Ein bisschen Sonne im kalten Wasser (Originaltitel: Un peu de soleil dans l'eau froide) ist ein Roman von Françoise Sagan. Er erschien erstmals 1969.
Inhalt Gilles, der in der Redaktion für Außenpolitik einer französischen Nachrichtenagentur arbeitet, lebt zusammen mit dem mäßig erfolgreichen Model Héloïse in Paris. Obwohl die beiden materiellen Wohlstand genießen, nimmt Gilles eines Tages die Symptome einer Depression bei sich wahr. Er gerät in Apathie, verliert die Lust an seinen Hobbys und auch das Interesse an Héloïse lässt nach, Héloïse verlässt ihn.
Ein Arzt, den er aufgrund eines Ratschlags seines Freundes und Kollegen Jean aufsucht, kann keine organischen Probleme erkennen und empfiehlt ihm, einige Tage zu verreisen und zu entspannen. Er fährt nach Limoges in sein Elternhaus zu seiner Schwester Odile und deren Mann Florent. Auf einer Abendgesellschaft lernt er Nathalie Silvener, eine Bekannte Florents und Odiles, kennen. Nathalie und Gilles verlieben sich ineinander. Auf einer anderen Abendveranstaltung lernt Gilles Nathalies Mann, den vermögenden Notar Francois Silvener kennen und drei andere Männer, die sich als „Die drei Ritter“ von Nathalie vorstellen, nämlich Pierre Lacour, der Nathalies Bruder und Literaturprofessor ist, Jean Noble und Pierre Grandet. Von ihnen erfährt Gilles, dass Nathalie von vielen Männern umworben wird.
Es gibt weitere Treffen zwischen Nathalie und Gilles in Limoges. Eines Tages besucht ihn Nathalie in Paris, die alle Brücken hinter sich abbricht, fortan mit Gilles leben möchte und, nachdem sie alle Museen und anderen Sehenswürdigkeiten besichtigt hat, eine Arbeit in einem Reisebüro annimmt. Im Laufe der Zeit werden aufgrund der unterschiedlichen Charaktere erste Probleme in ihrer Beziehung sichtbar: Nathalie geht gern ins Theater und würde die Stücke gern mit Gilles besprechen. Dieser jedoch „verstand nichts vom Theater, nicht sehr viel von Literatur, hatte keinen besonders guten Geschmack“ und fühlt sich „unter seinesgleichen wohl, unter Nachtschwärmern, Degenerierten, Säufern und Taugenichtsen.“ Bei einem Treffen mit Gilles’ Freund Nicolas entwickelt sich zwischen Nathalie und Nicolas eine lange Unterhaltung „über die Reize des Landlebens, die Zeiten der Ernte und der Weinlese“, während Gilles gelangweilt daneben sitzt.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen lädt Gilles Jean in seine Wohnung ein. Gilles ist der Meinung, Nathalie würde erst am frühen Abend von ihrer Arbeit im Reisebüro nach Hause kommen. Im Gespräch äußert er, dass es Augenblicke gäbe, wo er viel darum geben würde, nicht von Nathalie kritisiert zu werden und wieder allein zu sein, wie früher. Nathalie ist aber bereits zu Hause und hört dies aus dem angrenzenden Schlafzimmer mit. Unter dem Vorwand, noch einige Einkäufe machen zu müssen, verlässt sie die Wohnung. In einem Hotelzimmer nimmt sie eine Überdosis Schlaftabletten. Vom Krankenhaus verständigt, erfährt Gilles von einem Arzt, dass Nathalie zu spät gefunden wurde und gestorben sei.
Zitat Der Erzählung ist zur Einleitung ein Zitat von Paul Eluard vorangestellt. Dieses lautet:
Verfilmung Im Jahre 1971 verfilmte Jacques Dery den Roman unter demselben Titel.
Kritiken
„Im letzten Jahr wieder auf Deutsch aufgelegt wurde Sagans Roman `Ein bisschen Sonne im kalten Wasser´, im französischen Original erstmals 1969 erschienen. ... Françoise Sagans Geschichte ist ... eine so schlichte wie schöne und auch traurige - stimmig in sich und von faszinierender Zeitlosigkeit. Literatur, die in die Tiefe geht und doch die Leichtigkeit des Lesens feiert.“
Ausgaben Un peu de soleil dans l’eau froide. Roman. Flammarion, Paris, 1969. Ein bisschen Sonne im kalten Wasser Aus dem Französischen von Ilse Walther-Dulk und Robert Weisert. Ullstein, Frankfurt am Main 1970.
Weblinks Rezension von Ursula März auf perlentaucher.de, 15. Januar 2015
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Literatur (Frankreich)