Slippery When Wet ( für etwa „Bei Nässe Rutschgefahr“) ist das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Bon Jovi. Es ist bis heute das kommerziell erfolgreichste Album der Band und verhalf der Gruppe zum weltweiten Durchbruch. Es wurde im August 1986 veröffentlicht und feierte im darauffolgenden Jahr seine größten Erfolge.

Stilistisch zählt das Album zum Hard Rock und Glam Metal bzw. Pop Metal und markierte den Startschuss des kommerziellen Höhenflugs jener Musikrichtung Ende der 1980er-Jahre. Es ist selbst eines der meistverkauften Alben jenes Genres und gehört auch zu den weltweit meistverkauften Musikalben. Die Band begann mit dem Album auch Trends, die sie mit den folgenden Alben fortführte und ausbaute, wobei sie sich dabei aber schrittweise vom Glam Metal entfernte.

Entstehung mini|Straßenschild in New York Nachdem Bon Jovis gleichnamiges Debütalbum Bon Jovi mit einem Top-40-Hit in den USA einen für die Bandmitglieder respektablen Erfolg darstellte, war das zweite Album 7800° Fahrenheit, vor allem in den USA, ein Flop. Deswegen hatte sich der Druck auf die Band von Seiten des Plattenlabels erhöht, das nächste Album müsse ein Erfolg werden. Deshalb holten sich Jon Bon Jovi und Richie Sambora beim Schreiben der Songs für das Album Hilfe in Person von Desmond Child, mit dem sie zusammen drei Stücke für das Album verfassten.

Eigentlich sollte das Album nach einem der darauf enthaltenen Lieder Wanted Dead or Alive benannt werden; das dazugehörige Albumcover wäre dann ein Photo der Band als Cowboys gewesen. Später stand auch der Titel Guns N’ Roses, nach der gleichnamigen Band, zur Auswahl.100,000,000 Bon Jovi Fans Can’t Be Wrong

Diese Ideen wurden aber aufgegeben, nachdem sich die Bandmitglieder nachhaltig von dem Auftritt einer Nachtclubtänzerin in einer Bar in Vancouver beeindrucken ließen. Die Dame hatte auf der Bühne eine Duschnummer aufgeführt und sich dabei von oben bis unten eingeseift. Daraufhin war klar, dass das Album nur Slippery When Wet heißen konnte.

Davon inspiriert gibt es ein alternatives CD-Cover, auf dem eine Nahaufnahme von einer Teilnehmerin eines Wet-T-Shirt-Contests – auf ihrem T-Shirt steht der Name des Albums – abgebildet ist. Jedoch sprach sich das Label dagegen aus. Nur in Japan gab es Versionen des Albums mit diesem Cover. Das Standard-Cover wurde ein nasser verwischter Schriftzug (Slippery When Wet) auf einer Mülltüte.

Die Lieder, die den Weg auf das Album fanden, wurden angeblich von Fans, der sogenannten Pizza Parlour Jury (oder auch Pizza Pie Jury), ermittelt, wobei es zu diesem Thema nur inoffizielle und widersprüchliche Aussagen seitens der Band gibt.

Musikalischer Stil Das Album besteht, bis auf Never Say Goodbye, mit dem langsamere Melodien angespielt werden, aus schnelleren, melodischen Tracks, die drum- und gitarrenorientiert instrumentiert sind, mit virtuosen Gitarrensoli. Vom Stil her ist es also dem Pop Metal zuzuordnen, da Pop-Einflüsse recht deutlich herauszuhören sind. Diese Kombination aus harter Rockmusik mit Ohrwurm-Melodien machte die Band weltweit bekannt und bescherte ihr eine große Fangemeinde. Inhaltlich dreht sich das Album, grob unterteilt, um zwei Themen: Liebe auf der einen Seite und Spaß (beziehungsweise Hoffnung und Lebensfreude bei Livin’ on a Prayer) auf der anderen. Nur Wanted Dead or Alive lässt sich gar nicht in dieses Schema einordnen. Das Lied beschäftigt sich eher mit dem Leben auf Tour und hat dabei einen glorifizierenden und aggressiven Unterton.

Die Kritiken waren von der Musik des Albums nicht begeistert. Sie rechneten den Erfolg des Albums zu großen Teilen, mehr noch als den eingängigen Melodien, dem Auftreten und Aussehen des Leadsängers Jon Bon Jovi zu. Weiterhin fehle es den Texten der Lieder an Tiefe und sie bedienten lediglich Klischees.

