Im Unstrut-Hainich-Kreis gab es im Juni 2024 insgesamt 33 erfasste Geotope.
Geotope
Gesteine
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage UH_879 Steinbruch am Bärental Kalkstein, Mergelstein Trias Östlich von Marolterode gelegen befindet sich der aufgelassene „Steinbruch am Bärental“, in dem Gesteine des Obere Muschelkalks abgebaut wurde. Er liegt im Bereich des geologischen Grabenbruchs Schlotheimer Graben im Norden des Thüringer Beckens. Neben den Schichten vom Trochitenkalk bis zu den unteren Ceratitenschichten sind auch die tektonischen Verhältnisse im Tafeldeckgebirge am Nordrand des Schlotheimer Grabens aufgeschlossen. Im Bereich des Nordwestvorstoßes wird ein nach Nordosten aufgewölbter Kleinsattel mit Trochitenkalk und Gervilleienschichten von der Nordrandstörung des Schlotheimer Grabens angeschnitten. Marolterode UH_871 Steinbruch am Landgraben Kalkstein, Dolomitstein, Mergelstein Trias Der Geotop „Steinbruch am Landgraben“ ist ein aufgelassener Steinbruch. Nach SIENHOLD (1993) wurde der unter einer Restbedeckung Mittleren Muschelkalks hier anstehende Schaumkalk des Unteren Muschelkalks abgebaut. Der Steinbruch liegt auf der Muschelkalk-Hochfläche zwischen Hainich und Dün im westl. Thür. Becken. Seine Ränder sind durch Abbrüche größtenteils verflacht (überrollt) & mit Strauchwerk bewachsen. Am Boden hat sich ein kleiner Teich gebildet, der durch Niederschlagswässer, evtl. auch Schichtwasser, gespeist wird. Nur im Norden des Steinbruchs ist der Muschelkalk aufgeschlossen. Gegenwärtig erfolgt ein Abbau der Schichten des Oberen Wellenkalks in einem neu aufgeschlossenen Steinbruch ca. 1 km südwestl. des Geotops. Mühlhausen/Thüringen UH_890 Steinbrüche an der Herrengutsmühle Kalkstein, Mergelstein Trias Der Geotop besteht aus dem oberen und unteren Steinbruch. Abgebaut wurden der Trochitenkalk und die Ceratitenschichten des Oberen Muschelkalkes. Durch die ungeordneten Müllablagerungen und die anschließende Sanierung der Mülldeponie sind die Steinbruchwände, bis auf eine kleine Wand im SE des oberen Bruches, überschüttet worden. Im noch verbleibenden Rest der Bruchwand sind die Lagerungsverhältnisse an der Randstörung des Schlotheimer Grabens nicht mehr zu erkennen. Nottertal-Heilinger Höhen UH_891 Steinbruch am Söhrig Kalkstein, Kalkmergelstein Trias Der Geotop „Steinbruch am Söhrig“ ist ein aufgelassener Steinbruch, in dessen hangendem Bereich (oberer Strosse des Bruches) noch zeitweilig abgebaut wird. Er liegt im Bereich der Eichberg-Gotha-Saalfelder Störungszone. Aufgeschlossen sind im Bereich der SW-Wand der Mittlere Wellenkalk & die Terebratulazone des Unteren Muschelkalks. Die Aufschlusswand wird von einer annähernd söhligen Störung durchzogen. An ihr ist die hangende Scholle um ca. 6 m nach NE verschoben (PATZELT, 1992). Im nordöstl. Abschnitt der Aufschlusswand wird die flache Störung von einer 120–136° streichenden und 63–75° NO einfallenden Störung abgeschnitten. Der Steinbruch am Söhrig hat zwar keine Hauptstörungen der Eichberg-Gotha-Saalfelder Störungszone aufgeschlossen. Er stellt jedoch einen tekton. wichtigen Aufschluss dar, der Beobachtungen über Störungen und Bewegungsabläufe innerhalb der Störungszone gestattet. Südeichsfeld UH_859 Weinberg bei Altengottern Kies/Schotter, Kalkstein Quartär Der Geotop ist eine aufgelassene Kiesgrube, die weitgehend abgebaut ist. Sie ist mit Gras bewachsen. Unstrut-Hainich UH_860 Sandgrube Ammern Travertin, fest bis mürbe, Kalksand Quartär Die ehem. „Sandgrube Ammern“ befindet sich nördlich von Ammern und ist von der B 247 aus über die Zufahrt zum Gewerbegebiet erreichbar. Neben lockeren Kalksanden wurde mürber, fester Travertin abgebaut. Die Sandgrube liegt im Westen der Mühlhausen-Langensalzaer-Mulde im Thüringer Becken. Der Boden und die größtenteils verflachten Wände