Das Amtsgericht Gettorf war ein preußisches Amtsgericht mit Sitz in Gettorf.

Geschichte Mit der Annexion Schleswig-Holsteins wurden 1867 in der nunmehr preußischen Provinz fünf Kreisgerichte und das übergeordnete Appellationsgericht Kiel eingerichtet.Verordnung vom 26. Juni 1867, Preußische Gesetzsammlung 1867, S. 1073 ff. Als Eingangsgerichte wurden Amtsgerichte geschaffen, darunter das Amtsgericht Gettorf als eines von zwölf Amtsgerichten des Kreisgerichts Schleswig. Den Gerichtssprengel bildete die Kirchspiele Gettorf, Dänischenhagen, Krusendorf und Sehestedt.Verfügung vom 6. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in den Herzogthümern Schleswig und Holstein zu bildenden neuen Gerichte () Mit dem Inkrafttreten des deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurden reichsweit einheitlich Amts-, Land- und Oberlandesgerichte geschaffen. Das Amtsgericht Gettorf blieb bestehen und war nun dem Landgericht Kiel nachgeordnet. Sein Gerichtsbezirk umfasste jetzt aus dem Kreis Eckernförde die Gemeindebezirke Dänischenhagen, Gettorf, Haby-Lehmsiek, Klausdorf, Neuwittenbek, Osdorf, Schinkel und Tüttendorf sowie die Gutsbezirke Altbülk, Altenhof, Augustenhof, Behrensbrook, Birkenmoor, Borghorst, Borghorsterhütten, Dänisch-Nienhof, Eckhof, Eckernförde Kanalgutsbezirk, Großkönigsflrde, Grönwohld, Grühorst, Harzhof, Hohenhain, Hohenholm, Hohenlieth, Kaltenhof, Knoop, Lindau, Neubülk, Roer, Rathmannsdorf, Rosenfranz, Sehestedt, Uhlenhorst, Warleberg, Wulfshagen und Wulfshagenerhütten.Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 501, Digitalisat Am Gericht bestand 1880 eine Richterstelle. Das Amtsgericht war damit ein kleines Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 441 online Zum 1. Januar 1978 wurde das Amtsgericht Gettorf aufgehoben.Artikel III des Haushaltsgesetzes 1973 vom 25. Mai 1973 (GVOBl. Schl.-H. S. 205)

Amtsgerichtsgebäude Das Amtsgericht nutzte von 1867 bis 1870 Räumlichkeiten des „Landkrugs“ (Kieler Chaussee 2). Von 1870 bis 1888 hatte es seinen Sitz im Altenteilerhaus (Friedrichsorter Straße 3). Von 1887 bis 1888 wurde dann ein eigenes Gebäude mit Gerichtssaal, Schreibzimmer und Wohnung für Richter und Gerichtsdiener errichtet. Im Westflügel befand sich das Gefängnis mit Gefängnishof und Wachtmeisterwohnung.

Persönlichkeiten Waldemar von Preußen war 1912/1913 Referendar beim königlichen Amtsgericht in Gettorf. Albrecht Graf von Bernstorff war 1914/1915 Referendar beim königlichen Amtsgericht in Gettorf.

Weblinks Eintrag über das Amtsgericht bei der Gemeinde Bauplan Amtsgerichtsgebäude

Einzelnachweise

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