Per Anders Nilsson (* 1954) ist ein schwedischer Jazzmusiker (Saxophone, Synthesizer, Komposition). Er ist auf dem Gebiet der elektroakustischen Improvisationsmusik tätig und wirkte auch als Hochschullehrer.

Leben und Wirken Nilsson absolvierte eine Musikausbildung an der damaligen Hochschule für Musik (HSM) Göteborg. Nach Diplom 1987 und Master-Abschluss 2001 legte er 2011 im Fach Musikperformance an der Högskolan för scen och musik, einer Abteilung der zur Universität Göteborg gehörenden Artistenfakultät, die Dissertation A Field of Possibilities vor, in der es um das Entwerfen und Spielen digitaler Musikinstrumente, die Erforschung von Improvisationssystemen sowie Spieldesign für Musik geht. Seitdem arbeitete Nilsson im Forschungsprojekt Systemische Improvisation. Nilsson erforschte verschiedene Aspekte des Musikmachens, insbesondere dort, wo Improvisation ein wichtiges Element ist. Weitere Gebiete sind die Erforschung der Mehrdeutigkeit in der Musik und die Entwicklung spielerischer Strategien zur musikalischen Interaktion.

Von 1994 bis 2006 war Nilsson Direktor des Lindbladstudion, eines Lehr- und Forschungsstudios der HSM. Er verantwortete die Vermittlung von elektroakustischer Musik und Studiotechnik innerhalb der Kompositionsausbildung der Schule. Von 2014 bis 2018 war er Vizepräfekt für Forschung an der Högskolan för scen och musik und ab 2019 künstlerischer Leiter des Lindbladstudion. Nilsson war als Gastwissenschaftler an führenden Universitäten in den USA wie der Stanford University und der University of California, Berkeley, aktiv.

Daneben war Nilsson viele Jahre auch als Autor für die Fachzeitschriften Musikermagasinet und Monitor tätig. Er wurde 1999 von der Groupe de recherches musicales in Paris mit dem elektroakustischen Stück La gamme voiture XM beauftragt und nahm an mehreren Konferenzen der International Computer Music Conference und an der International Conference on New Interfaces for Musical Expression (NIME) teil. Parallel zu seiner Arbeit als Techniker und Hochschullehrer spielte er in den 1970er und 1980er Jahren mit Improvisationsgruppen wie Olle Bäver und Volapyk, außerdem regelmäßig im Improvisationsquartett Natural Artefacts (mit Anton Jonsson, Merje Kägu, Susanna Lindeborg) und mit Beam Stone (mit Sten Sandell, Raymond Strid) sowie im Duo pantoMorf mit Palle Dahlstedt.

Nilsson hat im Laufe seiner Karriere auch mit Musikern wie Willem Breuker, Anthony Braxton, Karin Krog, John Surman, Evan Parker, Mats Gustafsson und John Tilbury gespielt. Unter eigenem Namen veröffentlichte Nilsson mehrere Alben, darunter Random Rhapsody (1993), mehrere Alben mit Natural Artefacts (2001–2019) und im Duo mit dem Pianisten Sten Sandell Strings and Objects. Im Bereich des Jazz war er laut Tom Lord zwischen 1977 und 2008 an zehn Aufnahmesessions beteiligt.Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 5. Juli 2024)

Diskographische Hinweise Per Anders Nilsson, Peter Janson, Peeter Uuskyla: Volapyk (Dragon, 1984) Per Anders Nilsson: Random Rhapsody (LJ, 1992), mit Anders Jormin, Peeter Uuskyla, Karin Krog Per Anders Nilsson / Susanna Lindeborg / Ove Johansson: Natural Artefacts (LJ, 2001) Per Anders Nilsson/Sten Sandell: Strings and Objects (LJ, 2004) Beam Stone (psi, 2008) mit Sten Sandell, Raymond Strid Per Anders Nilsson / Tellef Øgrim / Anders Berg: Rune (2022) Per Anders Nilsson / Anders Berg: Scandivanian (2024)

Weblinks Porträt an the Universität Göteborg Kurzporträt auf academia.edu

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Einzelnachweise

Kategorie:Jazz-Saxophonist Kategorie:Synthesizerspieler Kategorie:Improvisationsmusiker Kategorie:Komponist (elektronische Musik) Kategorie:Komponist (Jazz) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Göteborg) Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Mann