Verwaltungsamt Loes 300px|Im Suco GuiçoVerwaltungssitz MatuFläche 137,18 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl 9.018 (2022)Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022. Sucos Einwohner (2022)Guiço 2.104Lissadila 3.640Vatuboro 3.274 Übersichtskarte 300px|Die Verwaltungsämter Maubara (lila) und Loes (orange).
Loes ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt () in der Gemeinde Liquiçá. Es wurde am 1. Januar 2024 vom Verwaltungsamt Maubara abgetrennt. Sitz der Verwaltung ist der Ort Matu im Suco Guiço.Lusa: Timor-Leste vai ter três novos postos administrativos a partir de 2024, 15. März 2023, abgerufen am 15. März 2023.Direcção-Geral de Estatística: .
Der Name des Verwaltungsamtes leitet sich vom Fluss Lóis an der Südgrenze ab.
Geographie mini|links|Lissadila
Zu Loes gehören die Sucos Guiço (Guico, Guisu, Cuico), Lissadila (Lisadilia) und Vatuboro (Vatoboro, Vatuboru, Fatuboro) gehören.Ministério da Administração Estatal, República Democrática de Timor-Leste: VISE MINISTRU ADMINISTRASAUN ESTATAL LANSA FATUK DA'HULUK BA KONSTRUSAUN POSTU ADMINISTRATIVU LOES MUNISÍPIU LIQUIÇA, 15. Juni 2023, abgerufen am 19. Juni 2023. Es gibt keine Verbindung zwischen Vatuboro im Westen an der Sawusee und den anderen beiden Sucos im ehemaligen Südosten von Maubara. 2015 hatten die drei Sucos eine Fläche von 137,18 km²
Einwohner Die große Mehrheit der Einwohner benutzen an als Muttersprache Tokodede. 2022 zählten die drei Sucos, die nun zu Loes gehören 9.018 Einwohner.
Geschichte
Als Teil vom Reich von Maubara war Loes ab dem 18. Jahrhundert in der Einflusssphäre der Niederlande, während die umliegenden Reiche Vasallen Portugals waren.Katharine Davidson: The Portuguese colonisation of Timor: the final stage, 1850-1912, S. 69, Sydney 1994. 1790 griff der Topasse-Herrscher Pedro da Hornay im Auftrag Portugals erfolglos Maubara an, womit er nur erreichte, dass Maubara sein Bündnis mit den Niederlanden erneuerte und die Flagge der Niederlande setzte.Geoffrey C. Gunn: , verfügbar vom Centro de Estudos sobre África, Ásia e América Latina, CEsA der TU-Lissabon (PDF-Datei; 805 kB). (PDF; 66,18 MB) 1796 bis 1799 befanden sich Maubara und Groß-Sonba’i im Krieg mit den Portugiesen. (PDF; 867 kB; französisch) Im Vertrag von Lissabon vereinbarten die Niederländer 1859 im Rahmen eines größeren Gebietsaustauschs Maubara an die Portugiesen abzutreten.Davidson 1994, S. 142–146.G. C. Gunn: History of Timor. S. 83–84.
1893 revoltierte Maubara, zusammen mit Atabae, gegen die Ausweitung der militärischen und administrativen Kontrolle Portugals. Neueren Forschungen nach soll der portugiesische Offizier Francisco Duarte Maubara zur Rebellion angestiftet haben, wofür er zunächst seine Position verlor.The case of Alferes Francisco Duarte “O Arbiru” (1862–1899) (PDF; 386 kB), abgerufen am 25. März 2013 Außerdem seien Beschwerden aus Maubara gegen einen lokalen portugiesischen Offizier wegen Korruption und Amtsmissbrauch vom Gouverneur ignoriert worden. Die Timoresen hätten sich dann an die Niederländer in Atapupu gewendet, doch wurde das Hilfsgesuch abgelehnt, so dass Maubara schließlich gegen die Portugiesen rebellierte.Davidson 1994, S. 72. Der Liurai griff zwei portugiesische Militärposten in Dato und Vatuboro an und versuchte die Niederländer wieder als Schutzmacht zu gewinnen. Infolge der Niederschlagung des Aufstands brach in Maubara die Cholera aus. Im November unterzeichnete der Liurai offiziell einen schriftlichen Vertrag mit Portugal über den Vasallenstatus Maubaras.
