Im Landkreis Sömmerda gab es im Juni 2024 insgesamt 74 erfasste Geotope.
Geotope
Gesteine
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage SÖM_1724 Aufschluss im Unteren Gipskeuper bei Kleinbrembach Gipsbänke, welche von graugrünen Mergeln unterbrochen sind. Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) Oberhang des Weinberges. Liegt im NSG „Brembacher Weinberg“. Ca. 1,1 km ENE von Kleinbrembach. Brembacher Weinberg bildet im Landschaftsrelief markante Schichtstufe. Am Oberhang des Weinberges: mehrere m mächtige, von graugrünen Mergeln unterbrochene Gipsbänke und -lagen. Diese streichen auf dem Plateau der Hügelschwelle weitflächig aus. Gipssteine schützen die darunterliegenden weichen und kalkigen Tonsteine vor der Abtragung. Postsedimentäre Ausfällung von Calciumcarbonat aus hydrogensulfatischen Wässern auf Klüften. Gekennzeichnet durch Fasergipse sowie schichtkonforme Gipseinlagerungen. Tektonische Klüfte entlang des Oberhanges, die fast senkrecht zur Schichtung auftreten werden als Spaltflächen zum Abbau größerer Gipsplatten genutzt. Buttstädt SÖM_1709 Unterer Gipskeuper bei Gangloffsömmern Grundgips Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) Schilfa, vernarbtes Restlochgelände am südlichen Unterhang des Dreisen-Berges (200,1 m). Ca. 1,5 km nordwestlich Schilfas. Im Hangprofil deutliche Spuren der ehemaligen Gipsabbaustellen zu sehen. Dichter Bewuchs verdeckt die Schichtenfolge. Im zentralen Thüringer Keuperbecken ungefähr 12 m mächtiger Grundgips anstehend, gilt als Basisglied der Unteren Gipsmergel bzw. der Unteren Myophorienschichten des Unteren Gipskeupers. Gangloffsömmern SÖM_1739 Aufschluss, Unteren Gipskeuper zwischen Günstedt und Frömmstedt "Am Talbornsweg" Graue bis rotviolette Tonsteine. Dezimeter mächtige Gipsbänke. Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) Ca. 2,5 km nordwestlich von Günstedt. Am Talbornsweg. An einer Hügelkette. Badlandartige Strukturen in den beweideten Trockenrasen. Graue bis rotviolette Tonsteine an der Geländeoberfläche. Am Hang treten dm mächtige Gipsbänke aus. Sulfatisches Zwischenmittel bremst die allgemeine Erosion/Denudation der Gipsmergelschichten infolge von Niederschlägen und Spaltenfrost. An Ackerrändern deutliche Erosionsanfälligkeit zu erkennen. Günstedt SÖM_1740 Aufschluss, Unteren Gipskeuper zwischen Günstedt und Frömmstedt "Teufelsküche" Graue, violette Tonsteine. Gipsbänke. Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) Ca. 3,8 km nordwestlich von Günstedt. In der Teufelsküche. An einer Hügelkette. Badlandartige Strukturen in den beweideten Trockenrasen. Graue bis rotviolette Tonsteine an der Geländeoberfläche. Am Hang treten dm mächtige Gipsbänke aus. Sulfatisches Zwischenmittel bremst die allgemeine Erosion/Denudation der Gipsmergelschichten infolge von Niederschlägen und Spaltenfrost. An Ackerrändern deutliche Erosionsanfälligkeit zu erkennen. Günstedt SÖM_1744 Aufschluss im Unteren Gipskeuper bei Kannawurf Gipsbänke in dunkelgrauen bis rötlichvioletten Tonsteinen eingeschaltet. Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) Ca. 1,7 km nordwestlich von Kannawurf. Auf dem Hornsenberg nördlich der Bundesstraße B 86 tritt die Schichtenfolge des Unteren Gipskeupers zu Tage. Die den dunkelgrauen bis rötlichviolettenTonsteinen der nach SEIDEL (1978) 147–195 m mächtigen Abfolge („Gipsmergel“) eingeschalteten Gipsbänke wurden früher zur Bausteingewinnung genutzt. Kindelbrück SÖM_1766 Aufschluss im Weichsel-Löß bei Bachra Ungeschichteter und hellgelber Lösskörper. Weichsel-Kaltzeit Ca. 0,7 km nordöstlich von Bachra. Am südwestlichen Hangfuß des Karenberges. 4–6 m mächtiger Lösskörper. Ungeschichtetes, hellgelbes Lockergestein. Hangaufwärts, über dem Löss lagert ein geringmächtiger Hangschutt-Schleier aus steinigem Lehm (Muschelkalkmaterial). Rastenberg SÖM_1719 Aufschlüsse im Unteren Gipskeuper bei Tunzenhausen, Hohlweg SW der "Michelshöhe" Sulfatgesteine innerhalb grauer bis rötlichen Mergelschichten Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) 1 km nördlich von Tunzenhausen. An der östlichen Flanke des Hohlweges zur Michelshöhe. Erstreckt sich innerhalb einer flachwelligen Hügelkette (Kahler Berg, Galgen-, Wartenberg). Dieser wird von wenigen Quertälchen gegliedert. Durch Unstrutverlauf im Pleistozän geomorphisch „herauspräpariert“. Sulfathorizonte zeigen sich an der östlichen Flanke des „Hohlweges“ entlang des südwestlichen Unterhanges des