mini|hochkant|Rupert Spira Rupert Andrew Harcourt Spira (Gesprochen ) (* 13. März 1960 in London, UK) ist ein englischer bildender Künstler und spiritueller Lehrer. Als Töpfer und Studiotöpfer gilt als einer der besten lebenden Keramiker. Internationale Bekanntheit erlangte er aber ebenso als Lehrer des „Nichtdualismus“, worunter spirituelle Weiterentwicklung durch Gespräche und Schreiben verstanden wird.

Leben und Wirken mini|Waithman Street (London): Zwei von dreiundzwanzig von Spira gefliesten Paneelen auf der Rückseite von 100 New Bridge Street (1992).Ian Mansfield: London’s Public Art: Rupert Spira’s stoneware panels. 4. April 2024, London Art News, auf ianvisits.co.uk Rupert Spira ist der Sohn der Künstlerin Meriel Karen Gold (1935–2023)Rupert Spira:Mother: A Radiance of Light, Love and Life. 30 April 2024, auf rupertspira.com und Peter Spira.Palace Hotel, Wengen, November, 1957 D.H.O. („The Downhill Only Ski Club“) S. 46 („page forty six“) „Club notes“ Der jüdische Name Spira () kommt von der lateinischen Bezeichnung für Speyer (SchUM-Städte). Er besuchte das Ampleforth College und das Wadham College danach das Courtauld Institute in London. Spira lebt mit seiner zweiten Frau und seinem Sohn aus erster Ehe in Oxford.

Bildender Künstler Spira nahm 1977 an der Kunsthochschule West Surrey College of Art and Design ein Studium bei Henry Hammond auf, worauf sich von 1980 bis 1982 eine Ausbildung bei dem damals 80-jährigen Michael Cardew in der „Wenford Bridge Pottery“ anschloss. Er beendete sein Studium an der Kunsthochschule 1983 mit einem B.A.

1984 eröffnete Spira sein eigenes Studio in „Lower Froyle“ in Hampshire.Rupert Spira. Born: 1960, UK, England, London. School of Art, Aberystwyth University, auf museum.aber.ac.uk Seine frühen Arbeiten auf der Töpferscheibe spiegeln den Einfluss des traditionellen utilitaristischen Stils von Bernard Leach wider. Es handelte sich dabei überwiegend um Teekannen, Vasen, Gefäße, Teller und anderes Kochgeschirr.Rupert Spira / B. 1960, Installation of Farnham, January - March, 2022. Ceramics by Magdalene Odundo and Siddig el Nigoumi. Oxford Ceramics Gallery, auf oxfordceramics.com

1996 zog er auf die „Church Farm“ in Shropshire, um dort ein Töpfereiatelier zu gründen, das in einem Porträt in The Guardian als „Töpferparadies“ beschrieben wurde. Hier änderte sich sein bisher funktionaler Stil und wurde minimalistischer, feiner und komplexer, mit Größen von Miniatur bis Großformat. Während er weiterhin funktionale Töpferwaren herstellte und verkaufte, wurde er für seine Studiokeramik bekannt. Er ist mit seinen Arbeiten heute in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Einige Keramikarbeiten enthalten Gedichte (), sowohl selbst geschriebene als auch von der britischen Dichterin Kathleen Raine. Die Gedichte sind entweder im Sgraffito-Stil in die Glasur geritzt oder als geprägte Buchstaben in einem quadratischen Block oder in einer einzelnen Linie über die Oberfläche des Gefäßes geschrieben. Die Größe dieser Werke variiert von kleinen Gebetsschalen mit nur wenigen Zentimetern Durchmesser bis hin zu offenen Schalen mit einem Durchmesser über 50 cm.

