350px|Norah Jones Mit ihrem Debütalbum Come Away with Me und dem Lied Don’t Know Why aus dem Jahr 2002 gewinnt die US-amerikanische Soul- und Jazz-Sängerin, Pianistin und Songwriterin Norah Jones bei den 45. Grammy Awards am 13. Januar 2003 in insgesamt sieben Kategorien, darunter in den vier Hauptkategorien. Das Album ist mit weltweit mehr als 27 Millionen Verkäufen eines der weltweit meistverkauften Musikalben und das meistverkaufte Musikalbum des Jazz-Genres. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 2003.

Ereignisse Populäre Musik und Jazz 10. Januar: Nach Ermittlungen der International Federation of the Phonographic Industry und Londoner Kriminalbeamten werden bei Razzien in Großbritannien und den Niederlanden 500 Original-Studiobänder der Beatles sichergestellt, die während der Sessions zum Album Let It Be aufgenommen wurden. Fünf Personen werden festgenommen. Die Bänder wurden jahrelang für Bootleg-Veröffentlichungen verwendet. 13. Januar: The-Who-Gitarrist Pete Townshend wird wegen des Verdachts des Besitzes und der Herstellung anstößiger Bilder von Kindern sowie der Anstiftung zu deren Verbreitung festgenommen. Townshend behauptet in einer Erklärung, er habe keine derartigen Bilder heruntergeladen und auf Webseiten mit Kinderpornografie zugegriffen, weil er Material für seine Autobiografie recherchiert habe, die Passagen über seine von Missbrauch geprägte Kindheit enthalten werde. 3. Februar: Die Polizei reagiert auf einen Notruf eines Nachbarn von Phil Spector und entdeckt die Leiche der Schauspielerin Lana Clarkson mit einer Schusswunde in Spectors Haus in Alhambra (Kalifornien). Spector wird wegen Mordverdachts festgenommen. 3. Februar: Die Musikdoku Living with Michael Jackson, ein Karriererückblick von Martin Bashir auf das Leben und Wirken von Michael Jackson, feiert seine Premiere auf ITV in Großbritannien. Drei Tage später wird sie in den Vereinigten Staaten auf ABC ausgestrahlt. Insgesamt wird die Dokumentation von 53 Millionen Zuschauern in beiden Ländern gesehen. 20. Februar: Während eines Feuerwerks im Rahmen eines Auftritts der Rockband Great White bricht in dem Nachtclub The Station in West Warwick (Rhode Island) ein Feuer aus. Das Feuer breitet sich schnell über die Decke aus und füllt das Gebäude mit dichtem, schwarzem Rauch. 100 Menschen sterben, 160 weitere werden verletzt, während die Zuschauer in Panik zu den Ausgängen eilen. Viele Menschen werden lange vermisst, darunter auch der Gitarrist von Great White, Ty Longley, dessen Tod später bestätigt wird. 23. Februar: Norah Jones gewinnt bei den 45. Grammy Awards fünf Preise, darunter das Album des Jahres für Come Away with Me und den Song des Jahres für Don‘t Know Why. 24. Februar: Robert Trujillo ersetzt bei Metallica den 2001 ausgestiegenen Bassisten Jason Newsted. 8. März: Der 19-jährige Alexander Klaws wird Sieger der ersten Staffel von Deutschland sucht den Superstar. 10. März: Die Mitglieder der US-amerikanischen Country-Band Dixie Chicks entfachen bei einem Konzert in London einen Sturm der Entrüstung, als sich Sängerin Natalie Maines klar gegen den kommenden Irakkrieg und George W. Bush positioniert und dem Publikum verkündet: „Nur damit ihr es wisst: Wir schämen uns, dass der Präsident der Vereinigten Staaten aus Texas kommt.“ Die Gruppe wird daraufhin in den gesamten Vereinigten Staaten aus den Radio-Playlists gestrichen und erhält zudem Morddrohungen. 22. März: Das russische Pop-Duo t.A.T.u. tritt mit seiner Hit-Single All the Things She Said bei Wetten, dass..? in Luzern auf und sorgt mit einem innigen Kuss für einen Skandal. Das ZDF zeigt in den Sekunden des Kusses zwischen den Mitgliedern Julia Wolkowa und Lena Katina eine Kamerafahrt durch die Halle und blendet das Duo erst wieder ein, als es weitersingt. Moderator Thomas Gottschalk kommentiert die Situation scherzhaft: „Wenn die zwei sich zu küssen beginnen, denken Sie sich nichts dabei. Es könnten ja Schwestern sein.