Im Kyffhäuserkreis gab es im Juni 2024 insgesamt 40 erfasste Geotope.
Geotope
Gesteine
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage KYF_1783 Kalksteinbruch östlich Sachsenburg Kalkstein Mittlerer Muschelkalk Ca. 0,5 km östlich von der Unstrutbrücke (Sachsenburg). Am Nordhang des Mansfelder Berges. Bankig bis plattig ausgebildete Gesteine des Unteren Dolomits der Anhydrit-Folge. Schichten fallen nach SW ein. Tektonisch von der herzynisch streichenden Finne-Störung bestimmt. Hohlräume durch Abbau entstanden. Schilllagen sichtbar. An der Schmücke KYF_1782 Aufschluss im oberen Wüsten Kalktal Stinkschiefer, Gips, Anhydrit Staßfurt-Anhydrit Nördlich Bad Frankenhausen am oberen Eingang des Tales lagert ein Kalkstein, der beim Anschlagen fast wie faule Eier riecht, der sog. Stinkschiefer. Grund für diesen Geruch sind die in Schwefelwasserstoff umgewandelten und im Gestein gespeicherten Pflanzen- und Tierreste des Zechstein-Meeres. Darüber und darunter sind Gips- und Anhydritstein aufgeschlossen, die sich äußerlich sehr ähnlich sind. Das Mineral Anhydrit (griechisch ánydros - wasserlos) enthält im Gegensatz zum Gips (der mit dem Fingernagel geritzt werden kann) kein chemisch gebundenes Wasser. Die salinaren Gesteine sind das Ergebnis der Verdunstung von Meerwasser und der daraus resultierenden Ausfällung. Im gesamten Südwestrand des Kyffhäuser-Gebirges löste und löst eindringendes Wasser Karbonat-, Sulfatgesteine sowie Salze der Zechsteinzeit auf und bildet zahlreiche Hohlräume. So entstand die zerklüftete Karst-Landschaft. Bad Frankenhausen/Kyffhäuser KYF_1956 Kalksteintagenbau d. Zementwerkes Deuna südöstlich von Deuna im Waldgebiet „Dün“ Klakstein, Kalkmergel Unterer Muschelkalk Der Kalksteintagebau des Eichsfelder Zementwerkes erstreckt sich als sog. „Kulissenabbau“ hinter der Steilkante des Dün-Höhenzuges. An der Felsböschung, die sich stratigraphisch im Niveau der Oolithzone mit dem geringmächtigen Bänken alpha und beta befindet, ist ein flaches Einfallen der Schichten nach Südosten zu beobachten die bei der Annäherung an die Hangschulter nach Nordwesten umbiegen. Hangparallele Abrissspalten zerlegen auf der Westseite die Schichten in einzelne Blöcke mit schwacher Kippung. Auf der östlichen Seite ist abgerutschtes extern gekippter Schollen zu beobachten. Helbedündorf KYF_1225 Alabasterabbau im Schorn überwiegend vergipster Anhydrit Zechstein Der Steinbruch befindet sich ca. 1 km nordwestlich von Steinthaleben am Nordrand des sogenannten „Schorn“. Der Abbau galt den 10–50 cm großen, petrographisch sehr reinen Anhydritknollen, die infolge Hydratation in schneeweißen, feinkörnigen Gips (Alabaster) umgewandelt wurden. Die massive Häufung der Anhydritknollen in diesem Aufschluss stellt eine Sonderentwicklung dar. Die Gewinnung des Alabasters stand für kunsthandwerkliche Arbeiten im Vordergrund und wurde ab etwa 1900 in einer großen, hangparallelen Abbaukammer, die über zwei Stollen erschlossen ist, abgebaut. Kyffhäuserland KYF_1606 Geologischer Aufschluss Hopfental Kyffhäuserland KYF_1786 Oberer Steinbruch am Mönchenberg (obere Abschnitt) Sandsteine, Schiefertone, Konglomerat, Kupferschiefer, Kalke Mansfeld-Formation Ca. 1,5 km nordöstlich von Steinthaleben, am Südwesthang des Mönchenberges. Sandsteine (Obere Mansfelder Schichten sto2f), Schiefertone (Oberkarbon) sowie Konglomerat, Kupferschiefer und Kalke des Zechstein (Werra-Folge) aufgeschlossen. Werksteingewinnung der Sandsteine über mehrere Jahrhunderte. Kyffhäuserland KYF_1272 Oberer Steinbruch am Mönchenberg (untere Abschnitt) vergipster Anhydrit Werra-Folge Aufgelassener Steinbruch; Aufschluss: Sandstein und Schieferton des Oberkarbon/Konglomerat, Kupferschiefer und Zechsteinkalk des Zechsteins. Kyffhäuserland KYF_1274 Steinbruch am Kahlen Berg vergipster Anhydrit Werra-Folge Ca. 1,2 km NNW von Steinthaleben, am westlichen Hang des Kahlen Berges. Aufgelassener Steinbruch. Aufschluss: vergipster