Im Landkreis Nordhausen gab es im Juni 2024 insgesamt 28 erfasste Geotope.

Geotope

Gesteine

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage NDH_1537 Diabasbruch und Erdfall Buchholz nach DAHLGRÜN 1935: Grünschiefer, Tuffe, dichte Diabase; Grünschiefer: massig, teils lagenweise schiefrig oder feinkörnig bis dicht, grünlichgrau, selten violettrot streifig oder scheckig geflammt; Tuffe: grünlichgrau, mit sedimentärem Material vermengt Metabasaltoide der Stiege-Formation („Diabase“) Der aufgelassene Diabasbruch diente der Gewinnung von Schotter für den Straßenbau. Diabas hat als vulkanisches Ergussgestein basaltischer Zusammensetzung eine sehr hohe Dichte und Witterundbeständigkeit. Der graugrüne bis rot gefärbte Diabas ist feinkörnig bis dicht und massig geschichtet. Er bildete sich im Devon vor etwa 380 Mio. Jahren bei der Heraushebung des Variszischen Gebirges. Getrennt durch eine geologische Störung, die etwa entlang der Straße verläuft, stehen gegenüber auslaugungsfähige Gesteine des Werra-Anhydrites des Zechsteins (in Gips umgewandelte Anhydrite) an. Das über die Störung eindringende Wasser bildete Höhlen, die z. T. einbrachen und so den Kessel des Buchholzer Erdfalls bildeten. Die fachspezifische Bedeutung des Aufschlusses liegt in dem störungsbedingten Nebeneinander von Zechstein und Devon. Harztor NDH_935 Grauwacke-Steinbruch Krieger Flysch und Vorflysch: weitständige Wechsellagerung von grobklastischen, quarzitischen Bänken (Lithotyp 1) mit Ton-Silt-Schiefern (Lithotyp 2) Oberdevon Das ehem. Steinbruchgelände gliedert sich in die etwa 3 bis 5 m über der B 81 liegende Tagebausohle und einen Rest der ohne Bermen steil aufragenden, ca. 10 m hohen ehem. Abbauwand. Der Hangfuß ist bis in etwa 5 m Höhe mit lockerem Verwitterungsschutt überlagert. Die übrigen Teile der ehemals um ca. 150 m langen Abbauwand sind waldbewachsen. Am nördlichen Ende sind geringe Reste frei von Bewuchs. Zur Straße hin liegen Abraummassen als flacher Wall. Im Steinbruch stehen unterkarbonische weitständige Wechsellagerungen von grobklastischen, quarzitischen Bänken (Lithotyp 1) mit Ton-Silt-Schiefern (Lithotyp 2) an. Der obere Teil des Aufschlusses wird von Lithotyp 1, der untere von Lithotyp 2 bestimmt. Mylonitische Massen im Hangschutt und reichlich mit Siderit verheilte Klüfte im Lithotyp 1 deuten auf tektonische Beanspruchung des Gesteinskomplexes hin. Die Gesteinsvielfalt ist auffallend mehrfarbig. Der Hangschutt bietet Fundmöglichkeiten. Harztor NDH_942 200px Kupferschiefer-Schaubergwerk „Lange Wand“ Ilfeld Schluff; Gips und Anhydrit, weiß, grau, in wechselnder Mächtigkeit; Kalkstein und Dolomit, grau, plattig - bankig, dicht; Mergelstein, grauschwarz - schwarz, bituminös; Konglomerat, grau, stark sandig; Porphyrit, rötlich- bis grauviolett, mürbe Zechstein Auf Grund der Erfahrungen des jahrhundertealten Kupferschieferbergbaus im Zechsteingürtel entlang des Südharzes begannen ab 1698 auch im Ilfelder Raum Mutungen (Antrag auf Erteilung des Abbaurechts) auf Kupferschiefer. Der Abbau wurde um 1750 mit zwei Stollen auf Kupferschiefer und in geringerem Umfang auf Kobalt und Schwerspat intensiviert. Nach Unterbrechungen der Gewinnungsarbeiten durch zusitzende Wässer und dem Bau eines Wasserstollens erlag der Abbau vollständig im Jahr 1860. Der Kupferschiefer (Unterer Werra-Ton) gehört zu den jüngsten Bildungen des Zechsteins. Dieser kohlig-bituminöse schwarzblaue Mergelstein (Schwarzschiefer) zeichnet sich durch eine schiefrige bis dünnplattige Spaltbarkeit aus. Er ist durch eine Anreicherung von Schwermetallen, insbesondere der Sulfide von Kupfer, Blei und Zink gekennzeichnet. Die Metallgehalte sind durchweg sehr gering und erreichen nur wenige Prozente. Eine erste Anreicherung von Kupfer, Blei und Zink ist während der Sedimentation des Schwarzschiefers entstanden. Im Zuge der Verfestigung, (Diagenese) der Sedimente kam es zur Umlagerung der schon vorhandenen Erzminerale und einer ersten Erhöhung des Erzmineralanteils vor allem in den unteren Bereichen des Kupferschiefers und den oberen Partien der Sandsteine. Später kam es im Zuge tektonischer Ereignisse zur Bildung von Störungen, die durch erzbringende Lösungen verfüllt wurden, wobei sich neben Baryt als Gangart vor allem auch Kobalt- und Kupferminerale bildeten. Bedeutende Erzminerale bilden hierbei Chalkopyrit (Kupferkies), Kobaltin, Tetraedrit und Arsenopyrit. Die angebotenen Führungen