“ 1. April: Dutzende Fans verlassen während eines Pearl-Jam-Konzerts in Denver die Pepsi Arena, nachdem Leadsänger Eddie Vedder sich gegen den Irakkrieg positioniert und abfällige Bemerkungen über US-Präsident George W. Bush äußert. Andere Zuschauer buhen Vedder aus und schreien ihn an, er solle „die Klappe halten“. Vedder versucht, die Menge zu beruhigen, indem er hinzufügt: „Nur um das klarzustellen … wir unterstützen die Truppen.“ 4. April: Incubus-Bassist Alex Katunich gibt seinen Ausstieg aus der Band bekannt. 16. April: Luther Vandross erleidet in seinem Haus in New York City einen schweren Schlaganfall, woraufhin er für sieben Wochen im Koma liegt. 21. April: S Club geben ihr letztes Konzert in der Londoner Docklands Arena und geben dort ihre Trennung nach fünfjähriger Zusammenarbeit bekannt. Gruppenmitglied Rachel Stevens startet kurz darauf eine Solokarriere. 7. Mai: Pete Townshend wird von den Anklagen freigesprochen, die sich aus seiner Verhaftung im Januar wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie ergeben, er wird jedoch offiziell verwarnt und für fünf Jahre in das Register für Sexualstraftäter eingetragen. 17. Mai: Der Eurovision Song Contest 2003 findet in Riga, Lettland, statt. Sertab Erener aus der Türkei gewinnt mit dem Song Everyway That I Can. Der britische Beitrag Cry Baby von Jemini erhält keine Punkte, was das bis dato schlechteste Ergebnis für Großbritannien beim ESC bedeutet. Manche machen die Beteiligung Großbritanniens am Irakkrieg dafür verantwortlich, andere führen das Ergebnis auf eine schwache Performance zurück. 18. Mai: Der Musikfilm Interstella 5555 – The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem, eine Anime-Filmumsetzung des 2001 veröffentlichten zweiten Studioalbums Discovery von Daft Punk, feiert bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes seine Premiere. 24. Mai Paul McCartney gibt ein Konzert auf dem Roten Platz in Moskau und tritt damit erstmals in seiner Karriere in Russland auf. 5. Juni: Der Depeche-Mode-Frontmann Dave Gahan startet in Zürich seine Solo-Welttournee Paper Monsters Tour. 7. Juni: Beim Auftakt-Konzert ihrer Universe Tour im Rostocker Ostseestadion gibt Dieter Bohlen bekannt, dass Modern Talking sich im Anschluss an ihre Tournee zum zweiten Mal auflösen werden. 12. Juni: Nach der Trennung von seinem langjährigen Songwriting-Partner Guy Chambers im Vorjahr beginnt Robbie Williams seine musikalische Zusammenarbeit mit Stephen Duffy. Bis zum März 2004 werden bei diesen Sessions Demos gemeinsamer Stücke aufgenommen, die in Zukunft auf Williams’ Alben Greatest Hits (2004) und Intensive Care (2005) veröffentlicht werden, darunter A Place to Crash, Sin Sin Sin, Radio, Ghosts, The Trouble with Me, Tripping Underwater (später nur unter dem Titel Tripping veröffentlicht) und Misunderstood. 28. Juni: Der britische Sänger Robbie Williams startet in Edinburgh seine 2003 Tour. 7. Juli: Mit Die Reklamation erscheint das Debütalbum der Berliner Band Wir sind Helden. Es entwickelt sich zu einem der meistverkauften deutschsprachigen Alben der Jahre 2003 und 2004 und wird als Vorreiter einer von der schreibenden Musikpresse als Neue Neue Deutsche Welle bezeichneten Bewegung angesehen, die ab dem Jahr 2004 weitere junge deutsche Musikgruppen wie Silbermond und Juli hervorbringt. 11. Juli: Judas Priest geben die Rückkehr ihres 1991 ausgestiegenen Sängers Rob Halford bekannt. 20. Juli: Bei einem Autounfall in Oregon sterben drei der vier Mitglieder der Band The Exploding Hearts, wodurch die 2001 gegründete Gruppe nach nur einem Album ihr Ende findet. 30. Juli: Die Rolling Stones, AC/DC, Rush, The Guess Who und andere treten als Headliner bei einem Benefizkonzert in Toronto auf, um zu beweisen, dass die Stadt vor SARS sicher ist. Mit 450.000 Zuschauern ist es das größte Konzert in der kanadischen Geschichte. 1.–3. August: Mit drei ausverkauften Konzerten (gleichbedeutend mit insgesamt 375.000 Zuschauern) im Knebworth Park verzeichnet Robbie Williams einen dortigen neuen Besucherrekord. Beim zweiten Konzert kommt Williams’ ehemaliger Take-That-Kollege Mark Owen als Überraschungsgast auf die Bühne, um gemeinsam mit Williams den Take That-Hit Back for Good zu singen. 