mini|hochkant|Wappen derer von Uthmann und Schmolz (Rudolf Stein, Der Rat und die Ratsgeschlechter des alten Breslau, 1963) Die Herren von Uthmann und Schmolz sind ein anfangs aus Löwenberg stammendes Patriziergeschlecht, das sich vom Ausklang des Mittelalters bis heute besonders in Breslau entfaltete. Die Familie pflegte andauernde Kontakte in böhmische Königshaus, teilweise auch zum Kaiser. Seit dem Jahr 1514 nannte sich die Familie, die sich bis dahin nur Uthmann nannte, auch nach ihrem in diesem Jahr erworbenen Gut Schmolz.

Die naheliegende Verwandtschaft zur Familie Uthmann bzw. zu den Linien Uthmann und Rathen und Uthmann und Ransern wurde von Witzendorff-Rehdiger behauptet, aber nicht belegt und ist daher offen.

Geschichte mini|hochkant|Epitaph für Nikolaus Uthmann (1475–1550) und seine Familie Die Stammlinie beginnt bei dem Löwenberger Bürgermeister Georg Uthmann († zwischen 1430 und 1441). Auf ihn folgt sein wahrscheinlicher Sohn Kaspar Uthmann († 1479 in Löwenberg) im Löwenberger Rat. ⚭ Margarethe Schleusser. Aus Kaspars Ehe entstammten sechs Kinder

Nachkommen des Bergmanns Christoph UthmannJahrbuch des Deutschen Adels

Nachkommen des königlich preußischen Leutnants Hans FriedrichJahrbuch des Deutschen Adels

Nachkommenschaft Nikolaus Uthmann des Jüngeren

Der am 29. Dezember 1475 in Löwenberg geborene Nikolaus Uthmann der Jüngere erhielt 1494 das Bürgerrecht von Breslau, wo er sich erfolgreich als Tuchhändler etablierte. Neben weiteren Landgütern erwarb er 1514 Groß- und Klein-Schmolz, welches den Beinamen Schmolz begründete. Im Jahr 1514 wurde er außerdem Ratsherr und blieb es bis zu seinem Tod. Im Jahr 1545 ließ er sein beeindruckendes Sandsteinepitaph für die Breslauer Elisabethkirche anfertigen, das ihn mit seinen drei Ehefrauen und 24 Kindern darstellt. 1549 und 1550 war er Kellerherr des Schweidnitzer Kellers. Auch war er „Königlicher Mann im Manngericht“ und besaß das Haus Zu den sieben Kurfürsten, wo König Ferdinand bei seinem Besuch in Breslau wohnte. Er starb am 7. April 1550 in Breslau; ⚭¹ Barbara Jentsch; ⚭² Barbara von Sauermann; ⚭³ Margarethe von Hertwig. Aus allen drei Ehen hatte er insgesamt 22 Kinder

Persönlichkeiten Bruno von Uthmann (1891–1978), deutscher Generalleutnant und Militärattaché in Stockholm, Oslo, Kopenhagen Erdmann von Uthmann (1790–1861), preußischer Generalmajor Franciscus Hotomanus (1524–1590), französischer Rechtsgelehrter, calvinistischer Monarchomach, Theologe und Philologe des 16. Jahrhunderts Johann von Uthmann (1824–1897), preußischer Generalmajor Max von Uthmann (1853–1916), deutscher Verwaltungsbeamter Paul von Uthmann (1857–1918), preußischer Generalleutnant Christoph Uthmann (1507–1553), Unternehmer im Erzgebirge

Wappen Das Wappen der Uthmann und Schmolz zeigt in Rot einen oberhalben, geharnischten Mann, mit einem schwarzen, mit einer silbernen Feder besteckten Hut, in der Rechten ein Schwert, in der Linken die Schwertscheide haltend. Auf dem Helm mit schwarz-roten Decken ein rechts roter, links schwarzer offener Flug.

Literatur Von Uthmann III. Stamm – Von Uthmann und Schmolz in: Oskar Pusch: Die Breslauer Rats- und Stadtgeschlechter in der Zeit von 1241 bis 1741 (= Veröffentlichung der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund, Reihe B), Band 4, Dortmund 1990, S. 346–363. (PDF) v. Uthmann. In: Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635–1815, Band 3, Görlitz 1919, S. 41–44 v. Uthmann und Schmolz in: Alfred von Krane (Hrsg.) und Adolf Matthias von Hildebrandt: Wappen- und Handbuch des in Schlesien landgesessenen Adels. C.A. Starke, Görlitz 1904. S. 140; Tfl. 110. Die Linie von Uthmann und Schmolz in: Der Wappensammler, Band 1. 1901. S. 88–89. von Uthmann und Schmolz. In: Jahrbuch des Deutschen Adels, Band 3, Berlin 1899, S. 688–694 Uthmann, Uthmann a. d. Hause Schmoltz u. Uthmann u. Rathen in: Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 9, Friedrich Voigt, Leipzig 1870, S. 353–354 von Uthmann in: Leonhard Dorst: Schlesisches Wappenbuch, Band 1. Görlitz 1842. S. 37; Tfl. 84 Johannes Sinapius: Schlesischer Curiositäten Erste Vorstellung, Darinnen die ansehnlichen Geschlechter Des Schlesischen Adels, Leipzig 1720, S. 1015–1017 Siebmachers Wappenbuch: Die Utmänner in: Johann Siebmacher: New Wappenbuch, Band 1. Nürnberg 1605. Tfl. 63. (Online: Tafel und Text) Uthmann in: George Adalbert von Mülverstedt, Adolf Matthias von Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Der blühende Adel des Königreichs Preußen, Teil 1 (Edelleute M - Z). Nürnberg 1878. S. 424; Tfl. 468. (Online: Text, Tafel). Nachträge: Nürnberg 1906. S. 175; Tfl. 152. (Text, Tafel) Uthmann, in: George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Der abgestorbene Adel der Provinz und Mark Brandenburg. Nürnberg 1880. S. 98; Tfl 59. (Online: Text, Tafel) Uthmann (a. d. H. Rathen). In: Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Der Abgestorbene Adel der preußischen Provinz Schlesien, Teil 1. Nürnberg 1887. S. 113–114; Tfl. 82–83. (Online: Text, Tafel) Genealogisches Handbuch des Adels Adelslexikon, Band 15, Band 134 der Gesamtreihe, 2004, S. 168–169 (nennt weiterführende Literatur) Genealogisches Handbuch der adeligen Häuser, B 1, Band 9 der Gesamtreihe, 1954, S. 443–452; B 16, Band 86 der Gesamtreihe, 1985, S. 462–467 Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter, Band 2, Brünn 1877, S. 692–697; Band 5, 1880, S. 470–471 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel, Justus Perthes, Gotha 1920 S. 915 (ältere Genealogie); 1922–1942 (Fortsetzungen)

Einzelnachweise

Kategorie:Individuelle Familie Kategorie:Uthmann (Adelsgeschlecht) Kategorie:Breslauer Patriziergeschlecht