Matthias Richter (* 20. März 1957 in Potsdam) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Fachdidaktiker.
Leben Richters Mutter war Lehrerin, der Vater war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Brandenburg in Potsdam mit dem Fachgebiet Didaktik des Geographieunterrichts und wurde 1957 nach der Habilitation zum Dozenten (= Hochschullehrer) ernannt. In dem von der DDR-Führung verschärften rigorosen gesellschaftspolitischen Klima nach dem Ungarnaufstand siedelte die Familie 1958 in die Bundesrepublik über und ließen sich in Lüneburg nieder. Beide Eltern arbeiteten dort im Schuldienst. Nach dem Abitur 1975 und anschließendem Zivildienst studierte Matthias Richter Germanistik, Philosophie und Theologie an der Freien Universität in Berlin, wechselte später nach Göttingen. Dort trat er in den Schuldienst am Felix-Klein-Gymnasium ein. Von 2004 bis 2022 war er Fachleiter für Deutsch am Studienseminar Celle für das Lehramt an Gymnasien. Matthias Richter lebt mit seiner Ehefrau in Celle und hat zwei erwachsene Kinder.
Arbeit 1992 erlangte er die Promotion in Göttingen mit der Arbeit „Die Sprache jüdischer Figuren in der deutschen Literatur (1750–1933)“. Neben dem Schuldienst war Richter zwanzig Jahre freier Mitarbeiter für die Literaturredaktion des NDR in Hannover, Lehrbeauftragter an der TU Braunschweig (Fachdidaktik Deutsch) und Verfasser mehrerer fachdidaktischer Beiträge (v. a. zusammen mit Martin Leubner und Anja Saupe) zur „Literaturdidaktik“, zuletzt mit der „Kurslektüre Kleist ‚Der zerbrochne Krug‘“ (2024). 2001 arbeitete Richter für kurze Zeit als Leiter der Museumsabteilung im Deutschen Literaturarchiv in Marbach, kehrte aber in den Schuldienst in Niedersachsen zurück. Ab 2004 begann eine langjährige Mitarbeit in verschiedenen Kommissionen zur Entwicklung von Lehrplänen und zentralen Prüfungsaufgaben. Als Mitherausgeber und Autor arbeitete Richter unter anderem über Friedrich Gottlieb Klopstock, Eduard Mörike, Anton Tschechow, Anna Seghers, Peter Weiss (z. B. „Gespräche mit Peter Weiss“, zusammen mit Rainer Gerlach), Uwe Johnson. „Im Dickicht. Aus den letzten Monaten des Stückeschreibers. Vier Nachtstücke“ (2024) ist eine fiktionale, erzählerische Phantasie, die von zahlreichen Details aus dem Leben und dem Werk Bertolt Brechts inspiriert ist und sich den politischen Widersprüchen zu nähern versucht, über die Brecht Richter zufolge selbst allenfalls in Andeutungen Rechenschaft abzulegen vermochte.
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