mini|hochkant=1.5|Einige Beyliks in Anatolien um 1300 Der Begriff Beylik ( (singular), (plural); (singular), (plural)) bezeichnet die türkischen Fürstentümer, die sich ab dem 11. Jahrhundert in Anatolien an der Grenze zum Byzantinischen Reich gebildet hatten. Die Beyliks wurden patrimonial verwaltet, was bedeutete, dass sämtlicher Grund und Boden im Besitz des Beys war und die Herrschaft über die väterliche Linie weiter vererbt wurde. Daher trugen die Beyliks den Namen des Dynastiegründers.

Die Phase der Beyliks erstreckt sich von 1071 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, als ganz Kleinasien Teil des Osmanischen Reiches wurde. Nach dem Sieg der Rum-Seldschuken über die Byzantiner in der Schlacht von Manzikert und der damit einhergehenden Landnahme in Anatolien wurden sie v. a. als Pufferstaaten zu den benachbarten Byzantinern und Kilikiern eingerichtet. Nachdem das rum-seldschukische Herrscherhaus 1235 die Oberhand der mongolischen Ilchane anerkannt hatte und 1243 in der Schlacht vom Köse Dağ gegen die Ilchane unterlegen war, wanderten türkische Stämme zunehmend nach Zentral- und Westanatolien und gründeten eigene Fürstentümer.Halil İnalcık: Devlet-i ʿAliyye. Osmanlı İmparatorluğu üzerine araştırmalar. Band 1: Klasik dönem (1302–1606). 30. baskı. Türkiye İş Bankası Kültür Yayınları, İstanbul 2009, ISBN 978-9944-88-645-1, S. 5. In ihrem zunehmenden Widerstand gegen die mongolische Besetzung Anatoliens lag auch die Keimzelle des Osmanischen Reiches. Ab 1261 war Anatolien in zwei Machtgebiete unterteilt (siehe Abbildung): Im östlichen Teil herrschten die mongolischen Ilchane und die von ihnen abhängigen türkischen Rum-Seldschuken, im westlichen die autonomen türkischen Fürstentümer.Halil İnalcık: Devlet-i ʿAliyye. Osmanlı İmparatorluğu üzerine araştırmalar. Band 1: Klasik dönem (1302–1606). 30. baskı. Türkiye İş Bankası Kültür Yayınları, İstanbul 2009, ISBN 978-9944-88-645-1, S. 7. Alle im 13. Jahrhundert gegründeten Fürstentümer mussten vom seldschukischen Sultan als Bey/Emir ernannt werden. Den Titel Sultan anzunehmen, würde eine Rebellion gegen das seldschukische Sultanat bedeuten.Halil İnalcık: Devlet-i ʿAliyye. Osmanlı İmparatorluğu üzerine araştırmalar. Band 1: Klasik dönem (1302–1606). 30. baskı. Türkiye İş Bankası Kültür Yayınları, İstanbul 2009, ISBN 978-9944-88-645-1, S. 11 Die Fürstentümer kann man einteilen in solche, die an der Westgrenze des seldschukischen Reichs entstanden sind (u. a. die Fürstentümer der Eşrefoğulları, der Hamidoğulları, der Sâhipataoğulları, der Germiyanoğulları, der Çobanoğulları, der Karamanoğulları), und solche, die durch Eroberung von byzantinischem Territorium entstanden sind (z. B. Menteşe, Aydınoğulları, Saruchaniden, Karesi, Osman). Eine weitere Gruppe entstand im Grenzgebiet zum Herrschaftsgebiet der Mamluken (z. B. Ramazanoğulları, Dulkadiroğulları).

Zunächst stand die Gegend zwischen der Ankara-Aksaray-Linie bis nach Erzurum bis zum Jahr 1336 unter der Verwaltung des Ilhani-Generalgouverneurs. Nach der Schwächung der Dynastie durch interne Machtkämpfe erhielten die Beyliks in Anatolien ihre vollständige Unabhängigkeit. Dazu kamen noch neu gegründete Beyliks auf den ehemaligen Besitzungen der Ilhan-Generalgouverneurs.

Die Osmanen waren eines dieser Fürstentümer, die in der Gegend von Eskişehir und Bursa gegründet wurden. Das Fürstentum unter der Herrschaft der Osmanischen Dynastie konnte durch strategische Vermählungen und erfolgreiche Feldzüge die anderen Fürstentümer erobern. So wurde im Westen von Kleinasien die politische Einheit hergestellt.

