufel im Talar Das schwarze Tier in Lüdingworth Die Kobolde bei der Feuerstätte Der Alte im Westermoor (Quelle:)

Literatur

Weblinks

Website von Lüdingworth in cuxpedia.de Website von Lüdingworth Die Wilde-Schnitger-Orgel in Lüdingworth

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Cuxhaven) Kategorie:Ort im Landkreis Cuxhaven Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Cuxhaven) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Marschhufendorf Kategorie:Ersterwähnung 1298 Kategorie:Warft