Der Meteoritenfall von Renchen ereignete sich am 10. Juli 2018 um 23:29:48 Uhr in der Nähe von Renchen im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Der Meteorit, klassifiziert als L-Chondrit, brachte mehrere Fragmente hervor, die über ein berechnetes Streufeld verteilt wurden. Der Meteoritenfall von Renchen gilt als der erste wissenschaftlich gesicherte Meteoritenfund in Baden-Württemberg, da der angebliche Fall von 1671 in der Ortenau zwar historisch belegt ist, aber kein Material mehr davon existiert und folglich nie genauer untersucht werden konnte.Heinlein, D. (2018): Der erste Meteoritenfall in Baden Württemberg aufgrund von Berechnungen des Europäischen Feuerkugelnetzes.-, METEOROS, Jahrgang 21, Nr. 10/2018, Seiten 216-223, ISSN 1435-0424
Meteoritensuche Die Suche nach den Fragmenten begann kurz nach dem Fall. Die ersten beiden Fragmente, Renchen-1 (11,9 g) und Renchen-2 (955 g), wurden Mitte und Ende Juli 2018 gefunden. Weitere Fragmente, darunter Renchen-3 (diverse Bruchstücke, 20,59 g, größtes Fragment R3A, 8,62 g) und Renchen-4 (4,8 g), wurden in den folgenden Monaten entdeckt. Das zweitgrößte Stück R6 (228,2 g) wurde durch zwei Sucher am 23. Februar 2019 entdeckt.KARMAKA METEORITESHöflinger, J. (2020): Meteorite – Steine, die vom Himmel fallen.- Begleitbuch zur Sonderausstellung zum 100jährigen Fundjubiläum des Meteoriten Unter-Mässing, Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg, Abhandlungen, Band 49, 1. Auflage, 208 Seiten, ISSN 0077-6149 Das Stück weist neben gröberkristallinen Bereichen, wie sie auch bei anderen Exemplaren zu beobachten sind, einen homogen feinkristallinen grauen Bereich mit dunklen Schockadern auf. Zudem zeigen sich erste Anzeichen von Verwitterung und Oxidation, die auf eine längere Exposition gegenüber Witterungseinflüssen zurückzuführen sind. Das Fragment R3A lässt sich nahtlos auf die zweite Hauptmasse R6 auflegen (siehe GIFs). Die Suche umfasste sowohl organisierte Expeditionen als auch zufällige Funde durch engagierte Meteoritenjäger.
Analyse Die Analysen der Fragmente wurden am Max-Planck-Institut für Kernphysik und an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt. Beim Meteorit Renchen handelt es sich um eine mäßig schockierte Brekzie (S4), die aus zahlreichen stark rekristallisierten Gesteinsfragmenten sowie Impaktschmelzgesteinsfragmenten aufgebaut ist. Die charakteristische Textur, die große Korngröße des Plagioklases sowie die homogene Zusammensetzung von Olivin und Pyroxen sind eindeutige Hinweise darauf, dass die Gesteinsfragmente metamorphen Ursprungs sind und dem Typ L5–6 entsprechen. Meteoritical Bulletin Database
Siehe auch Liste der Meteoriten Deutschlands
Einzelnachweise
Kategorie:L-Chondrit Kategorie:Renchen Kategorie:Ereignis 2018 Kategorie:Ereignis in Deutschland