Anhydrit des Zechstein 1. Kyffhäuserland KYF_1276 200px Steinbruch in der Mittelburg des Kyffhäusers konglomeratischer Sandstein, vereinzelt Fossilien Das 81 m hohe, aus Sandsteinen und Konglomeraten des Permokarbons erbaute Kyffhäuserdenkmal bietet einen imposanten Ausblick über das Kyffhäusergebirge. Die Reichsburg Kyffhausen wurde bereits im 11. Jh. errichtet. Die Ruinen der Ober- und Unterburg sind zu besichtigen. Im ehemaligen Mühlsteinbruch im Bereich der Mittelburg wurden im konglomeratischen Sandstein des Oberkarbons (Mansfeld-Gruppe) einzelne verkieselte Stämme u. a. des Nadelbaums Dadoxylon gefunden, die bis 3 m Länge und 0,5 m Durchmesser aufweisen. Kyffhäuserland KYF_1612 Steinbruch Oberburg Kyffhäuser Kyffhäuserland KYF_1569 Steinbruch Rottleben Sandstein, Siltstein, Tonstein, Kalkstein Karbon Ca. 0,5 km nordwestlich der Straße Rottleben-Frankenhausen in einem Waldgebiet. Sandsteine und Silt/Tonsteine der Oberen Kyffhäuserschichten, Zechsteinkalk, Pflanzenfundpunkt, Tuffitlage, tektonische Störungen. Kyffhäuserland KYF_2005 Erlebnisbergwerk „Glück Auf“ Sondershausen Die Grubenfahrt im ältesten befahrbaren Kalibergwerk der Welt dauert ca. 3 Stunden. In einer Tiefe von 680 m werden 15 km im offenen LKW zurückgelegt, die Temperatur beträgt etwa 23 °C. Neben der sachkundigen Erklärung der Kalirohsalzgewinnung sind der Festsaal (der auch gemietet werden kann), die Salzrutsche, die Kleinbahn, eine Kahnfahrt auf dem Laugensee sowie der vielfältig genutzte Konzertsaal Höhepunkte des Bergwerks, in dem auch Mountainbikerennen, Laufveranstaltungen sowie die wohl tiefstgelegene Kegelbahn der Welt geboten werden. Sondershausen KYF_1271 Steinbruch am Eichenberg bei Sondershausen Kalkstein mit unterschiedlicher Charakterisierung Unterer Muschelkalk Ca. 1,2 km westlich von Sondershausen. Am Südhang des Eichenberges. Aufgelassener Steinbruch. Unterer Muschelkalk (Wellenkalk, Oolithzone). Naturdenkmal. Sondershausen KYF_1231 Steinbruch am Wirt[h]sberg in Sondershausen dm-mächtige Schicht von farblosem spätigen bis fasrigem weißen Gips, teilweise dünnblättrige Ton- bzw. Mergelsteine mit Gipsschnüren Buntsandstein Aufgelassener Steinbruch, wohl Gewinnung von Gips (?); Aufschluss: Oberer Buntsandstein = Basisgips der Röt; Naturdenkmal. Sondershausen
Mineralien
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage KYF_1779 Kuhlöcher, ehemaliger Braunkohlebergbau bei Voigtstedt Ca. 1,5 km WSW von Voigtstedt. Tagebaurestloch. Bergbaufolgelandschaft. Braunkohle lagerte in xylithartiger Form und zeigt Spuren von fossilen Pflanzen. Honigstein (Mellit) gefunden. 1739 durch Johann Gottfried Borlach erkundet. Braunkohleförderung im Tiefbau. Nach Grubenunglück 1825 Gewinnung im Tagebau. Bergbau 1857 nach völliger Ausbeutung eingestellt. Kleine Gruben verfüllt. Hauptgrube füllte sich mit Wasser. Artern
Lagerungsverhältnisse/Tektonik
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage KYF_1229 (südlichster) Steinbruch am Südwesthang des Großen Schweinskopfes Sandstein und Schieferton des Oberkarbon. Konglomerat, Kupferschiefer und Zechsteinkalk des Zechstein. Porphyrkobglomerat des Rotliegenden. Ca. 2,2 km nordöstlich von Rottleben. Aufgelassener Steinbruch. Aufschluss: Schieferton und Sandstein des Oberkarbon (vereinzelt „Araucarien“) diskordant vom Porphyrkonglomerat des Rotliegenden überlagert. Quarzitische Bank des Porphyrkonglomerats. Konglomerat, Kupferschiefer und Zechsteinkalk des Zechstein. Kyffhäuserland KYF_1226 Steinbruch am Preußischen Kopf Sandstein, gebleicht; Konglomerat; Kupferschiefer und Zechsteinkalk; Gips Ca. 2,2 km NNO von Badra, direkt westlich der Straße Badra - Kelbra. Aufgelassener Steinbruch. Gut aufgeschlossene Diskordanz (Oberkarbon - Zechstein). Gips, Zechsteinkalk (teils faserig, teils plattig bis bankig, dunkelgrau), Kupferschiefer, Zechsteinkonglomerat und Oberkarbonischer Sandstein. Spuren historischen Bergbaus. Kyffhäuserland KYF_1611 Steinbruch Keltertal Kyffhäuserland KYF_1610 Aufschluss am Röseberg Sondershausen
