350px|Machaut 1 Der französische Komponist, Chronist und Dichter Guillaume de Machaut gilt als bedeutendster Komponist der Ars nova. Zu sehen ist er rechts auf einer französischen Miniatur aus dem 14. Jahrhundert: In der allegorische Szene bietet Mutter Natur Machaut drei ihrer Kinder an – Verstand, Rhetorik und Musik. Dieser Artikel behandelt Musik im 14. Jahrhundert. mini|Detail aus dem Roman de Fauvel: Maskierte Spielleute mini|Detail aus dem Roman de Fauvel: Jungbrunnen mini|Seite aus dem Graduale von St. Katharinenthal

Ereignisse und Personalia 1301 Königreich Frankreich – Petrus de Cruce hält sich zwischen 1301 und 1302 im Palast von Guillaume de Mâcon, des Bischofs von Amiens, auf.

1302 Königreich England – Bestrudus und Beruche, zwei Vidulatoren, Spieler vod mittelalterlichen Viole oder Fidel, aus Genf, halten sich am Hof König Edwards I. auf. Königreich Ungarn – Am Martinsdom in Pressburg ist seit 1302 ein Kantor und eine Chorschule dokumentiert.

1303 Heiliges Römisches Reich – Eine behördliche Anordnung in Bremen beschränkt die Zahl der Musiker, die bei Hochzeiten spielen dürfen, auf acht.Fritz Piersig und Dorothea Schröder, „Bremen“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1306 Königreich England – 22. Mai: Edward I. von England veranstaltet in der Westminster Abbey das „Feast of the Swans“ (deutsch: Fest der Schwäne) und schlägt dabei seinen Sohn Edward von Caernarfon zum Ritter, der wiederum 266 andere zum Ritter schlägt. Für die Musik des Banketts im Anschluss an die Zeremonie sind über 150 Minnesänger zuständig, was Edward I. die enorme Summe von 130 Pfund kostet. Der französische Musiker Adam de la Halle wird unter diesen Minnesängern genanntRobert Falck, „Adam de la Halle [Adan de la Hale, Adan le Bossu, Adan le Boscu d’Arras, Adan d’Arras]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001)., zusammen mit 26 Harfenisten, 13 Geigern (darunter Tomasin, der Geiger des Prinzen von Wales, Nicholas de Caumbray, Vidulator von Philipp IV. von Frankreich und der Engländer Le Roy Druet, genannt „König der Minnesänger“), drei Gigatores (Rebecspielern) aus Deutschland, zwei Psalterspielern und jeweils einem Citole- und Gitternspieler.Constance Bullock-Davies, Menestrellorum Multitudo: Minstrels at a Royal Feast (Cardiff: University of Wales Press, 1978): S. 106–108.

1309 Heiliges Römisches Reich – Marchetus de Padua beginnt mit der Arbeit an seinem musiktheoretischen Traktat Lucidarium in arte musice plane, das er neun Jahre später fertigstellen wird.Enrico Paganuzzi, „Verona“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1310 Königreich Frankreich – Fertigstellung des ersten Buches der Kurzfassung des Roman de Fauvel, wahrscheinlich durch Gervès du Bus, der später auch das zweite Buch schreiben wird.Andrew Wathey, „Fauvel, Roman de“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1312 Heiliges Römisches Reich – Um 1312: Für das Dominikanerinnenkloster St. Katharinental bei Diessenhofen wird das Graduale von St. Katharinenthal erstellt.

1313 Heiliges Römisches Reich – Der Augsburger Dom erhält eine Schenkung des Bischofs zur Förderung des Chorgesangs.Adolf Layer und Friedhelm Brusniak, „Augsburg“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1314 Königreich Frankreich – 6. Dezember: Gervès du Bus schließt das zweite Buch des Roman de Fauvel ab.

1316 Republik Venedig – Im ältesten Dokument zur Musik dieser Kirche wird ein „Maestro Zucchetto“ zum Organisten des Markusdoms in Venedig ernannt.Giulio Ongaro, „Venice, § 1: To 1600“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1317 Königreich Frankreich – Chaillou de Pesstain erweitert den Roman de Fauvel.

1318 Grafschaft Flandern – In der Woche vor Laetare in der Fastenzeit findet in Brügge die jährliche Versammlung („Schule“) der Minnesänger statt.Lawrence Gushee, Richard Rastall und David Klausner, „Minstrel“, in: Grove Music Online (aktualisiert und überarbeitet am 25. Juli 2013), Oxford Music Online (Zugriff am 8. September 2017).

1321 Königreich Frankreich – Die Confrérie de St. Julien-des-Ménétriers, die stärkste der mittelalterlichen Musikergilden, wird in Paris gegründet.Anon., „Confrérie de St Julien-des-Ménétriers“, in: Grove Online, Oxford Music Online (Zugriff am 2. September 2017).

1322 Königreich Kastilien – Der Stadtrat von Valladolid verbietet die Anstellung maurischer Musiker bei der Durchführung christlicher Vigilien.Robert Stevenson und Maricarmen Gómez, „Spain §I Art Music: 1 Early History“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1323 Grafschaft Luxemburg – Guillaume de Machaut tritt als Sekretär in die Dienste von Herzog Johann von Luxemburg, der gleichzeitig König von Böhmen, Markgraf von Mähren und Herzog von Schlesien ist.F. Alberto Gallo, Music of the Middle Ages II, übersetzt von Karen Wales (Cambridge, New York, New Rochelle, Melbourne, Sydney: Cambridge University Press, 1985): S. 39.

