Die Braunarlspitze ist der höchste Gipfel in der Nordhälfte des Lechquellengebirges und daher vor allem aus dem Bregenzerwald sehr auffällig. Sie ist der Kulminationspunkt eines mehrere Kilometer langen, vom Butzensattel im Osten nach Westen ziehenden Kammes. Die Erstbesteigung gelang dem Mellauer Bergführer Mathias Wüstner im Jahre 1877 über den Nordgrat.Dieter Seibert: Gebietsführer Bregenzerwaldgebirge und Lechquellengebirge, 1. Auflage 1989, ISBN 3-7633-3328-2, S. 145 bis 147

Im lokalen Sprachgebrauch wird sie auch gern als „höchster Berg des Bregenzerwaldes“ bezeichnet, obwohl sie außerhalb dieses Gebirges steht.

Talorte / Stützpunkte Schröcken (Nähe Hochtannbergpass) Buchboden im Großen Walsertal Biberacher Hütte (im Nordwesten) Göppinger Hütte (im Südwesten) Oberlech (im Südosten)

Bei einer Besteigung im Rahmen einer Tagestour kommt man an diesen Hütten aber üblicherweise nicht vorbei.

Besteigung Route über den Nordgrat Die Besteigung der Braunarlspitze über den Nordgrat von Schröcken aus ist eine Bergtour von Stunden, die im oberen Teil immer wieder, meist seilversicherte, Kletterstellen (I und I+) aufweist.

Von Schröcken (Parkplatz hinter der Kirche) geht man über die Fellealpe (Jausenstation) in das Fellbachtal hinein, überquert den Bach unter dem Wasserfall und steigt zum Fürggele (auch: Braunarlfürggele, ) hinauf. Das Fürggele wird in Karten teils auch als Hochbergsattel bezeichnet. Dies ist jedoch der etwas höhere Sattel nördlich des Kirchli, über den man den Gipfel des Hochbergs erreicht.

Vom Fürggele über den Weimarer Steig in etwa 1 Stunde und 50 Minuten, immer wieder in leichter Kletterei (I+, an den meisten Stellen sind Seilversicherungen angebracht) und über karstige Schrofen, zum Gipfel.

Das Fürggele ist auch von Buchboden über die Biberacher Hütte zu erreichen (ab dem Schutzhaus bis zum Gipfel 3,5 Std.), sowie von Buchboden über Untere Alpschellenalpe und den Metzgertobel.

Route durch die Südflanke Der Theodor-Praßler-Weg führt durch die im oberen Teil steile Südflanke der Braunarlspitze. Dieser Höhenweg verbindet Oberlech über den Butzensee mit der Göppinger Hütte. Vom Höhenweg zweigt auf etwa 2340 m Höhe ein zunächst über Schutt und Schrofen führender Steig ab, über den man in einer Stunde zum Gipfel gelangt. Der Steig weist zwar keine Kletterstellen auf, führt aber im oberen Teil durch steiles felsiges Gelände, das Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Es gibt keine festen Seilversicherungen. Es sind jedoch Bohrhaken angebracht. Diese Passage durch die obere Südflanke ist mangels fester Seilversicherungen insbesondere im Abstieg nicht einfacher als der Weimarer Steig. Obwohl es keine echte Kletterei ist, ist es immer wieder notwendig, sich am Fels festzuhalten und den eigenen Körper am Fels entlang zu führen.

Zu dieser Abzweigung kann man auch aus dem Lechtal, z. B. aus Zug, aufsteigen. Ab der Göppinger Hütte sind Stunden Gehzeit zum Gipfel angegeben.

Rundtour Der Theodor-Praßler-Weg ermöglicht auch eine Rundtour über die Braunarlspitze ab Schröcken: über das (Braunarl-)Fürggele und den Weimarer Steig von Norden auf den Gipfel, Abstieg von diesem nach Süden zum Theodor-Praßler-Weg, auf diesem nach Osten zum Butzensee und vom Karsee über den Jägersteig zurück zum Ausgangspunkt. Der Jägersteig führt stellenweise durch steile Bachläufe und ist auch bei trockenem Wetter an einigen Stellen feucht. Es sind an manchen Stellen, aber nicht konsequent Seilversicherungen angebracht. Wegen Rutsch- und Absturzgefahr sind einige der nassen oder feuchten Stellen im Abstieg mit Vorsicht zu begehen.

Aussicht Die Aussicht umfasst Berninagruppe, Rätikon, Berner Alpen (z. B. Finsteraarhorn, 167 km, Eiger, Wetterhorn), Verwallgruppe, Silvretta, Ötztaler Alpen (mit Durchblicken zu den Stubaier Alpen), Lechtaler Alpen, Wetterstein, Mieminger Berge, Allgäuer Alpen, Lechquellengebirge, Bregenzerwald, Alpstein, Glarner Alpen und viele andere Gebirgsstöcke im westlichen Teil der Ostalpen. Nach Westen reicht die Sicht u. a. bis zum 180 km entfernten Belchen, und zum Feldberg.

Bilder

Weblinks

Literatur / Karten Freytag&Berndt: WKN364 Bregenzerwald. (Topographische Karte im Maßstab 1:50.000) Alpenvereinskarte: 3/2 Lechtaler Alpen, Arlberggebiet. (1:25.000) Vorarlberg Atlas Vorarlberger Geographisches Informationssystem

Einzelnachweise

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