Spira ist auch für seine Keramik-Zylinder bekannt, die oft als Teil einer Serie hergestellt wurden und die zwar einzeln stehen, aber als Gruppe ausgestellt werden sollen. Auch diese variierten in der Größe von einigen Zentimetern bis zu über einem Meter. Er arbeitete mit einer begrenzten Farbpalette, hauptsächlich einfachen monochromen Weiß-, Creme- und Schwarztönen, aber gelegentlich fertigte er auch tiefe, rotglasierte Schalen und leuchtend gelbe Teeservices.Nina Karaicic: Rupert Spira. United Kingdom 1960. Widewalls, May 31, 2016, auf widewalls.ch Rupert Spira / A Life in Ceramics. 2015, Oxford Ceramics LTD, auf oxfordceramics.com 2004 wurde sein Werk in „Bowl“ dokumentiert und publiziert, das vom Sainsbury Centre for Visual Arts herausgegeben wurde und ein Vorwort von David AttenboroughForeword by Sir David Attenborough, 'Rupert Spira - Bowls', Sainsbury Centre for Visual Arts, Norwich, United Kingdom 2004; S. 96 und 97 sowie eine Sammlung von Essays enthielt, unter anderem einen von dem führenden englischen Töpfer und Schriftsteller Edmund de Waal. Zwei wichtige Schüler sind James Waters und Tilla Walters.Ceramic Collection & Archive, Aberystwyth University, auf ceramics-aberystwyth.com Ein weiterer Schüler war Jacob van der Beugel im Jahr 2002.Pathways of Patients. 9 December 2016-23 April 2017, auf centreofceramicart.org.uk

2015 wurden in einer großen Retrospektive in der „Oxford Ceramics Gallery – Rupert Spira: A Life in Ceramics“ Stücke aus jeder Phase von Spiras Karriere zusammengetragen. Die Oxford Ceramics Gallery bezeichnete Spira als „(…) einer der besten Keramiker seiner Generation, bekannt für sein elegantes Tafelgeschirr, seine wellenförmigen offenen Schalen, seine eloquenten Gruppierungen schlanker Zylindergefäße und seine einzigartigen Gedichtschalen“.

Spiritueller Lehrer Spira beschäftigte sich ab seinem fünfzehnten Lebensjahr mit dem Werk des persischen Dichters Rumi. Mit siebzehn Jahren begann er am Colet House in London bei Francis Roles zu studieren.Thomas M. Sullivan: „As Above, So Below“: Contemporary British Cosmologies of Spirituality and the New Age. Dissertationsschrift, University of Manchester, Manchester 2023, auf S. 30 Spira beschäftigte sich weiterhin mit dem Sufismus, dem Mevlevi sowie den Lehren von Sri Nisargadatta Maharaj und Ramana Maharshi. Ende der 1970er Jahre besuchte er die letzten Lehreinheiten Jiddu Krishnamurtis im Brockwood Park. 1997 traf Spira Francis Lucille, der ihn in die Lehren von Atmananda Krishna Menon und die tantrische Tradition des Kaschmir-Shivaismus einführte. Diese Lehren seien die Grundlage für Spiras nicht-dualen Ansatz des „Direkten Pfades“ zum „spirituellen Erwachen“.Transcript of Rupert Spira Interview, BATGAP Interview # 95 – November 8, 2011, auf batgap.com Interviewer Rick ArcherThomas M. Sullivan: „As Above, So Below“: Contemporary British Cosmologies of Spirituality and the New Age. Dissertationsschrift, University of Manchester, Manchester 2023, auf S. 234

Nachdem er über dreißig Jahre als Töpfer tätig gewesen war, schloss Spira 2013 sein Atelier, um sich auf Vorträge und Schriften zum Thema „Nichtdualismus“ (in der indischen Philosophie: Advaita Vedanta) zu konzentrieren.

In seinen Schriften zur „Nichtdualität“ fasste Spira seine Behauptungen folgendermaßen zusammen: „Nichtdualität ist die Erkenntnis, dass der Vielfalt und Verschiedenheit der Erfahrung eine einzige, unendliche und unteilbare Realität zugrunde liegt, deren Natur reines Bewusstsein ist, aus dem alle Objekte und Selbste ihre scheinbar unabhängige Existenz ableiten.“ „Glück“ oder „Erleuchtung“ könne nach Spiras Auffassung dann gefunden werden, wenn man sich mit der „wesentlichen Natur unseres Seins“ – dem „reinen Bewusstsein“vergleiche hierzu auch die philosophische Richtung zum radikalen Konstruktivismus – identifizieren könne, die jenseits von Gefühlen und Gedanken läge. Für Spira sei „die größte Entdeckung im Leben, dass unsere wesentliche Natur nicht die Grenzen oder das Schicksal von Körper und Geist teilt.“Ekua Hagan: Rupert Spira: The Direct Path to Freedom. The renowned teacher's no-nonsense approach to spiritual awakening. Psychology Today, November 10, 2020, auf psychologytoday.com

Mediale Rezeption Spiras Arbeit wurde in englischsprachigen Medien, wie auf BBC Radio 4, in The Guardian und in Psychology Today, vorgestellt. 2020 verfasste der deutschsprachige Journalist Klaus Ungerer einen Verriss von „Spiras Weg“.

