mini|Die Tarczyński Arena in Breslau (2011) Śląsk Wrocław (voller Name: Wrocławski Klub Sportowy Śląsk Wrocław SA, ), im deutschen Sprachraum auch Slask Breslau, ist ein Sportverein aus der polnischen Stadt Breslau (). Śląsk Wrocław steht auf dem achten Platz der Ewigen Tabelle der Ekstraklasa.
Geschichte Der Verein wurde 1946 als Pionier Wrocław gegründet und in den 1950er Jahren in OWKS Wrocław (Okręgowy Wojskowy Klub Sportowy, ) und CWKS Wrocław (Centralny Wojskowy Klub Sportowy, ) umbenannt, bevor er 1957 zum WKS Śląsk Wrocław (Wojskowy Klub Sportowy, ) wurde. Seit 1997 steht das WKS für Wrocławski Klub Sportowy (), was die Lösung von der Trägerschaft der Armee dokumentiert.
Die Farben des Vereins sind Grün-Weiß-Rot. Diese Farben bilden auch die Umrandung des Vereinswappens, in dessen Mitte das von 1948 bis 1990 gültige Stadtwappen zu sehen ist, das auf der linken Seite den polnischen und auf der rechten Seite den schlesischen Adler zeigt. Neben der Fußball- verfügte der Klub über eine bekannte Basketball-Abteilung und über eine Handball-Abteilung, deren erste Herren-Mannschaft 15-mal polnischer Meister wurde.
Fußballabteilung Die Fußballer von Śląsk spielten von 1964 bis 1969, von 1973 bis 1993, von 1995 bis zum Rückzug nach 32 Spieltagen in der Saison 1996/97, von 2000 bis 2002 und wieder ab 2008 in der höchsten polnischen Liga. Spielstätte war bis 2011 das Stadion an der ul. Oporowska in Breslau-Gräbschen (Grabiszyn), das bis 1945 Spielstätte der Breslauer Sportvereinigung 02 (BSV 02) war, des damals in der Stadt dominierenden Vereins. Zu Europapokalspielen in den 1970er- und 1980er-Jahren wich der WKS Śląsk in das weitaus größere Breslauer Olympiastadion aus. Das im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 erbaute neue Stadion Miejski (heute: Tarczyński Arena) wurde in der Hinserie der Saison 2011/12 vom Verein bezogen.Slasknet.com: Historia, abgerufen am 19. September 2013
Da der Verein in der Spielzeit 2010/11 Vizemeister der Ekstraklasa geworden war, war man in der Saison 2011/12 für die Qualifikation der UEFA Europa League berechtigt. Nachdem man in der zweiten Runde den schottischen Vertreter Dundee United nach einem 1:0-Sieg daheim und einer 2:3-Niederlage auswärts ausgeschaltet hatte, bezwang der Klub auch in der dritten Runde nach Elfmeterschießen den bulgarischen Vertreter Lokomotive Sofia mit 4:3 und zog in die Play-offs des Wettbewerbs ein, in denen man auf den rumänischen Club Rapid Bukarest traf und nach einem 1:3 und einem 1:1 ausschied.
In der Saison 2011/12 wurde Śląsk nach dem Umzug ins Stadion Miejski in der Liga erstmals Tabellenführer. Die Führung wechselte bis Saisonschluss mehrfach. Am letzten Spieltag sicherte sich die Mannschaft durch ein 1:0 bei Vorjahresmeister Wisła Krakau (Torschütze Rok Elsner) den zweiten Meistertitel nach 1977, mit einem Punkt Vorsprung vor den schlesischen Nachbarn von Ruch Chorzów und drei Punkten vor dem lange führenden Hauptstadtklub Legia Warschau. Als Meister qualifizierte man sich für die Qualifikationsrunde zur Champions League. Nachdem man in der zweiten Qualifikationsrunde gegen FK Budućnost Podgorica gewonnen hatte, scheiterte man an Helsingborgs IF und trat in den Play-offs zur Europa League gegen Hannover 96 an. Nach einem 3:5 im Heimspiel verlor man das Rückspiel in Hannover mit 1:5 und schied aus dem Wettbewerb aus. Nachdem sich Śląsk in der Saison 2023/24 ausschließlich wegen des schlechteren Torverhältnisses in der Meisterschaft hinter Jagiellonia Białystok mit Platz 2 begnügen musste, konnte man in der darauffolgenden Spielzeit 2024/25 den Abstieg in die Zweitklassigkeit nicht verhindern.
In der Saison 2025/26 gelang dem Club der direkte Wiederaufstieg in die Ekstraklasa, nachdem man am vorletzten Spieltag bei Polonia Bytom mit 3:1 gewann. Man sicherte sich somit den zweiten Tabellenplatz hinter Wisła Krakau.
Śląsk Wrocław steht mit Ablauf der Saison 2024/25 auf dem achten Platz der Ewigen Tabelle der Ekstraklasa.
Fans Die Fans von Śląsk Wrocław nennen sich Szlachta z Wrocławia. In den 1980er Jahren waren viele Fans des Vereins in der freien Gewerkschaft Solidarność und der extremeren Solidarność Walcząca aktiv, die gegen das kommunistische Regime in Polen kämpften. Es ist daher nicht ungewöhnlich, antikommunistische und patriotische Parolen auf den Tribünen zu sehen.
Die Fans hegen eine Fan-Freundschaft mit Lechia Gdańsk und Motor Lublin, Miedź Legnica und dem tschechischen Verein SFC Opava.
Eine besonders große Rivalität wird hingegen zu dem benachbarten Verein Zagłębie Lubin gepflegt. Spiele gegen Lubin sind daher immer Risikospiele.