sind mit einer dichten Krautschicht bewachsen. Im Bereich der Zufahrt vom Parkplatz des OBI-Baumarktes ist der anstehende holozäne Travertin aufgeschlossen. Die holozänen Travertine werden von weichseleiszeitlichen, nicht aufgeschlossenen Unstrutschottern unterlagert. Unstruttal UH_887 Senkig Kalkstein, Dolomitstein Trias Im aufgelassenen Steinbruch „Senkig“ ca. 2,5 km nordöstlich Heyerode im Seebachgrund wurde die Schaumkalkzone (Werksteinbank) des Unteren Muschelkalks abgebaut. Dessen Schichten fallen in nordöstlicher Richtung ein. An der Steinbruchsohle stehen plattige Kalksteine des Oberen Zwischenmittels der Schaumkalkzone an. Darüber folgt die Obere Schaumkalkbank (Werksteinbank) mit einer Mächtigkeit von ca. 2,80 m. Diese Gesteine wurden als Werk-, Dekorations- und Bildhauerstein verwendet. Sie bestehen vorwiegend aus graubraunen, porösen, teils dichten Schillkalken, wobei der Kalzit der Schalen oft herausgelöst ist. Oberhalb der Schaumkalkbank stehen dolomitische Kalksteine, Dolomite und Dolomitmergelsteine sowie Gipsresudien des Mittleren Muschelkalks an. Die hier vorhandene aufgeschlossene Wand ist teilweise verrollt und mit einer Strauch- und Krautschicht bewachsen. Vor der Abbauwand befindet sich eine ca. 1 m tiefe Senke, die temporär wassergefüllt ist. Vogtei Böden
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage UH_874 Ziegeleigrube Körner I Löß Quartär Der Geotop „Ziegeleigrube Körner I“ ist ein Restloch einer weitgehend rückverfüllten Ton-/Lehmgrube der ehemaligen Ziegeleigrube Körner. Abgebaut wurde eine Abfolge kaltzeitlicher Lösse und die darunter lagernden Schichten des Unteren Keupers. Der Aufschluss der „Ziegeleigrube Körner I“ liegt im Norden des Thüringer Beckens, südwestlich des Schlotheimer Grabens. Ein Profil ist durch WÄTZEL (1995) beschrieben. Körner UH_875 Ziegeleigrube Körner II Löß Quartär Der Geotop „Ziegeleigrube Körner II“ ist ein Restloch einer weitgehend rückverfüllten Ton-/Lehmgrube der ehemaligen Ziegeleigrube Körner. Abgebaut wurde eine Abfolge kaltzeitlicher Lösse und die darunter lagernden Schichten des Unteren Keupers. Der Aufschluss der „Ziegeleigrube Körner II“ liegt im Norden des Thüringer Beckens, südwestlich des Schlotheimer Grabens. Das Gesamtprofil des Aufschlusses „Körner II“ ist an drei Stellen des Restloches aufgeschlossen: Südseite des Aufschlusses, Nordseite des Aufschlusses und Schurf auf der Sohle des Restloches. Körner Lagerungsverhältnisse/Tektonik
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage UH_858 Sandgrube Bollstedt Sandstein, rotbraun; Sand, gelblich; toniger Schluff, grau Trias Die „Sandgrube Bollstedt“ befindet sich ca. 3 km nördlich von Altengottern im oberen Bereich des Dreisengrabens, im Zentralteil des Mühlhausen-Langensalzaer Keupermulde. Es handelt sich um einen aufgelassenen Steinbruch, in dem ein mürber, toniger Feinsandstein des Schilfsandsteins (kmS) aus dem Mittleren Keuper abgebaut wurde. Der 25–50 m mächtige Schilfsandstein liegt im Bereich des Thüringer Beckens als Überflutungsfazies (Stillwasserfazies) vor. Unstrut-Hainich Fluviatile und gravitative Abtragungs- und Ablagerungsformen
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage UH_880 Pfafferöder Steingraben Tonstein, Mergelstein, Dolomitstein, Kalkstein Trias Am nordöstlichen Ortsrand von Pfafferode befindet sich der „Pfafferöder Steingraben“. Dabei handelt es sich um ein Trockental, dass sich nach dem Rückzug der Elstervereisung als breitflächige flache periglaziale Ausformung der postglazialen Talauen bildete. An den Talhängen sind Reste von Terrassenschottern vorhanden. Natürliche und künstliche Aufschlüsse sind im Bereich des „Pfafferöder Steingrabens“ nicht vorhanden. Mühlhausen/Thüringen UH_883 Sambacher Steingraben Löss, Schotter (Quartär); Tonstein, Mergelstein, Kalkstein (Trias) Nördlich von Pfafferode befindet sich der „Sambacher Steingraben“. Dabei handelt es sich um ein Trockental, dass sich nach dem Rückzug der Elstervereisung als breitflächige flache periglaziale Ausformung der postglazialen Talauen bildete. An den Talhängen sind Reste von Terrassenschottern (nordische Geschiebe in Muschelkalkgeröllen) vorhanden. Natürliche und künstliche Aufschlüsse sind im Bereich des „Pfafferöder Steingrabens“ nicht vorhanden. Mühlhausen/Thüringen UH_872 Klosterschranne Kalkstein, Kalkmergelstein Trias Etwa 2 km südöstlich von Lengenfeld unterm Stein liegt der gut zugängliche Geotop „NSG Klosterschranne“. Bei der Felswand der Klosterschranne (Schrannsteine) handelt es sich um eine durch Bergsturz entstandene Abrisswand. Hier sind Teile der Schichtstufe des Unteren Muschelkalks auf den unterlagernden tonigen Gesteinen des Oberen Buntsandsteins (Röt) abgerutscht und liegen nun als Schuttmassen unterhalb der Abrisswand auf dem Röt. Die steilen, z. T. geöffneten Klüfte in der Abrisswand deuten auf die noch bestehende Steinschlag- und Bergsturzgefahr hin. Solche Rutschungen der Gesteine des Unteren Muschelkalks sind in Thüringen nicht selten und entstehen, wenn in die gut geklüfteten Kalksteine des Unteren Muschelkalks Niederschlagswasser bis zu den unterlagernden meist tonigen Sedimenten des Röt versickert und die dadurch aufgeweichten Tonsteine bei entsprechender Neigung eine „Gleitbahn“ bilden. Südeichsfeld UH_873 200px Flachstal Auelehm, Löß (Quartär); Kalkstein, Mergelstein, Tonstein (Trias) Bei dem „Flachstal“ handelt es sich um ein tektonisch bedingtes Erosionstal, das im Mittelpleistozän (ca. 800.000 bis 120.000 Jahre) angelegt wurde (WÄTZEL, 1957). Es befindet östlich des Ortsteiles Reiser im Bereich des Forstbergsttels, einer herzyn (Nordwest-Südost) streichenden Muschelkalkaufwölbung. Im Bereich des Flachstals ist die Schichtfolge vom Mittleren Muschelkalk bis zum Oberen Muschelkalk verbreitet, wobei der Mittlere Muschelkalk nur im Tiefsten der Erosionsrinne ansteht. Der Trochitenkalk als Basisglied des Oberen Muschelkalks ist in einem Steinbruch im unteren Talbereich undeutlich aufgeschlossen. An den Talhängen sind überwiegend die Ceratitenschichten verbreitet, die teilweise in Wasserrissen aufgeschlossen sind. Die Talaue ist teilweise mit holozänen Auelehmen bedeckt. Aufgrund von Auslaugungen der Salinarbestandteile (Salz, Gips) im Mittleren Muschelkalk sind im Flachstal Karsterscheinungen zu beobachten. Der Talverlauf ist durch tektonische Störungen bedingt, dabei ist vor allem die rheinische Richtung (Südsüdwest-Nordnordost) dominierend. Daneben treten jedoch auch herzyn gerichtete Störungslinien auf. Unstruttal UH_889 Reisersches Tal Auelehm, Hangschutt (Quartär); Kalkstein, Dolomitstein, Mergelstein, Gips (Trias) Holozän Bei dem „Reiserschen Tal“ nördlich von Reiser handelt es sich um ein Durchbruchtal der Unstrut, die das Muschelkalkgebiet im südwestlichen Randbereich des Forstbergsattels in einem halbkreisförmigen Bogen durchfließt. Der Forstbergsattel stellt eine herzyn (Nordwest-Südost) streichende Muschelkalkaufwölbung im Norden des Thüringer Beckens dar. Das Durchbruchtal ist im Bereich des „Reiserschen Tales“ tektonisch angelegt. Hier ist die Schichtenfolge vom Mittleren Muschelkalk bis zum Oberen Muschelkalk verbreitet. Der an der Talsohle anstehende Mittlere Muschelkalk wird von holozänem Auelehm überdeckt. Der Trochitenkalk (Oberer Muschelkalk) bildet den unteren Teil der Hänge des „Reiserschen Tales“. Im überwiegenden Teil des Geotops sind die Ceratitenschichten (Oberer Muschelkalk) verbreitet. Typisch für den Geotop sind die zahlreichen Erdfälle, die an die herzyn streichende Störungszone von Dingelstädt-Reiser gebunden sind. Unstruttal Lösungsbedingte Abtragungs- und Ablagerungsformen