Ende 1979 gab es in Irlelo (Suco Guiço) eines der Transit Camps, in denen die indonesischen Besatzer osttimoresische Zivilisten internierten.„Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
mini|In der Aldeia Vaupu (Vatuboro), nahe der Sawusee
1999 versuchten pro-indonesische Milizen (Wanra) die Stimmung vor dem Unabhängigkeitsreferendum am 30. August mit Gewalt zu beeinflussen. Aus dem Dorf Cai-Cassa stammt eine der gefürchtetsten Wanra Osttimors, die Besi Merah Putih (BMP), die vor allem in diesem Subdistrikt zwangsrekrutierte und hier auch ihr Hauptquartier hatte. Bereits ab Januar 1999 war die BMP aktiv. Sie beging vor dem Referendum und nach der Bekanntgabe der Entscheidung für die Unabhängigkeit Hunderte von Verbrechen. Viele Menschen flohen aus Angst vor Gewalt und den Zwangsrekrutierungen. Am 15. und 23. Februar wurde Guiço von der BMP überfallen. José Afat, der Camat (Administrator) von Maubara schoss bei einer Dorfversammlung in Guiço am 23. Februar selbst in die Menschenmenge. Dabei gab es Tote und Verletzte.Hamish McDonald et al.: Masters of Terror: Indonesia's military & violence in East Timor in 1999, Strategic and Defence Studies Centre, Australian National University, Canberra 2002, ISBN 07315 54191. Flüchtlinge berichteten, dass in dem Suco alle 400 Familien ihre Häuser und die Ernte verloren hätten. Bis zu 2500 Einwohner Guiços flohen nach Sare (Gemeinde Ermera), wo auch Flüchtlinge aus anderen Sucos eintrafen. Sie blieben dort bis zum Eintreffen der INTERFET im September 1999.
In Vatuboro operierte die die pro-indonesische Miliz Pana. Diese von Graciano Filipe angeführte Gruppe unterhielt Verbindungen zu einer früheren Miliz namens Gadapaksi, die 1995 von Prabowo gegründet worden war. Pana verübte zahlreiche Angriffe auf Dörfer, unterstützt von indonesischen Territorialstreitkräften, und trug zur Flüchtlingskrise in Liquiçá bei.
Das damals zum Suco Leotala gehörende Faulara (heute im Suco Lissadila) war ein indonesisches Umsiedlungslager für Timoresen, das seit 1996 bestand und ursprünglich 1.600 Einwohner hatte. Ab Januar 1999 versammelten sich Menschen, die vor der Gewalt der Milizen flohen auch in Faulara, so dass die Zahl der Einwohner auf 5.100 anstieg. Die Flüchtlinge wurden teilweise in Außenstellen, wie dem acht Kilometer entfernten Banitur (Suco Leotala) untergebracht. Am 16. Juli griff die BMP das Lager in Faulara an.
Politik Der Administrator des Verwaltungsamtes wird durch die nationale Zentralregierung in Dili bestimmt. Erst am 17. April 2024 wurde Francisco Xavier dos Santos zum ersten Administrator von Loes ernannt.Jornal da República: DESPACHO N.º 37/M-MAE/IV/2024 – Nomeação do Administrador do Posto Administrativo de Loes da Autoridade Municipal de Liquiçá, 17. April 2024, abgerufen am 17. Juli 2024.
Der erste Stein des Sitzes des Verwaltungsamtes Loes wurde am 14. Juni 2023 in Matu im Suco Guiço gelegt.Ministério da Administração Estatal, República Democrática de Timor-Leste: VISE MINISTRU ADMINISTRASAUN ESTATAL LANSA FATUK DA'HULUK BA KONSTRUSAUN POSTU ADMINISTRATIVU LOES MUNISÍPIU LIQUIÇA, 15. Juni 2023, abgerufen am 19. Juni 2023.
Persönlichkeiten José Lino dos Reis (1947–2021), Unabhängigkeitskämpfer
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsamt in Liquiçá (Gemeinde)