Statistik Kader 2026/27 Stand: 9. September 2026
Sportliche Erfolge Polnischer Meister Meister: 1977, 2012 Vize-Meister: 1978, 1982, 2011, 2024 Dritter: 1975, 2013 Polnischer Fußballpokal Sieger: 1976, 1987 Finalist: 2013 Polnischer Superpokal Sieger: 1987, 2012 Polnischer Ligapokal Sieger: 2012 Europapokal der Landesmeister 1. Runde: 1977/78 Europapokal der Pokalsieger Viertelfinale: 1976/77 UEFA-Pokal Achtelfinale: 1975/76, 1978/79 UEFA Europa Conference League 3. Qualifikationsrunde: 2021/22
Europapokalbilanz
WettbewerbSpSUNT+T- UEFA Champions League6114512 Europapokal der Pokalsieger8422105 UEFA-Pokal / Europa League361111145370 UEFA Conference League106131917 Gesamt6022152387104 Stand: 15. August 2024
Trainer
Bekannte ehemalige Spieler
Basketballabteilung Die Basketballmannschaft des WKS Śląsk Wrocław spielt in der Polska Liga Koszykówki (PLK, Sponsorenname: Orlen Basket Liga) und im BKT EuroCup 2025/26. Śląsk Wrocław ist polnischer Rekordmeister. Hauptsächlich werden die Heimspiele in der Hala Orbita mit 3000 Plätzen ausgetragen. Zu Spielen mit großem Zuschauerinteresse wird auch in die Jahrhunderthalle mit 10.000 Plätzen gewechselt.
Aktueller Kader Kader von Slask Wroclaw (Stand: 17. August 2025) Spieler Coaches Nr. Nat. Name Position Geburt Größe Info 3 Błażej Kulikowski Guard 03.01.2001 195 cm 4 Jakub Nizioł Forward 08.05.1996 201 cm 11 Ajdin Penava Center 11.03.1997 206 cm Błażej Czerniewicz Guard 15.12.2002 198 cm Kadre Gray Guard 02.11.1997 185 cm Issuf Sanon Guard 30.10.1999 194 cm Aleksander Wiśniewski Guard 13.01.2003 196 cm Noah Kirkwood Forward 05.03.1999 206 cm Tymoteusz Sternicki Forward 10.06.2006 203 cm Jakub Urbaniak Forward 12.01.2003 206 cm Jared Coleman-Jones Center 01.01.2001 208 cm Nat. Name Position Ainars Bagatskis Head Coach Legende Abk. Bedeutung Nr. Trikotnummer Nat. Nationalität C Mannschaftskapitän S Suspension 12px Verletzungsbedingte Inaktivität
Frühere Clubnamen ASCO Śląsk Wrocław Bergson Śląsk Wrocław Era Śląsk Wrocław Deichman Śląsk Wrocław Idea Śląsk Wrocław Zepter Śląsk Wrocław Śląsk Wrocław PCS Śląsk Wrocław
Erfolge Polnischer Meister (18×): 1965, 1970, 1977, 1979, 1980, 1981, 1987, 1991, 1992, 1993, 1994, 1996, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2022 Polnischer Pokal (13×): 1957, 1959, 1971, 1972, 1973, 1977, 1980, 1989, 1990, 1992, 1997, 2004, 2005, 2014 Polnischer Supercup (3×): 1999, 2000, 2024
Nicht mehr zu vergebende Trikotnummern 9 – Maciej Zieliński 10 – Adam Wójcik 11 – Mieczysław Łopatka
Handballabteilung WKS Śląsk Wrocław spielt in der I liga polska w piłce ręcznej mężczyzn, Polens zweithöchster Spielklasse unterhalb der PGNiG Superliga Mężczyzn. Mit 15 gewonnenen Meisterschaften und sieben Pokalsiegen war er lange Zeit der erfolgreichste polnische Klub auf nationaler Ebene und seit seinem fünften Titelgewinn 1965 bis 2018 polnischer Rekordmeister. Erst 2019 wurde Wrocław vom finanzkräftigen neuen Serienmeister Vive Kielce überholt. Zwischen 1957 und 2004 landete die Śląsk-Mannschaft 35-mal auf einem der ersten drei Plätze in der polnischen Meisterschaft. Die Glanzzeit des Vereins waren die 1970er-Jahre, in denen er, unter anderem mit dem späteren Göppinger Bundesligaspieler Jerzy Klempel, siebenmal nacheinander Meister wurde. 1978 erreichte die Mannschaft als erstes polnisches Team das Endspiel im Europapokal der Landesmeister, unterlag dort jedoch dem SC Magdeburg mit 22:28 (10:18). Mit den beiden Finalteilnahmen von Wybrzeże Gdańsk 1986 und 1987 im selben Wettbewerb stellte dies den größten Erfolg des polnischen Vereinshandballs dar und wurde erst 2016 von Kielces Champions-League-Sieg übertroffen. Im Jahr 2009 stieg der Verein nach längerer Abwesenheit unter dem Namen AS-BAU Śląsk Wrocław wieder in die höchste Spielklasse – damals noch unter dem Namen Ekstraklasa – auf, 2016 musste er als Tabellenletzter wieder in die Zweitklassigkeit zurück.
Erfolge Polnischer Meister: 1958, 1961, 1962, 1963, 1965, 1967, 1972, 1973, 1974, 1975, 1976, 1977, 1978, 1982, 1997 Polnischer Pokalsieger: 1959, 1965, 1969, 1976, 1981, 1982, 1989 Europapokal-Finalist: 1978
Weblinks
Fußballabteilung (polnisch) Basketballabteilung (polnisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Polnischer Basketballverein Slask Kategorie:Polnischer Handballverein
Kategorie:Militärsportverein Slask Wroclaw