Sedimentstrukturen
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage KYF_1230 Kiesgrube zwischen Bendeleben und Steinthaleben Feinsand, Fein- und Mittelkies, Ton, Braunkohle Tertiär Ca. 0,9 km SSW von Steinthaleben. Um 1925 als Lehmgrube und bis ca. 1989 als Sand- bzw. Kiesgrube genutzt. Tertiäre Tone, Kiese und Sande (teilweise Braunkohle führend) aufgeschlossen. Hangend und erosionsdiskordant quartäre Sande und Kiese. Dislokation (fossile Erdfälle?). Kyffhäuserland KYF_1788 Kalksteinbruch am Großen Totenberg bei Sondershausen Terebratelbank - Zone, Schaumkalkzone, Wellenkalk Unterer Muschelkalk Vom Possen aus führt der gut ausgeschilderte Possenrundwanderweg zum so genannten Rondell. Hier ist der Steinbruch Margarethenblick ausgeschildert. Zur Befestigung von Waldwegen wurden die meist stückigen Kalksteine des klüftigen und aufgelockerten Wellenkalks abgebaut. Der fossile Meeresgrund hat neben Rippelmarken und Grabgängen von Würmern auch Steinkerne von Fossilien wie Muscheln und muschelartigen Armfüßern („Terebrateln“) konserviert. Die aufgeschlossene Schaumkalkzone stammt aus den Zeiten der Verflachung des Meeres und ist aus der Verwitterung von Kalkablagerungen in Ufernähe entstanden, die so den porösen Charakter des Kalksteins verursacht haben. Sondershausen
Fluviatile und gravitative Abtragungs- und Ablagerungsformen
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage KYF_1785 Aufschluss unterhalb der Kirche Hachelbich Sandstein, Tonstein Mittlerer Buntsandstein Im Zentrum von Hachelbich, direkt unterhalb der Kirche. Fein- bis mittelkörniger Sandstein (weißgrau) mit einzelnen gelbbraunen Flecken. Im oberen Teil zeigt dieser eine löchrige Ausbildung. Zwischen den Sandsteinbänken: einzelne graugrüne Tonsteinlagen. Kyffhäuserland KYF_1781 Sandsteinbruch Kammtal SW des Großes Schweinskopf Sandstein, Zechstein-Konglomerat, schwarzer Kupferschiefer, Zechsteinkalk Zechstein Der Steinbruch südlich des Großen Schweinskopfes befindet sich ca. 2,2 km nordöstlich der Ortslage Rottleben östlich des Weges im Kammtal. Das Profil zeigt deutlich den Kyffhäuser-Sandstein, darüber das Zechstein-Konglomerat, das schmale dunkle Band des Kupferschiefers und unter dem Waldboden schließlich den hellen Zechsteinkalk. Der Steinbruch wurde angelegt, um Sandsteinblöcke zum Bau von Kirchen, Burgen und Häusern zu gewinnen. Die überlagernden Zechsteinschichten wurden beräumt, wodurch ein interessantes „geologisches Fenster“ der Karbon-Perm-Zeit entstand. Kyffhäuserland KYF_1784 Steilhang bei Göllingen Sandstein, Tonstein Mittlerer Buntsandstein Ca. 300 m südlich des Bahnhofes Göllingen. Die Wechsellagerung von fein- bis mittelkörnigen Sandsteinen (rotbraun, grauweiß) und Tonsteinen (rotbraun, graugrün) zeigt rotweiße Wechselfolge. Schichten fallen mit 6° nach Süden ein. Kyffhäuserland KYF_1778 Steinbruch östlich des Schachtes Glückauf III Mittel- bis grobkörniger, rotbrauner bis hellgrauer Sandstein. Rotbraune und graugrüne Tonsteineinlagerungen. Mittlerer Buntsandstein Ca. 1,2 km nordwestlich von Hachelbich und ca. 2 km nordöstlich von Berka. Braune Grobsandsteine (Detfurth-Folge) setzen sich aus mittel- bis grobkörnigen, rotbraunen und hellgrauen Sandsteinen mit einzelnen rotbraunen und graugrünen Tonsteineinlagerungen zusammen. Unterhalb des Steinbruches stehen die Gervilleienschichten (Volpriehausen-Folge) an. Diese bestehen aus einer Wechsellagerung von rotbraunen, feinkörnigen Sandsteinen und rotbraunen, z. T graugrünen Tonsteinen. Fossile Muschel (Avicula muschisoni Gein) tritt auf. Kyffhäuserland KYF_1787 Hanganschnitt Weizenberg bei Sondershausen Sandstein, Tonlagen Mittlerer Buntsandstein Am Ortsausgang von Sondershausen in Richtung Berka links in das Brückental abbiegend (Dickkopf-Rundweg), sind am Fuße des Weizenberges die Schichten des Mittleren Buntsandsteins aufgeschlossen.