28. August: Madonnas Auftritt bei den MTV Video Music Awards 2003, bei dem sie gemeinsam mit Britney Spears und Christina Aguilera das Lied Hollywood singt und beide Sängerinnen während der Aufführung küsst, sorgt für einen weltweiten Skandal. 7. September: Pete Doherty erhält eine sechsmonatige Gefängnisstrafe, weil er Gegenstände aus der Wohnung seines Libertines-Bandkollegen Carl Barât gestohlen hat. Die Strafe wird reduziert und Doherty wird einen Monat später freigelassen. 15. September: Billy Corgan gibt die Auflösung von Zwan bekannt. 7. Oktober: Der britische Singer-Songwriter David Bowie startet in Frederiksberg seine A Reality Tour. 16. Oktober: Die wiedervereinigten Simon & Garfunkel beginnen ihre Reunion-Tour Old Friends, zwanzig Jahre nach ihrer letzten gemeinsamen Welttournee. 29. Oktober: Eine legale Version der 2002 aufgelösten Filesharing-Musiktauschbörse Napster wird als kostenpflichtiger Dienst neu gestartet und bietet Downloads für 99 Cent pro Stück oder 9,99 Dollar für unbegrenztes Hören an. 14. November: Die ehemaligen Pink-Floyd-Mitglieder David Gilmour, Richard Wright und Nick Mason kommen kurzzeitig wieder zusammen, um bei der Beerdigung ihres Managers Steve O’Rourke aufzutreten. 20. November: Michael Jackson wird wegen Kindesmissbrauchs verhaftet. Der Sänger war bereits 1993 mit ähnlichen Anklagen konfrontiert, die jedoch fallengelassen wurden, nachdem Jackson sich mit der Familie des Jungen Jordan Chandler außergerichtlich auf eine finanzielle Regelung geeinigt hatte. Angesichts der neuen Anschuldigungen beschließt der Fernsehsender CBS, die für den 26. November geplante Ausstrahlung einer einstündigen Sondersendung zur Promotion für Jacksons neues Greatest-Hits-Album Number Ones abzusetzen. 6. Dezember: George Clinton wird in Tallahassee verhaftet und des Drogenbesitzes angeklagt. 6. Dezember: Elvis Costello und Diana Krall heiraten in einer privaten Zeremonie auf dem Anwesen von Elton John. 8. Dezember: Bei einem schweren Unfall mit seinem Geländewagen bricht sich Ozzy Osbourne das Schlüsselbein, acht Rippen und einen Halswirbel, was eine Notoperation auf Osbournes Anwesen nach sich zieht. 12. Dezember: Mick Jagger wird im Buckingham Palace von Prinz Charles für seine Verdienste um die Musik zum Ritter geschlagen. 13. Dezember: Jack White, Sänger und Gitarrist der White Stripes, gerät im Detroiter Musikclub ‚Magic Stick‘ in eine körperliche Auseinandersetzung mit Jason Stollsteimer, dem Leadsänger der Von Bondies, in deren Folge Stollsteimer ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. White wird wegen schwerer Körperverletzung angeklagt, dieser erklärt sich jedoch für nicht schuldig und behauptet, er habe in Notwehr gehandelt.

Klassische Musik und Musiktheater 24. Februar: Perelà, uomo di fumo, eine Oper von Pascal Dusapin wird an der Opéra Bastille unter der Leitung von James Conlon uraufgeführt. 29. Mai: Uraufführung des Musicals Wicked – Die Hexen von Oz am Curran Theatre in San Francisco. 3. Juli: Das Oratorium Requiem für Metin Altıok von Fazil Say wird am Istanbul Music Festival uraufgeführt. 10. August: Die Uraufführung der Oper Ainadamar von Osvaldo Golijov (Musik) mit einem Libretto von David Henry Hwang findet beim Tanglewood Festival of Contemporary Music in Boston statt. 14. September: Die Oper Luther von Peter Aderhold wird am Theater Erfurt unter der musikalischen Leitung von Walter Gugerbauer uraufgeführt. 3. Oktober: Die Messe Mass of the Children von John Rutter wurde in der Carnegie Hall in New York uraufgeführt. 23. Oktober: In Los Angeles wird die nach Plänen des Architekten Frank Gehry erbaute Walt Disney Concert Hall eröffnet. Oktober: Das Musical Avenue Q wird am Vineyard Theatre in New York uraufgeführt und läuft nach mehrmaligem Wechsel der Spielstätten bis 2009 am Broadway.