mini|500px|Sarkophag in Ostia: Mit dem Schwert gegen die Kentauren Phaiokomes ist ein Kentaur der griechischen Mythologie. Er wird in der Kentauromachie auf der Hochzeit des Lapithen Peirithoos von Nestor getötet. Seine Geschichte wird ausschließlich im zwölften Buch der ovidschen Metamorphosen überliefert.

Name Er kommt vom griechischen Φαιοκόμης, Phaiokómēs, lateinisch und deutsch mit abweichender Betonung Phaeócomes, Phäókomes, da das „o“ der vorletzten Silbe kurz ist. Etymologisch zusammengesetzt aus φαιός, phaiós, dunkel, schwärzlich und κόμη, kómē, Haare, bedeutet er der Schwarzhaarige. Ein durchaus passender Kentaurenname, so wie Melanchaites oder Melaneus, „die offenbar dem poetischen Drange zu individualisieren entsprungen sind und nur den Zweck haben, gewisse individuelle Eigenschaften … einiger Kentauren anzudeuten.“Roscher: Die Kentaurennamen bei Ovidius’ Metamorphosen 12, 220–499. 1872, S. 427 ().

Mythos Ovid lässt Nestor vor Troja die Kentauromachie erzählen, war er doch selbst dabei. In der Heeresversammlung rühmt er sich seiner vergangenen Heldentaten, spricht Achill direkt an und ruft dessen Vater Peleus als Zeugen auf. Vers 434–4438 sind offensichtlich nicht von Ovid und später von einem Kopisten ergänzt worden (siehe Interpretation).

Text

Interpretation Phaiokomes wird nicht nur durch seine schwarzen Haare aus der Herde herausgehoben, sondern auch durch sein Outfit (430: sechs Felle von Löwen), durch seine gewaltige Kraft (432: Klotz, den kaum zwei Gespanne bewegten) und seinen Erfolg im Angriff (433: traf er … den Tectaphus malmend am Schädel). All das – viel Feind, viel Ehr! – dient dazu, den folgenden Triumph Nestors noch größer und heldenhafter aussehen zu lassen (siehe unten).

Die Verse 434–438 (vergleichende Betrachtung des Herausquillens der Gehirnmasse) fehlen in den HandschriftenMagnus Metamorphoseon Libri XV. 1914, S. 469 (). und werden nur als Randnotiz überliefert, so dass davon auszugehen ist, dass sie nicht von Ovid stammen: „Die detaillierte Schilderung der Vernichtung eines Menschen entspricht vielfach geübter ovidischer Praxis (Met. 12, 236f.). Die Tatsache, dass gerade sie eine spätere Nachdichtung angeregt hat, ist ein willkommenes Kriterium für den Eindruck, den sie auf die Folgezeit gemacht hat.“Bömer: P. Ovidius Naso, Metamorphosen, Kommentar, Buch XII–XIII.6. 1969, S. 145.

Am Ende seiner Phaiokomes-Erzählung bringt sich Nestor wieder ins Spiel – er spricht Achill direkt an und ruft dessen Vater Peleus als Zeugen auf – war es doch er (439: ego, ich Nestor!), der den Schwarhaarigen mit dem Schwert zur Strecke brachte und triumphierte.

Quellen Ovid: Metamorphosen 12, 429–441, Übersetzung Suchier auf Wikisource.

Literatur Franz Bömer: P. Ovidius Naso, Metamorphosen, Kommentar, Buch XII–XIII.6. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1969. Hugo Magnus: Metamorphoseon Libri XV. Weidmann, Berlin 1914, textkritische Edition (). Wilhelm Heinrich Roscher: Die Kentaurennamen bei Ovidius’ Metamorphosen 12, 220–499. In: Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik. Band 105, 1872, S. 421–428 ().

Siehe auch Tektaphos (Lapithe)

Anmerkungen

Kategorie:Kentaur