mini|„Richard Brandt nach der Verleihung des Niedersächsischen Verdienstkreuz am Bande an ihn“; Foto: Jochen Mellin, ohne Ort, ohne Datum; Bildarchiv der Region Hannover
Richard Brandt (geboren am 22. Mai 1899 in Münster; gestorben am 16. Januar 1982) war ein deutscher Lehrer, Kommunalpolitiker, Autor und Heimatkundler. Brandt ist Stifter und Namensgeber des Richard-Brandt-Heimatmuseums in Bissendorf in der Region Hannover.o. V.: Richard-Brandt-Heimatmuseum auf der Seite hannover.de [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 26. Juli 2024
Leben Der 1899 geborene Richard Brandto. V.: Brandt, Richard in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 5. April 2016, zuletzt abgerufen am 26. Juli 2024 nahm am Ersten Weltkrieg teil und beendete anschließend seine Lehrerausbildung in Verden an der Aller. Seine erste Anstellung als Lehrer nahm er im Hannoverschen Wendland auf, wo er seine spätere Ehefrau Frida kennenlernte. 1934 wurde er nach Bennemühlen versetzt, unterrichtete anschließend an einer Schule im nahegelegenen Hellendorf und ab 1953Karl-Hans Konert (Verantw.): Sonntags im Museum. Richard Brandt, illustrierter Artikel auf der Seite vom Verein zur Förderung des Richard-Brandt-Heimatmuseums Wedemark e.V. in der Version vom 16. Januar 2022, zuletzt abgerufen am 26. Juli 2024 für mehrere Jahrzehnte bis zu seinem 70. Lebensjahr in Wennebostel.Karl Neitzke: Richard Brandt, Nachruf in Richardt Brandt: Die Gemeinde Wedemark, das Tor zur Südheide. Heimatliche Skizzen unter Beifügung einer Karte, 2., überarbeitete Auflage, Hrsg. Gemeinde Wedemark, 1985, S. 5
In der Zeit des Nationalsozialismus schrieb Brandt ab 1934 in verschiedenen Zeitungen „über aktuelle Ereignisse aus der Wedemark, […] Burgwedel und Burgdorf“, wobei zahlreiche Artikel des ab 1938 auch über Bücher als Heimatschriftsteller wirkenden Autors im Burgdorfer Kreisblatt erschienen, später auch im Wedemark Echo.Abweichend „Burgdorfer Kreiszeitung“ genannt; vergleiche Karl-Hans Konert (Verantw.): Sonntags im Museum. Richard Brandt, illustrierter Artikel auf der Seite vom Verein zur Förderung des Richard-Brandt-Heimatmuseums Wedemark e.V. in der Version vom 16. Januar 2022, zuletzt abgerufen am 26. Juli 2024
mini|Das Richard-Brandt-Heimatmuseum im ehemaligen Kavaliershaus von Bissendorf
Neben seiner Tätigkeit als Schullehrer beschäftigte sich Brandt mehr als vier Jahrzehnte planmäßig mit der Erforschung seiner Heimat, die er zu Fuß oder mit dem Fahrrad erwanderte, während er „weite Landstriche“ mit dem Auto erkundete. Im Ergebnis verfasste er zahlreiche heimatkundliche Schriften über Niedersachsen, insbesondere den Kreis Burgdorf, die Wedemark und den Großraum Hannover. Neben seiner beruflichen Tätigkeit trug er ab 1953 in Niedersachsen „Stück für Stück“ eine Sammlung für die sogenannte “Heimatstube Wedemark” zusammen. Für „sein liebstes Kind“, das Kavaliershaus in Bissendorf, ordnete und katalogisierte er die Objekte und bereitete sie auf, um 1963 das von ihm gegründete Bissendorfer Heimatmuseum zu eröffnen, dessen Objekte er im selben Jahr der Gemeinde Wedemark als Schenkung übereignete. Das Museum, das er zeitweilig auch leitete,Waldemar R. Röhrbein (Bearb.), Rudolf Grobe (Faltplan): Museen und Sammlungen in Niedersachsen und Bremen, hrsg. im Auftrag des Museumsverband für Niedersachsen, 2., erweiterte Auflage, Hildesheim: Lax, 1975, S. 15; Vorschau über Google-Bücher trägt ihm zu Ehren seit 1980 den Namen Richard-Brandt-Heimatmuseum.