Unter-Berges. Sömmerda SÖM_1710 Aufschlüsse im Unteren Gipskeuper bei Tunzenhausen, Oberhang der "Weißenburg" Sulfatgesteine innerhalb grauer bis rötlichen Mergelschichten Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) 1,2 km nordwestlich von Tunzenhausen. Oberhang des Keuperhügels Weißenburg. Oberhang erstreckt sich innerhalb einer flachwelligen Hügelkette (Kahler Berg, Galgen-, Wartenberg). Dieser wird von wenigen Quertälchen gegliedert. Durch Unstrutverlauf im Pleistozän geomorphisch „herauspräpariert“. Unterer Gipskeuper tritt zutage. Dünnplattige Gipssteine streichen aus. Sömmerda SÖM_1725 Aufschluss im Unteren Gipskeuper bei Vogelsberg Gipsgesteine mit graugrünen Mergeln Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) Ca. 0,3 km nördlich von Vogelsberg. Am Südhang des Klaus-Berges. An der L 2138 gelegen. Südhang des Klaus-Berges ist geomorphologisch das Ergebnis der Scherkonde-Tiefenerosion während des Pleistozäns. Gipssteine mit graugrünen Mergeln treten im Steilhang entlang der Straße auf (Länge > 100 m). Vogelsberg SÖM_1753 Aufschluss im Unteren Gipskeuper bei Scherndorf graue Ton- und Mergelsteine Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) 0,5 km westlich von Scherndorf. Natürlicher Steilhang innerhalb des Unteren Gipskeupers durch Tiefenerosion der Unstrut. Verwitterungsanfällige graue Ton- und Mergelsteine. Weißliche Beläge auf den mürben, bindigen Gesteinen kennzeichnen sekundäre Kalkausscheidungen beim Verwitterungsprozess. Über Keupergesteinen lagert diskordant Weichsellöss mit einer Mächtigkeit von 0,5–1 m. Dieser bildet das Substrat für Schwarzerde-Böden. Weißensee SÖM_1737 Aufschlüsse im Unteren Gipskeuper bei Herrnschwende / Nausiß Gipsmergel-Schichten. Dunkelgraue bis rotviolette Tonsteine. Bleiglanzbank (graue bruchschillführende Steinmergelbank mit Mineralen Galenit und Baryt). Grabfeld-Formation (Unterer Gipskeuper) Ca. 0,7 km NNE von Herrnschwende. Hügelkette am Südwestrand des Plündershügels. Schichtenfolge des Unteren Gipskeupers. Südgeneigte Hänge mit ausstreichenden Gipsmergel-Schichten. Dunkelgraue bis rotviolette Tonsteine mit Gipsbänken. Schichten vom Leithorizont „Bleiglanzbank“ (graue bruchschillführende Steinmergelbank mit Mineralen Galenit und Baryt) getrennt. Herausgepflügte bzw. abgerutschte Gipsblöcke liegen frei im Gelände herum. Weißensee Fossilien
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage SÖM_1686 200px Die Hominidenfundstelle im Travertin auf der "Steinrinne" bei Bilzingsleben Grauweißer, gelblichbrauner, fester bis poröser Travertin (Süßwasserkalkstein). Inkrustierte Pflanzenreste und zwischenlagen aus erodiertem (Travertin-)Kalksand. Flussschotter, Fließerde, autochthoner Löss. Holstein-Warmzeit Die Hominidenfundstelle „Steinrinne“ liegt in den Travertinbrüchen auf einer Anhöhe am rechten Talhang der Wipper ca. 1 km südlich von Bilzingsleben. Hier sind 6 Travertinabfolgen nachgewiesen. Der paläolithische Hauptfundhorizont liegt ca. 27 m über der Talaue. Der Travertin lagert diskordant auf graugrünen und braunen Ton- bzw. Siltsteinen sowie Dolomitsteinen des Unteren Keupers (Lettenkeupers). Bilzingsleben ist eine der wichtigsten altpaläolithischen Fundstellen Europas. Neben zahlreichen Kulturresten sind auch Überreste des Homo erectus und damit Zeugen der frühesten Besiedlung Europas gefunden worden. Ein neu geschaffenes Besucherzentrum, welches den wichtigsten Teil der Grabungsfläche überspannt, lädt ganzjährig zum Besuch Ausgrabungsstätte Steinrinne ein. Archäologen entdeckten im Travertingestein etwa 1 km südlich von Bilzingsleben den Rastplatz altsteinzeitlicher Urmenschen, des Homo erectus. Gedrungene, kräftige, aufrecht gehende Menschen, die hier vor ca. 400 000 Jahren l Kindelbrück SÖM_1755 Aufschluss im Unteren Keuper bei Waltersdorf Grenzdolomit aus gelbgrünen Tonsteinen mit 3–4 gelbbraunen bis gelben Dolomitbänken. Unterer Keuper 1 km SSE von Waltersdorf, an der Kreisstraße Scherndorf-Waltersdorf. Niedriger Steilhang mit Gesteinen der Lettenkeuper-Folge im Liegenden der saalekaltzeitlichen Mittelterrasse. Am Oberhang tritt 1–3 m mächtiger Grenzdolomit zu Tage. Dieser Leithorizont grenzt die Schichten des Unteren- und Mittleren Keupers ab. In den dolomitischen Bänken ist das Leitfossil Myophoria goldfussi enthalten. Im Hangenden des Grenzdolomites erstrecken sich erosionsdiskordante stark verwitterte Kiessande aus dem Saaleglazial. Weißensee Lagerungsverhältnisse/Tektonik