Die Folketingswahl 1984 am 10. Januar 1984 war die 59. Wahl zum dänischen Parlament, dem Folketing. Ausgeschrieben wurde die Wahl am 16. Dezember 1983. Für den konservativen Poul Schlüter (Det Konservative Folkeparti) war es die erste Wahl als amtierender Ministerpräsident, nachdem er 1982 während der vorherigen Legislaturperiode die Regierungsgeschäfte übernahm. Die Konservativen erfuhren einen erheblichen Stimmenzuwachs und erreichten ihr bestes Ergebnis seit Einführung des Verhältniswahlrechts. Zusammen mit Venstre, Centrum-Demokraterne und Kristeligt Folkeparti konnte die sogenannte „vierblättriges Kleeblatt“-Koalition ohne Kabinettsneubildung fortgeführt werden.

Die Sozialdemokraten als weiter größte Partei erlitten erneut leichte Stimmenverluste. Größere Einbußen hatten jedoch die mitregierenden Centrum-Demokraterne und oppositionelle Fremskridtspartiet hinzunehmen, die in etwa die Hälfte ihrer Mandate verloren.

Wahlmodus Wahlberechtigt zur Folketingswahl waren alle dänischen Staatsbürger, die das 18. Lebensjahr vollendet hatten und einen Wohnsitz in Dänemark besaßen. Jeweils zwei Mandate wurden auf den Färöern und auf Grönland vergeben, 175 Mandate wurden im übrigen Dänemark in einer Verhältniswahl vergeben. Dabei wurden zunächst 135 so genannte Wahlkreismandate (kredsmandater) auf die 17 Groß- und Amtskreise (stor- og amtskredse) aufgetrennt und dort nach dem regionalen Stimmverhältnis verteilt. Anschließend wurden landesweit nochmals weitere 40 Ausgleichsmandate (tillægsmandater) ausgegeben, um den Stimmverhältnissen möglichst nahe zu kommen. Für diese Mandatsverteilung galt eine Zwei-Prozent-Hürde, die allerdings mit einem Wahlkreismandat umgangen werden konnte.

Ergebnisse Dänemark + Amtliches Endergebnis Partei Liste Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SocialdemokratietSozialdemokraten A 1.062.561 31,6 % −1,3 56 3 Det Konservative FolkepartiKonservative C 788.224 23,4 % +8,9 42 16 Venstre, Danmarks Liberale PartiLiberale Partei V 405.737 12,1 % +0,8 22 2 Socialistisk FolkepartiSozialistische Volkspartei F 387.122 11,5 % +0,2 21 0 Det Radikale VenstreSozialliberale B 184.642 5,5 % +0,4 10 1 Centrum-DemokraterneZentrumsdemokraten M 154.553 4,6 % −3,7 8 7 FremskridtspartietFortschrittspartei Z 120.641 3,6 % −5,3 6 10 Kristeligt FolkepartiChristliche Volkspartei Q 91.623 2,7 % +0,4 5 1 VenstresocialisterneLinkssozialisten Y 89.356 2,7 % +0,0 5 0 Danmarks RetsforbundGerechtigkeitsbund E 50.381 1,5 % +0,1 0 – Danmarks Kommunistiske PartiKommunistische Partei K 23.085 0,7 % −0,4 0 – Socialistisk ArbejderpartiSozialistische Arbeitspartei I 2.151 0,1 % −0,0 0 – Marxistisk-Leninistisk PartiMarxistisch-Leninistische Partei L 978 0,0 % neu 0 – Parteilose 956 0,0 % +0,0 0 – Wahlberechtigte 3.829.604 Abgegebene Stimmen 3.386.733 Gültige Stimmen 3.362.010 Wahlbeteiligung 88,4 %

Färöer + Amtliches Endergebnis Partei Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze SambandsflokkurinUnionisten 4.744 25,9 % −0,5 1 0 FólkaflokkurinVolkspartei 4.605 25,1 % +6,6 1 1 JavnaðarflokkurinSozialdemokraten 4.317 23,5 % −1,0 0 1 TjóðveldisflokkurinRepublikaner 3.646 19,9 % −0,8 0 – SjálvstýrisflokkurinSelbstverwaltungspartei 1.033 5,6 % +0,4 0 – Wahlberechtigte 30.207 Abgegebene Stimmen 18.418 Gültige Stimmen 18.345 Wahlbeteiligung 61,0 %

Grönland + Amtliches Endergebnis Partei Stimmen Prozent ± % Sitze ± Sitze AtassutGemeinsinn 9.308 43,5 % −5,4 1 0 SiumutVorwärts 9.148 42,8 % +5,0 1 0 Inuit AtaqatigiitGemeinschaft der Inuit 2.939 13,7 % neu 0 – Wahlberechtigte 34.448 Abgegebene Stimmen 22.028 Gültige Stimmen 21.395 Wahlbeteiligung 63,9 %

Einzelnachweise

#1984 Danemark Kategorie:Dänische Geschichte (20. Jahrhundert)