Antonio Giordano, oder Antonio da Venafro (* 1459 in Venafro; † 1530 in Neapel), war ein italienischer Jurist, Berater des Fürsten von Siena Pandolfo Petrucci und Professor für Recht an verschiedenen italienischen Universitäten.

Leben Der Sohn einer einfachen Familie zog nach Siena und besuchte die dortige Universität, wo er sein Studium der Rechtswissenschaften abschloss. Er erwarb sich schnell den Ruf eines Rechtsexperten und wurde gebeten, an der Universität „Recht zu lesen“, so dass er faktisch zum Professor für Recht wurde.

Neben seinen juristischen Studien begeisterte er sich für Literatur, Geschichte und Poesie. Ab 1482 befand er sich in Siena und begann eine Karriere als Dozent für Zivilrecht. Im November 1493 wurde Antonio zum Richter der Appellagioni gewählt. Als solcher wurde er als Vergeltungsmaßnahme von den Männern der Vorhut Karls VIII. verhaftet und gezwungen, ihnen auf ihrem Marsch nach Rom zu folgen. Erst einige Tage später wurde er auf direkten Befehl des Königs freigelassen.

Nachdem er im Jahr 1497 die sienesische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, schloss er sich Pandolfo Petrucci, Fürst von Siena, an und wurde sein politischer Berater und zum wichtigsten Mitarbeiter des Fürsten. In dieser Funktion nahm er als Botschafter an verschiedenen heiklen diplomatischen Missionen und Gipfeltreffen mit verschiedenen Staatsoberhäuptern und Päpsten teil und hatte großen Einfluss auf die politischen Entscheidungen des Fürsten von Siena.

Nach dem Tod von Pandolfo Petrucci wurde sein Sohn Borghese sein Nachfolger. Als Borghese Petrucci 1516 vertrieben wurde, kehrte Antonio Giordano nach Venafro zurück und blieb dort bis 1519 im Dienst des Lehnsherrn der Stadt, des Grafen Enrico Pandone. Giordano war Gouverneur und Vikar von Venafro.

Er kehrte nach Neapel zurück und wurde zum Mitglied des „Consiglio Collaterale“ ernannt. König Ferdinand der Katholische ernannte ihn zum „Consigliere Palatino“ und königlichen Rat. In Neapel widmete er sich neben seiner politischen Tätigkeit von 1519 bis 1526 seiner Lehrtätigkeit als Rechtsgelehrter an der Universität in Zivilrecht. Er starb im Alter von 71 Jahren in Neapel und wurde in der Marienkapelle der Kirche Santi Severino e Sossio beigesetzt.

Zitat bei Machiavelli Antonio Giordano wird von Niccolò Machiavelli in Kapitel XXII des Fürsten als Beispiel für politische Tugend und Regierungsfähigkeit zitiert.

Er wird von Machiavelli in der Descrizione del modo tenuto dal Duca Valentino nello ammazzare Vitellozzo Vitelli, Oliverotto da Fermo, il Signor Pagolo e il duca di Gravina Orsini, unter den auf der Burg von Magione versammelten Personen als Abgesandter von Pandolfo Petrucci erwähnt. Bei dieser Versammlung wurde die sogenannten Magione-Verschwörung gegen Herzog Valentino organisiert.

Literatur

Weblinks

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