Ausstellungen (Auswahl) Spiras Töpfer-Arbeiten befinden sich in diversen privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter im V&A, im Fitzwilliam-Museum, im Sainsbury Centre for Visual Arts und im Nationalmuseum für moderne Kunst in Tokio. Spiras Werke wurden zwischen 1997 und 2008 in mehreren Ausstellungen des British Council gezeigt, so etwa in den Ausstellungen EVERYTHING BUT…, EVERYTHING BUT… CONTEMPORARY BRITISH KITCHENWARE, FIRING IMAGINATION CERAMICA BRITANICA sowie DISH OF THE DAY. Weiterhin wurden 2004 Werke Spiras in einer Einzelausstellung im Sainsbury Centre for Visual Arts in Norwich gezeigt.

Veröffentlichungen The Transparency of Things: Contemplating the Nature of Experience. Non-Duality PressNon-Duality Press in New Harbinger Publications, Inc. 5720 Shattuck Avenue, Oakland, CA, auf newharbinger.com , 2008 Presence, Volume I: The Art of Peace and Happiness. Non-Duality Press, 2011 Presence, Volume II: The Intimacy of All Experience. Non-Duality Press, 2011 The Ashes of Love: Sayings on the Essence of Non-Duality. Non-Duality Press, 2013 The Light of Pure Knowing: Thirty Meditations on the Essence of Non-Duality. Sahaja Publications, 2014 Transparent Body, Luminous World: The Tantric Yoga of Sensation and Perception. Sahaja Publications, 2016 The Nature of Consciousness. Sahaja Publications, 2017 Being Aware of Being Aware – The Essence of Meditation Series. Volume I, Sahaja Publications, 2017 A Meditation on I Am. Sahaja Publications, 2021 The Essential Self. Sahaja Publications, 2021 Being Myself – The Essence of Meditation Series. Volume II, Sahaja Publications, 2021 You Are the Happiness You Seek: Uncovering the Awareness of Being. Sahaja Publications, 2022 I Am Always I. Sahaja Publications, 2023 The Heart of Prayer – The Essence of Meditation Series. Volume III, Sahaja Publications, 2023

deutsche Ausgaben Bewusstsein ist alles: Über die Natur unserer Erfahrung. VAK, Kirchzarten 2011, ISBN 978-3-86731-087-1 Bewusstsein: Bewusst sein: Die Essenz der Meditation. Daniel-Peter-Verlag, Kirchröttenbach 2019, ISBN 978-3-9819954-7-3 Das Sein des Seins: Essays über die Einheit von Geist und Materie. Daniel-Peter-Verlag, Kirchröttenbach 2018, ISBN 978-3-9815255-8-8

Literatur Thomas M. Sullivan: „As Above, So Below“: Contemporary British Cosmologies of Spirituality and the New Age. Dissertationsschrift, University of Manchester, Manchester 2023, auf S. 223–230 Andy Christian: Profile: Finding The Words. Ceramic Review Issue 273, MAY / JUNE 2015, Tasmin Blanchard: My ode china. 29. Juni 2002, The Observer, , auf theguardian.com Sarah Mayhew Craddock: Rupert Spira is Oxford's ceramic genius. Oxford Mail, 14th May 2015 Edward Lucie-Smith: Rupert Spira and the English Ceramic Tradition. 10. April 2023, Paul McAllister: James and Tilla Waters: Enigmatic Tableware. February 2015, Ceramics Monthly Ekua Hagan: Rupert Spira: The Direct Path to Freedom. The renowned teacher's no-nonsense approach to spiritual awakening. November 10, 2020, Psychology Today,

Kritische Positionen Klaus Ungerer: Dusch mein Gehirn, weiser Mann. Humanistischer Pressedienst, Kolumne: Sitte & Anstand, 31. Juli 2020, auf hpd.de

Weblinks

Offizielle Website Rupert Spira: The direct path. Rupert Spira & Mooji Baba share their wisdom for enlightenment. 27. Mai 2021, auf YouTube Rupert Spira: A Life in Ceramics / Oxford Ceramics Gallery, 15. Mai 2015, auf ceramicsnow.org Rupert Spira British | 1960, Mutual Art, auf mutualart.com Caroline Seymour: A Man in his Elements. 31. Mai 2021, auf rupertspira.com Diskussion und Video mit Rupert Spira und Donald Hoffman: The Convergence of Science and Spirituality. 26. September 2023, auf scienceandnonduality.com

Einzelnachweise

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