Während der Herrschaft der Beyliks machte die türkische Sprache und Kultur in Anatolien eine schnelle Entwicklung durch. In dieser Zeit kam die türkische Sprache in Wissenschaft und Literatur zur Anwendung. Sie setzte sich als offizielle Sprache in den Fürstentümern durch. In den Beyliks entstanden neue Hochschulen und die Medizin verzeichnete Fortschritte.

Gülşehri, Nasīmī († 1404), Ahmedi (1325–1412) und Ahmed-i Dāʻī sind bekannte türkischsprachigen Poeten dieser Zeit.

Sufi-Orden hatten teilweise beträchtlichen Einfluss. Wichtige Sufi-Mystiker, die zu dieser Zeit in Anatolien wirkten, waren z. B. Yunus Emre und Hadschi Bektasch.

Liste der Fürstentümer Nach der Schlacht bei Manzikert In der Schlacht bei Manzikert (nördlich des Vansees gelegen) unterlag der byzantinische Kaiser Romanos IV. Diogenes am 26. August 1071 den türkischen Seldschuken unter Alp Arslan. Diese Schlacht spielte eine entscheidende Rolle für den zeitweiligen Zusammenbruch der byzantinischen Widerstandsfähigkeit und leitete mit der Einwanderung zahlreicher Oghusen/Türkmenen die türkische Ansiedlung in Anatolien ein.

Name Hauptstadt Dauerİzmir Çaka Beyliğiİzmir1081–1098Dilmaçoğulları BeyliğiBitlis1085–1192Danischmenden1092–1178SaltukidenErzurum1092–1202AhlatschahsAhlat1100–1207Ortoqiden1102–1408İnaloğulları BeyliğiDiyarbakir1098–1183MengücekErzincan1072–1277Çubukoğulları BeyliğiÇemişgezek1085–1092?

Nach der Schlacht vom Köse Dağ mini|hochkant=1.5|Die wichtigsten Beyliks in Anatolien um 1330

Die Schlacht vom Köse Dağ fand zwischen dem 26. Juni und dem 3. Juli 1243 in Anatolien zwischen den Mongolen und dem seldschukischen Sultanat von Rum statt und endete mit einem klaren Sieg für die Mongolen unter ihrem Führer Baidschu. Die unmittelbare Folge war der Niedergang des Sultanats von Rum und die Herrschaft der Mongolen über den größten Teil Anatoliens.

Name Hauptstadt DauerÇobanoğulları BeyliğiKastamonu1227–1309Karamanoğulları BeyliğiKaraman1256–1483İnançoğulları Beyliği (Ladik Beyliği)Denizli1261–1368Sâhipataoğulları BeyliğiAfyonkarahisar1275–1342Pervâneoğulları BeyliğiSinop1277–1322MentescheMilas1280–1424Osmanoğulları BeyliğiBilecik-Yarhisar-Yenişehir-İnegöldie Hauptstadt ist unbekannt, Originaldokumente von 1324 beweisen aber, dass bereits Osman einen Palast gehabt haben muss. Halil İnalcık: Devlet-i ʿAliyye. Osmanlı İmparatorluğu üzerine araştırmalar. Band 1: Klasik dönem (1302–1606). 30. baskı. Türkiye İş Bankası Kültür Yayınları, İstanbul 2009, ISBN 978-9944-88-645-1, S. 13, 339ab 1288 (fließender Übergang ins Osmanische Reich)Candaroğulları BeyliğiKastamonu1299–1462Karesioğulları BeyliğiBalıkesir1297–1360Germiyanoğulları BeyliğiKütahya1300–1423Hamidoğulları BeyliğiEğirdir1301–1423Saruhanoğulları BeyliğiManisa1302–1410Taceddinoğulları BeyliğiNiksar1303–1415Aydınoğulları BeyliğiBirgi1308–1426Tekeoğulları BeyliğiAntalya1321–1390EretnaSivas, Kayseri1335–1381Dulkadiroğulları BeyliğiElbistan1339–1521Ramazanoğulları BeyliğiAdana1325–1608Kadi Burhan al-DinKayseri1381–1398Eşrefoğulları BeyliğiBeyşehirMitte 13. Jh. – 1326

Siehe auch Emirat Fürstentum Atabeg

Literatur Claude Cahen: Pre-Ottoman Turkey. A general survey of the material and spirituel culture and history c. 1071–1330. Translated from the French by J. Jones-Williams. Taplinger Publ. Co., New York NY 1968.

Belege

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