mini|Nord- und Westfassade (2023) Das Gebäude Alte Lateinschule Otterndorf südlich der St. Severikirche in der niedersächsischen Samtgemeinde Land Hadeln, Gemeinde Otterndorf, Himmelreich 2, im Landkreis Cuxhaven, stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Otterndorf).Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Geschichte und Beschreibung Otterndorf war der Hauptort des Landes Hadeln. 1400 erhielt er von Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg das Stadtrecht. Die ehemalige Wurtsiedlung Otterndorf liegt um die Kirche herum an den Straßen Johann-Heinrich-Voß-Straße und Himmelreich. Sie besteht als Siedlungskern bereits seit dem Mittelalter. Ihre zumeist Fachwerkbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind in der Regel giebelständig und damit größtenteils zum ehemaligen Kirchhof ausgerichtet.
Die Schule wurde 1529 in der Kirchenordnung festgelegt und bildete den Nachwuchs gegen Schulgeld bis Ende des 17. Jahrhunderts in Schreiben und Lesen, dem Lateinischen und Musik im Sinne der Kirchenordnungen in anfänglich drei Klassen aus, mit einem Lehrer und einem Gehilfen. Der Dichter und Übersetzer Johann Heinrich Voß war von 1778 bis 1782 Rektor dieser sich mühselig den Zeiten anpassenden Schule. Sie wurde im 19. Jahrhundert vom preußischen Modell neuer Schulformen abgelöst und ihr altes Gebäude anderer Nutzung zugeführt.Ludwig Kükelhan: Beiträge zur Geschichte des Realprogymnasiums zu Otterndorf. In: Festschrift zur Einweihung des neuen Schulgebäudes amk 6. Januar 1892. (Beilage zum Programm des Schuljahrs 1891/1892). Otterndorf 1892, S. 7f.; Abb. mit Schulgebäude von 1614 im Anhang.
Das dreigeschossige, dreiflügelige Gebäude in Fachwerk und Stockwerkbauweise mit Steinausfachungen verschiedener Größen und mit ziegelgedeckten Satteldächern wurde 1614 (Inschrift) gebaut. Ursprünglich war das Haus zweigeschossig. Das Obergeschoss kragte auf kunstvoll geschnitzten Knaggen vor. 1828 wurde der Nordflügel um ein zweites vorkragendes Geschoss aufgestockt. Das obere Giebeldreieck erhielt eine regionaltypische Verbretterung. Die Holzsprossenfenster in den Blockzargen sind zum Teil noch mit altem Glas versehen. Im Dachreiter hing ursprünglich eine Glocke, die verloren ging.Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen 1994/95 wurde das Gebäude von Grund auf saniert. Aktuell (2024) wird es als Wohnhaus und als Büro der Kirche genutzt. Der gepflasterte Straßenraum ist als Bestandteil der Wurtsiedlung denkmalgeschützt.
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Einzelnachweise
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