mini|Männliche Blüten mini|Weibliche Blüte mini|Junge Fruchtstände Das Breitblättrige Pfeilkraut (Sagittaria latifolia), auch Wapato, Wappatoo, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Pfeilkräuter in der Familie der Froschlöffelgewächse.

Beschreibung Das krautige, ausdauernde Breitblättrige Pfeilkraut erreicht eine Wuchshöhe von bis über 150 cm.Herbert L. Mason: A Flora of the Marshed of California. Die Pflanzen sind meist kahl bis manchmal behaart.Robert K. Godfrey, Jean W. Wooten: Aquatic and Wetland Plants of Southeastern United States. Die meist pfeilförmigen (sagittaten) bis manchmal spießförmigen, spitzen bis stumpfen Blattspreiten mit variablen Basallappen sind in der Breite sehr variabel. Die gestielten und ganzrandigen Laubblätter haben eine intensiv leuchtgrüne Farbe. Die Blätter werden bis zu 40 cm lang und bis zu 25 cm breit. Die Blattstiele werden bis über 50 cm lang. Schwimmblätter werden meist nicht ausgebildet.

Sagittaria latifolia ist einhäusig monözisch oder zweihäusig diözisch. Ihre weißen und dreizähligen Blüten stehen wirtelig meist in Trauben oder selten in Rispen. Sie blüht von Juni bis August. Die meist gestielten, eingeschlechtlichen Blüten mit doppelter Blütenhülle sind bis 4 cm groß. Die weiblichen Blüten sind meist ohne Staminodien.

Es werden kleine, etwa 2 cm große, kompakte, leicht abgeflacht rundliche Sammelfrüchte mit vielen kleinen, geschnäbelten und geflügelte Nüsschen (Achänen) mit abgeknicktem, spitzem Schnabel und korkigen Flügeln gebildet.

Das Breitblättrige Pfeilkraut ist ein Flachwurzler, weshalb sich seine Wurzeln in den oberen Bodenschichten befinden.

Taxonomie Die Erstbeschreibung von Sagittaria latifolia erfolgte 1805 durch Carl Ludwig Willdenow in Species Plantarum, Editio Quarta, 4. Auflage Band 4, Teil 1 auf Seite 409. Es sind viele Synonyme bekannt, es werden keine Varietäten mehr geführt.

Vorkommen und Lebensraum Das Breitblättrige Pfeilkraut ist ursprünglich vom südlichen und östlichen sowie im zentralen und westlichen Nordamerika, im südlichen bis mittleren Kanada bis nach Mexiko, Mittelamerika und ins nördliche Südamerika sowie in Bolivien und auf Kuba verbreitet. Es siedelt sich in Sümpfen und im flachen Wasser und an den Ufern stehender und langsam fließender Gewässer an.Sagittaria latifolia bei KEW.

Kultur und Verbreitung als Neophyt Das Breitblättrige Pfeilkraut (Sagittaria latifolia) wird als Aquarienpflanze und als Zierpflanze für Gartenteiche kultiviert. Die Pflanze ist bereits seit 1886 als in Frankreich eingebürgert bekannt. Seit 1951 gibt es Vorkommen in Deutschland, häufig wird die Art allerdings nicht vom heimischen Gewöhnlichen Pfeilkraut unterschieden. In Mitteleuropa kommt die Art oft eingeschleppt und regional eingebürgert vor. Sie hat Vorkommen in den Niederlanden, in der Schweiz und in Deutschland in Bayern, Baden-Württemberg (besonders am Hochrhein und Oberrhein), in Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 5w+ (überschwemmt aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch).

Verwendung Die Wurzelknollen sind essbar, wie jene des Gewöhnlichen Pfeilkrauts.Sagittaria latifolia bei Useful Temperate Plants.Nancy Jean Turner, Patrick von Aderkas: Sustained by First Nations: European newcomers' use of Indigenous plant foods in temperate North America. In: Acta Societatis Botanicorum Poloniae. 81(4), 2012, S. 295–315, doi:10.5586/asbp.2012.038, online auf researchgate.net.Arrowhead bei Our Tiny Homestead, abgerufen am 30. Juli 2024 (Zubereitung Knollen). Die kartoffelähnlichen, kleinen und eiförmigen Knollen werden bis etwa 5 cm groß.Thomas S. Elias, Peter A. Dykeman: Edible Wild Plants. Sterling Pub., 1990, ISBN 0-8069-7488-5, S. 214.Harriet Kuhnlein, Nancy Turner: Traditional Plant Foods of Canadian Indigenous Peoples. Routledge, 2020, ISBN 978-0-367-51630-7 (Reprint), S. 70 f. Sie wurden schon von den Indianern genutzt.Garry David Gitzen: Francis Drake in Nehalem Bay 1579. Revised Edition, Lulu Press, 2011, ISBN 978-1-105-22704-2, S. 74–77. Später wurden sie von den frühen chinesischen Arbeitern in den USA angebaut und genutzt.Darcy Williamson: The Rocky Mountain Wild Foods Cookbook. Caxton, 1995, ISBN 0-87004-367-6, Chapter 1.

Literatur Herbert L. Mason: A Flora of the Marshed of California. University of California Press, 1957, ISBN 0-520-01433-2, S. 117 ff, Fig. 51, 52, . Sagittaria latifolia in der Flora of North America, Vol. 22. Robert K. Godfrey, Jean W. Wooten: Aquatic and Wetland Plants of Southeastern United States. University of Georgia Press, 1979, ISBN 978-0-8203-0420-5, S. 50, Fig. 25, .

Weblinks

Sagittaria latifolia bei Missouri Plants. Breitblättriges Pfeilkraut bei Natura DB. Sagittaria latifolia auf neophyten-schweiz.ch. Common arrowhead bei Forestry Images (Bilder).

Einzelnachweise Ann Fowler Rhoads, Timothy A. Block: Aquatic Plants of Pennsylvania. University of Pennsylvania Press, 2011, ISBN 978-0-8122-4306-2, S. 31, 36 ff. Kenneth D. Heil, Steve L. O’Kane, Jr., Linda Mary Reeves, Arnold Clifford: Flora of the Four Corners Region: Vascular Plants of the San Juan River Drainage, Arizona, Colorado, New Mexico, and Utah. Missouri Botanical Garden, Volume 124, 2013, ISBN 978-1-930723-84-9, S. 102, online auf biodiversitylibrary.org. online bei Biblioteca Digital Real Jardín Botánico. Norbert Griebl: Neophyten. Franckh-Kosmos Verlag, 2020, ISBN 978-3-440-16874-5, S. 31. Flora of North America, Vol. 22. Sagittaria latifolia auf neophyten-schweiz.ch. Gerald Parolly: Alismataceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 160.

Kategorie:Froschlöffelgewächse