Gustav Ritter von Wex (* 10. Oktober 1811 in Neumarkt; † 26. September 1892 in Ischl; bis 1876 Gustav Wex) war ein österreichischer Wasserbauingenieur. Er befasste sich als Baubeamter mit der Donauregulierung.
Leben Gustav Wex wurde in Galizien geboren. Seine Eltern waren Anne Kurner und Wilhelm Wex. Er machte eine dreijährige Ingenieursausbildung am k.k. Polytechnischen Institut in Wien, die er 1831 abschloss. Danach trat er in den Staatsdienst. Er arbeitete zunächst ab 1832 als Baupraktikant bei der Zivilbaudirektion in Lemberg. Im darauffolgenden Jahr wurde er dem Kreisamt in Kolomea zugewiesen. Dort wurde er 1847 Baudirektionsingenieur. Wex wechselte 1850 als Ingenieur I. Klasse zur Generalbaudirektion in Wien. Er erstellte 1854 ein Gutachten, in dem er die Anlage eines offenen Schifffahrtskanals im Eisernen Tor empfahl. Ab 1856 war er als Inspektor im Handelsministerium tätig.
Wex wirkte ab 1866 als Baurat, dann als Oberbaurat bei der niederösterreichischen Statthalterei in Wien. Im selben Jahr trat er dem Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein bei, für den er 1873 auch als Verwaltungsrat fungierte. Ebenfalls noch 1866 wurde er als Experte bei der Planung der I. Wiener Hochquellenleitung beigezogen. Wex war Chef des technischen Departements der niederösterreichischen Statthalterei, als 1868 das Projekt der Wiener Donauregulierung genehmigt wurde. Er war für die Durchführung der Vorarbeiten verantwortlich und hatte in weiterer Folge die Oberbauleitung inne. Mit Wilhelm von Engerth übernahm er zudem die Detailplanung für das Sperrschiff am Donaukanal.† Hofrath Gustav Ritter v. Wex. In: Zeitschrift des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, Nr. 41, 1892, S. 525 (online bei ANNO). Für seine Leistungen bei der Wiener Donauregulierung wurde Wex mehrfach geehrt.
Seine Tochter Sophie Wex heiratete 1877 den polnischen Ingenieur und Erfinder Romuald Iszkowski. Hofrat Gustav Ritter von Wex ging 1880 in den Ruhestand, trat jedoch weiterhin als international anerkannter Wasserbauexperte in Erscheinung. An der Technischen Hochschule Wien war er viele Jahre Mitglied der II. Staatsprüfungskommission für das Ingenieurbaufach. Er veröffentlichte zahlreiche theoretische Arbeiten über Wasserbau. Als sein wissenschaftliches Hauptwerk gilt eine 1888 erschienene Schrift über Hydrodynamik.
mini|hochkant|Grab von Gustav von Wex (mit falschem Geburtsjahr) Gustav Ritter von Wex starb 1892 im Alter von 80 Jahren. Er wurde am Weidlinger Friedhof bestattet: zuerst in Abteilung A, Nr. 56, später exhumiert und neu begraben in Abteilung B, Nr. 1536.
Schriften (Mit Friedrich Wilhelm Hartmann.)
Ehrungen mini|Straßenschild Wexstraße in Wien (mit falschem Sterbejahr)
Ritterkreuz des Leopold-Ordens (1875) Adelserhebung in den Ritterstand (1876) Offizierskreuz des Ordens der Heiligen Mauritius und Lazarus (1876) Großoffizierskreuz des Ordens der Krone von Italien (1881) Annenorden (spätestens 1888) Straßenbenennung der Wexstraße in Wien-Brigittenau (1896)
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Wasserbauingenieur Kategorie:Oberbaurat Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Hofrat Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Italien (Großkomtur) Kategorie:Träger des Ordens der hl. Mauritius und Lazarus (Offizier) Kategorie:Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Nobilitierter (Österreich) Kategorie:Ritter (Neuzeit) Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1892 Kategorie:Mann Kategorie:Beamter (Wien)