Titelliste Internationale Edition Let It Rock (5:27) (Jon Bon Jovi, Richie Sambora) You Give Love a Bad Name (3:42) (Bon Jovi, Sambora, Desmond Child) Livin’ on a Prayer (4:09) (Bon Jovi, Sambora, Child) Social Disease (4:18) (Bon Jovi, Sambora) Wanted Dead or Alive (5:08) (Bon Jovi, Sambora) Raise Your Hands (4:16) (Bon Jovi, Sambora) Without Love (3:30) (Bon Jovi, Sambora, Child) I’d Die for You (4:30) (Bon Jovi, Sambora) Never Say Goodbye (4:48) (Bon Jovi, Sambora) Wild in the Streets (3:54) (Bon Jovi)

Frühe japanische Edition Pink Flamingos (0:57) (Bon Jovi, Sambora) Let It Rock (4:27) (Bon Jovi, Sambora) You Give Love a Bad Name (3:42) (Bon Jovi, Sambora, Child) Livin’ on a Prayer (4:09) (Bon Jovi, Sambora, Child) Social Disease (4:18) (Bon Jovi, Sambora) Wanted Dead or Alive (5:08) (Bon Jovi, Sambora) Raise Your Hands (4:16) (Bon Jovi, Sambora) Without Love (3:30) (Bon Jovi, Sambora, Child) I’d Die for You (4:30) (Bon Jovi, Sambora) Never Say Goodbye (4:48) (Bon Jovi, Sambora) Wild in the Streets (3:54) (Bon Jovi)

Bonustracks der Special Edition von 2010 You Give Love a Bad Name (Live) (4:10) (Bon Jovi, Sambora, Child) Livin’ on a Prayer (Live) (5:33) (Bon Jovi, Sambora, Child) Wanted Dead or Alive (Live) (5:22) (Bon Jovi, Sambora)

Bonus-CD der japanischen Special Edition von 1998 Wanted Dead Or Alive (Live) (8:06) (Bon Jovi, Sambora) Livin' on a Prayer (Live) (5:05) (Bon Jovi, Sambora, Child) You Give Love a Bad Name (Live) (3:43) (Bon Jovi, Sambora, Child) Wild in the Streets (Live) (4:55) (Bon Jovi) Borderline (4:12) (Bon Jovi, David Bryan) Edge of a Broken Heart (4:36) (Bon Jovi, Sambora, Child) Never Say Goodbye (Live) (5:30) (Bon Jovi, Sambora)

Wissenswertes zu den frühen japanischen Editionen Bei den frühen japanischen Editionen von Slippery When Wet wurde im Gegensatz zu den internationalen Editionen das einleitende Instrumental von „Let It Rock“ abgetrennt und unter der Bezeichnung „Pink Flamingos“ als eigenständiger Titel gelistet. Diese Aufteilung wurde aber bereits mit der japanischen Wiederveröffentlichung von 1991 aufgegeben und die Titelliste an die internationalen Veröffentlichungen angepasst.

Wissenswertes zur Bonus-CD der japanischen Special Edition von 1998 Die Liveversion von „Wanted Dead or Alive“ wurde 1995 im Wembley-Stadion in London aufgenommen und erstmals auf dieser Special Edition veröffentlicht. Die Liveversion von „Livin' on a Prayer“ wurde 1987 im Cincinnati Gardens in Cincinnati aufgenommen und ursprünglich auf der 1988 erschienenen Single Bad Medicine veröffentlicht. Die Liveversion von „You Give Love a Bad Name“ wurde 1987 im Cincinnati Gardens in Cincinnati aufgenommen und ursprünglich auf der 1988 erschienenen Single Bad Medicine veröffentlicht. Die Liveversion von „Wild in the Streets“ wurde 1995 im Wembley-Stadion in London aufgenommen und ursprünglich auf der 1995 erschienenen Single Something for the Pain veröffentlicht. Der Song „Borderline“ wurde ursprünglich auf der 1986 erschienenen EP Borderline veröffentlicht. Der Song „Edge of a Broken Heart“ wurde ursprünglich 1987 auf dem Soundtrack zum Film Das Chaoten-Team (engl. Originaltitel: Disorderlies) veröffentlicht. Die genauen Aufnahmedaten der Akustik-Liveversion von „Never Say Goodbye“ sind nicht bekannt. Im Inlay der Special Edition von 1993 ist fälschlicherweise angegeben, dass die Liveaufnahme vom Konzert in der Miami Arena in Miami aus dem Jahre 1993 stammt. Die Liveversion wurde ursprünglich auf der 1993 erschienenen Special Edition des Albums Keep The Faith veröffentlicht.

Wissenswertes zur Special Edition von 2010 Über alle drei Liveaufnahmen, die der Special Edition von 2010 hinzugefügt wurden, ist nur bekannt, dass sie während der Slippery-When-Wet-Tour aufgenommen wurden. Bei den Liveversionen von „You Give Love A Bad Name“, „Livin' on a Prayer“ und „Wanted Dead or Alive“ handelt es sich also nicht um dieselben Liveaufnahmen, die auf der Bonus-CD der japanischen Special Edition von 1998 enthalten sind.