Noch während seiner Tätigkeit als Lehrer wählten die Wennebosteler Brandt 1966 in den Rat der damals noch selbständigen Gemeinde Wennebostel. Von 1968 bis 1974 vertrat er die Wedemärker im letzten Kreistag des Kreises Burgdorf.
mini|Richard Brandt (links) bedankt sich für die Verleihung eines seiner beiden Niedersächsischen Verdienstorden; Foto: Jochen Mellin, ohne Ort, ohne Datum; Bildarchiv der Region Hannover
mini|Rede Brandts (stehend) anlässlich einer der beiden Ordensverleihungen
Für seine Engagements wurde Brandt mit der Verleihung des Niedersächsischen Verdienstordens am Bande sowie dem Niedersächsischen Verdienstorden 1. Klasse geehrt. Zudem wurde er zum Ehrenbürger Bissendorfs ernannt; eine Auszeichnung, die die spätere, größere Gemeinde Wedemark übernahm.
mini|Familiengrab Marie, Frida und Richard Brandt auf dem Friedhof Bissendorf
Richard Brandt starb in seinem 83. Lebensjahr und konnte den Druck seines letzten Werkes, eines Bildbandes über die Wedemark, nicht mehr erleben. Er wurde unmittelbar neben der Friedhofskapelle in Bissendorf beigesetzt.
Zahlreiche Anekdoten über Brandt als Lehrer und Schriftsteller erschienen unter anderem in den Bissendorfer Hof- und Familiengeschichten.
Schriften (Auswahl) Im Schatten der Residenz, Hannover: Sponholtz 1917 Neuauflage mit dem Untertitel Heimatkundliche Darstellungen aus der Umgebung von Hannover, Hannover: Sponholtz 1947 Zwischen Leine und Aller. Ein Heimat- und Wanderbuch, Hildesheim: Lax 1938 Niedersachsen. Bild einer Landschaft. Eine kleine Heimatkunde für Schule und Haus, Bad Pyrmont: Gersbach Heft 1: Allgemeines, die Landeshauptstadt Hannover, Herrenhausen, zwischen Deister und Leine, das Steinhuder Meer, zwischen Leine und Aller, 1949 Heft 2: Die Lüneburger Heide, das hannoversche Wendland, zwischen Harz und Heide, 1949 Heft 3: Der Harz, das Untereichsfeld, 1950 Heft 4: Im Tal der oberen Leine, im Tal der mittleren Leine und Innerste, das Weserbergland, 1950 Heft 5a: Das Osnabrücker Bergland, zwischen Weser und Hunte (Diepholz - Hoya - Nienburg), 1951 Heft 5b: Zwischen Niederelbe und Niederweser, das Land Bremen, 1951 Geschichten rund ums Schulhaus. Der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Eine Erzählung, 1950 Neue Stoffe im Naturlehreunterricht. Mit vielen Handzeichnungen und Skizzen (Pädagogische Handbücher, Band 5), Ahlen: 1950 Die schöne Wedemark, 1959 2., erweiterte Auflage 1968 stark ergänzte Auflage unter dem Titel Die Gemeinde Wedemark, das Tor zur Südheide. Heimatliche Skizzen unter Beifügung einer Karte, mit einer von Werner Kaemmling gestalteten Umschlagseite, Wedemark-Wennebostel: R. Brandt, 1980, Herausgeber: Gemeinde Wedemark 2. überarbeitete Ausgabe, 1985 3. Auflage, 1993 Der Landkreis Burgdorf im Wandel der Zeiten. Heimatkundliche Skizzen, Hannover: Druckhaus Benatzky 1971 Der Großraum Hannover. Zwischen Steinhuder Meer, Fuhse, Deister und Aller. Heimatkundliche Skizzen, Hannover: Druckhaus Benatzky, 1975 2., erweiterte Auflage 1976 3., erweiterte Auflage, 1980
Literatur Otto Heineke: Richard Brandt zum 70. Geburtstag. In: Heimatland. Zeitschrift für Heimatkunde, Naturschutz, Kulturpflege, mit ständigen Berichten und Bildern aus dem Historischen Museum am Hohen Ufer Hannover, hrsg. vom Heimatbund Niedersachsen e. V., Hannover: Heimatbund Niedersachsen, 1969 Hellmuth Hahn (Text, Hrsg.), Friedrich Lüddecke (Layout), Friedrich Thümler (Mitarb.): Bissendorfer Hof- und Familiengeschichten, Band 1 (2003), S. 540
Weblinks
Karl-Hans Konert (Verantw.): Sonntags im Museum. Richard Brandt, illustrierter Artikel vom 16. Januar 2022 auf der Seite des Vereins zur Förderung des Richard-Brandt-Heimatmuseums Wedemark e. V.
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Schullehrer Kategorie:Heimatforscher (Niedersachsen) Kategorie:Volkskundesammler Kategorie:Autor Kategorie:Kommunalpolitiker (Niedersachsen) Kategorie:Museumsleiter (Deutschland) Kategorie:Person (Wedemark) Kategorie:Person (Burgdorf, Region Hannover) Kategorie:Träger des Verdienstkreuzes des Niedersächsischen Verdienstordens (1. Klasse) Kategorie:Träger des Verdienstkreuzes des Niedersächsischen Verdienstordens (am Bande) Kategorie:Stifter Kategorie:Ehrenbürger in der Region Hannover Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1899 Kategorie:Gestorben 1982 Kategorie:Mann