1326 Königreich England – Robert de Handlo schreibt seine Abhandlung Regule cum maximis magistri Franconis cum additionibus aliorum musicorum über die Musiknotation.Peter M. Lefferts, „Robert de Handlo [Haudlo]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001). Königreich Frankreich – März: Johannes de Muris zieht in die Abtei Fontevraud.Lawrence Gushee, C. Matthew Balensuela und Jeffrey Dean, „Muris, Johannes de [Des Murs, Jehan]“, in: Grove Online, Oxford Music Online (aktualisiert am 10. Juli 2012; abgerufen am 2. September 2017).

1327 Heiliges Römisches Reich – Claus Karlen baut von 1324 bis 1327 eine Orgel im Straßburger Münster.Jean Happel, „Strasbourg“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1330 Königreich Kastilien – Juan Ruiz, genannt Erzpriester von Hita, schreibt die erste Version seines El libro de buen amor, das viele Musikpraktiken in Spanien beschreibt.Robert Stevenson, „Arcipreste de Hita [Ruiz, Juan]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1334 Königreich England – Februar: Merlin, ein Vidulator (Fidelspieler) am Hof von Edward III., erhält Urlaub und einen finanziellen Zuschuss, um Minnesängerschulen auf dem Kontinent zu besuchen. Wahrscheinlich besucht er Mechelen, Ypern oder Deventer, wo es berühmte Schulen für Geiger gibt.Mary Remnant, „Fiddle [fedylle, ffidil, ffythele, fiele, fithele, phidil, vithele etc.]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1337 Krone von Aragonien – Peter IV., König von Aragonien, beruft die Musiker Ali Eziqua und Çahat Mascum an seinen Hof. Es sind seine Lieblingsspieler der Rebec und Exabeba.Robert Stevenson und Maricarmen Gómez, „Spain, §I: Art Music, 1. Early History“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1338 Königreich Frankreich – 28. Januar: Guillaume de Machaut wird in Reims „per procuratiorem“ (d. h. in Vertretung) zum Kanoniker ernannt.Roger Bowers, „Guillaume de Machaut and His Canonry of Reims, 1338-1377“, in: Early Music History 23 (2004): S. 1–48. Zitat auf S. 7–8.

1342 Heiliges Römisches Reich – Die St.-Martins-Kathedrale in Utrecht gründet das koraalhuis (ein Haus für ihre Chorsänger), um den Rector Scolarum bei der Aufführung polyphoner Musik zu unterstützen.Thiemo Wind, „Utrecht“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1343 Königreich Frankreich – Auf Ersuchen des Komponisten und Musiktheoretikers Philippe de Vitry verfasst der Mathematiker Levi ben Gershon sein Buch De numeris harmonicis (deutsch: Über harmonische Zahlen), das auf Überlegungen von Vitry basiert und (fälschlicherweise) auf die Berechnung musikalischer Intervalle abzielte.C. Matthew Balensuela, „Gersonides [Levi ben Gershom (Gershon, Gerson); Leo Hebraeus; Magister Leon de Bagnols; RaLBaG]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1344 Heiliges Römisches Reich – Donatus de Florentia bewirbt sich um eine Position als Kanoniker in Lüttich.Kurt von Fischer und Gianluca D’Agostino, „Donato da Cascia [Magister Dominus Donatus de Florentia]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1348 Republik Florenz – Laurentius de Florentia wird Kanoniker in der Basilica di San Lorenzo in Florenz, ein Amt, das er bis zu seinem Tod im Dezember 1372 oder Januar 1373 innehaben wird.Kurt von Fischer und Gianluca D’Agostino, „Lorenzo da Firenze [Magister Laurentius de Florentia; Ser Lorenço da Firençe; Ser Laurentius Masii, Masini]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).

1353 Königreich Mali – Ibn Battūta besucht das Malireich und schreibt einen Reisebericht, der Beschreibungen der Musik enthält, die er dort hört, und mehrerer Instrumente, darunter der Ngoni und des Balafon (eine Art Xylophon).Lucy Durán und Aurelia W. Hartenberger, „Nkoni [ngoni]“, in: Grove Dictionary of Musical Instruments/Grove Music Online, herausgegeben von Deane L. Root, Oxford Music online (22. September 2015); K.A. Gourlay und Lucy Durán, „Balo [bala, balafou, balafon]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers); Roderic C. Knight, „Kora“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie and John Tyrrell (London: Macmillan Publishers)

1361 Königreich Frankreich – Der Dauphin von Frankreich (der spätere Karl V.) ist zu Gast im Haus von Guillaume de Machaut in Reims.Wulf Arlt, „Machaut [Machau, Machault], Guillaume de [Guillelmus de Machaudio]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001). Republik Florenz – Francesco Landini wird zum Organisten des Klosters Santa Trinita in Florenz ernannt.John Milsom, „Landini, Francesco“, in: The Oxford Companion to Music, herausgegeben von Alison Latham (Oxford and New York: Oxford University Press, 2001).

1362 Republik Florenz – Niccolò da Perugia und Gherardello da Firenze besuchen das Kloster Santa Trinita in Florenz.Kurt von Fischer und Gianluca D’Agostino, „Niccolò da Perugia [Nicolaus de Perugia, Magister Sere Nicholaus Prepositi de Perugia, Niccolò del Proposto, Ser Nicholo del Proposto]“, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, herausgegeben von Stanley Sadie und John Tyrrell (London: Macmillan Publishers, 2001).