Outtakes Neben den regulär veröffentlichten Songs des Albums gibt es noch zahlreiche Demos, die bis heute unveröffentlicht sind: Deep Cuts the Knife Game of the Heart Lonely Is the Night Never Enough (auch unter der Bezeichnung „Too Much too Soon“ bekannt) Out of Bounds (wurde im Jahre 2004 auf dem Boxset 100,000,000 Bon Jovi Fans Can’t Be Wrong veröffentlicht) Right Side Stand up Take Me Home (Take Me All) The Promise There is No Answer Too Much, Too Soon (Never Enough) Walk, Don’t Run

Informationen zu einzelnen Liedern Singleauskopplungen You Give Love a Bad Name, Livin’ on a Prayer und Wanted Dead or Alive sind fester Bestandteil der Live-Auftritte der Band. Auch andere Songs vom Album werden immer noch live gespielt, im Gegensatz zu den Liedern der beiden vorherigen Alben, von denen nur noch Runaway, Bon Jovis erste Single, live gespielt wurde. Dies relativierte sich erst im Jahr 2009 mit der The-Circle-Tournee, bei der es mehrere Lieder der beiden ersten Alben wieder auf die Setlist gefunden haben.

Die Musikvideos zu den Singles des Albums ähneln sich: Sie zeigen alle hauptsächlich Live-Performances der Band. Jedoch ist das Video von Livin’ on a Prayer zweigeteilt: Im ersten Teil, der schwarz-weiß ist, wird eine Probe der Band gezeigt, wobei das Publikum fehlt. Mit einem Schlag der Drums setzt sich vor Beginn des zweiten Refrains das Video in Farbe fort und das Publikum ist plötzlich da. Wanted Dead or Alive ist komplett in Schwarz-Weiß gehalten und mischt Ausschnitte des Tour-Lebens mit einem Live-Auftritt.

Richie Sambora und Jon Bon Jovi spielten 1989 bei den MTV Video Music Awards, nur mit Akustik-Gitarren, ein Medley aus Livin’ on a Prayer und Wanted Dead or Alive. Dieser Auftritt gilt als Geburtsstunde von MTV Unplugged.Website der MTV Video Music Awards 1989

Vor allem Livin’ on a Prayer, aber auch Wanted Dead or Alive, gelten nach Born to Run von Bruce Springsteen, in New Jersey als Art inoffizielle Hymne des Staates, der als einziger US-Bundesstaat keine offizielle besitzt.

You Give Love a Bad Name

Das Lied ist eines der härteren, aggressiveren auf dem Album. Textlich wird das Verhalten einer Frau angeklagt, die einem Mann das Herz gebrochen hat. Wegen dieses Liedes und des eigentlichen Albumcovers wurde dem Album und der Band eine gewisse Frauenfeindlichkeit vorgeworfen. Dazu trug auch bei, dass das alternative Albumcover, das im Booklet des Albums abgebildet ist, als Cover verschiedener Ausgaben der Single diente.Rock Milestones: Bon Jovi’s Slippery When Wet Außerdem ist im Booklet des Albums ein weiteres Bild abgedruckt, auf dem sechs leicht bekleidete Mädchen Autos waschen, auch die Entstehungsgeschichte für den Namen des Albums trug zu den Vorwürfen bei. In den Live Performances wird „You give love a bad name“ meistens mit dem Ausruf Jon Bon Jovi‘s „Somebody take me to the C“ begonnen, woraufhin jedes Instrument der Band im C-Key bespielt wird, sodass ein wilder Mix entsteht. Während er gespielt wird, animiert Jon Bon Jovi das Publikum, aufzustehen und „heizt“ es an. Schließlich beendet er den C-Mix und die Band spielt „You give love a bad name“. Außerdem lässt die Band mehrere Teile des Liedes vom Publikum singen.

Livin’ on a Prayer

Jon Bon Jovi wollte den Titel ursprünglich nicht auf Slippery When Wet verwenden. bei Larry King, 16. August 2006 Zwei Gründe hierfür waren, dass er das Lied nicht gut genug fand und es für ihn am Ende aufgrund der hohen Tonlage schwer zu singen ist. Schließlich konnte Richie Sambora ihn dennoch überreden, so dass man den Song für das Album neu aufnahm.

Bei Live-Auftritten wird „Livin‘ on a Prayer“ in den meisten Fällen am Ende der Show gespielt. Häufig startet Jon Bon Jovi das Lied mit einem A Capella Part, der zum größten Teil vom Publikum gesungen wird. Auch große Teile des letzten Chorus werden vom Publikum gesungen. Paradebeispiel hierfür wäre die „Livin‘ on a Prayer“ Performance der Band im Hyde Park, London in 2011.

Wanted Dead or Alive