vermitteln einen Einblick in die Schwere der bergmännischen Tätigkeiten unter Tage, zu Abbaumethoden und zu den Lagerstättenverhältnissen. Der für Besucher zugängliche Bereich umfasst nur einen Teil des Grubenfeldes, das sich in südlicher Richtung im Berg bis hinter den geologischen Aufschluss „Lange Wand“ erstreckt. Harztor NDH_1538 Quellkuppe am Bornberg Porphyrit (Rhyodazit), dunkelrotbraun, mittelkörnige Struktur bis felsitisch, ausgeprägte Abkühlungsflächen. Nach MÜLLER 1981 und SCHNEIDER 1983 (in MÜLLER 1987, S. 211) „enthalten die Vulkanite polysynthetisch verzwillingte, zonierte Plagioklase“. Unterrotliegend (Autun) Im ehemaligen Steinbruch am nordwestlichen Ortsrand von Osterode ist eine Quellkuppenstruktur über einem Vulkanschlot durch den Gesteinsabbau hervorragend herauspräpariert. Der Aufschluss befindet sich im Ilfelder Rotliegendbecken, das mit einer Fläche von ca. 120 km² das größte Rotliegend-Verbreitungsgebiet des Harzes ist und im Raum Ilfeld-Neustadt durch eine mächtige rhyolithischer Vulkanitserie gekennzeichnet ist. Dieser früher als „Ilfelder Porphyrit“ bezeichnete Vulkanitkomplex ist auf einer Fläche von ca. 50 km² verbreitet. Der hier anstehende Rhyodazit ist dunkelrotbraun mit einer mittelkörnig bis felsitischen Struktur und besitzt ausgeprägte Abkühlungsflächen, die zur Ausprägung der Quellkuppe führten. Entstanden ist diese durch den Aufstieg rhyolitischer Lava auf herzynisch (WNW-ESE) und eggisch (NNW-SSE) streichenden germanotypen Bruchstrukturen und das Eindringen in bereits vorher abgelagerte, jedoch noch nicht verfestigte Aschestromablagerungen. In mehreren Schüben wurde so eine domartige Struktur gebildet. Die Decken sind bis auf Reste abgetragen. Harztor NDH_2015 200px Steinkohlenbesucherbergwerk „Rabensteiner Stollen“ Netzkater Unterrotliegend (Autun) Seit dem frühen 18. Jahrhundert wurde das bis 2 m mächtige, mit pflanzenführenden Ton- und Siltsteinen durchsetzte Kohleflöz abgebaut. Stratigraphisch wird es der Netzkater-Formation des Unterrotliegend zugeordnet. Im Bereich des Ilfelder Beckens - eines der Sammelbecken für den Abtragungsschutt des variszischen Gebirges - herrschte zu Beginn des Perms ein feucht-tropisches Klima mit üppigem Pflanzenwuchs aus dessen Pflanzenresten sich durch Überdeckung mit Schlammsedimenten (Luftabschluss) die Kohle bildete. Die Abbauversuche ab 1730, um 1880, 1921 und 1949 scheiterten letztendlich an der geringen Mächtigkeit und Qualität der Steinkohle. Die insgesamt ca. 25 m mächtigen „Kohleführenden Schichten“ sind vom Liegenden zum Hangenden folgendermaßen aufgebaut (SEIDEL 1995): Ton- und Schluffsteine (schwarz, pflanzenführend, mit bis zu 2 m mächtigem Steinkohleflöz), Sandsteine (z. T. konglomeratisch), Konglomerate (bankig im Wechsel mit Sandsteinen, Einschaltungen von pflanzenführenden Schluffsteinen, grau, sandig). Die einstündigen Führungen beginnen mit einer Grubenfahrt oder Fahrraddraisine über eine Strecke von etwa 600 m. Während der anschließenden Führung zu Fuß gibt es Erläuterungen zur Entstehung der Kohle, Abbauverfahren ohne und mit Maschinen sowie zu den damaligen Arbeitsbedingungen unter Tage. Harztor NDH_943 Steinkohlenhalde Brandesbachtal Berge des ehem. Steinkohlenbergbaus: feinkörnige Sandsteine, grau, Pflanzenreste führende Schluffsteine, dunkelgrau, z. T. mit dünnen Steinkohlelagen, schwarz Netzkater-Formation Die Halde ist Teil des Altbergbaugebietes am Poppenberg. Der Steinkohlenabbau im Tiefbau am Nordabhang des Poppenberges / Brandesbachtal geht auf die 1. Hälfte des 18. Jh. zurück und erreichte seinen Höhepunkt zwischen 1838 und 1861 (Stollen I bis IV). In dieser Zeit wurde das Flöz auf etwa 500 m streichender Länge und auf ca. 300 m Breite abgebaut. Zeitzeugen dieses Bergbaus sind vier Halden, zwei verwahrte Mundlöcher (Stollen III, Mittlerer Stollen und IV, Oberer Stollen), eine Pinge über Mundloch und Stollen II / Friedrich-Stollen sowie ein 1993 verwahrter Schacht mit Lichtloch / Wasserstollen, Stollen I. Das Haldenmaterial besteht aus den Bergen und ist am Abhang zum Brandesbach aufgeschüttet worden. Da der Abfluss aus dem Wasserstollen an der NW-Seite der Halde ins Brandesbachtal erfolgt, kommt es zur Abspülung von Haldenmaterial. Inzwischen ist der Abflussgraben vor der Halde umgeleitet worden. Das bis 2 m mächtige abgebaute Kohleflöz wird der Netzkater-Formation des Unterrotliegend im Ilfelder Rotliegend-Becken zugeordnet. Die insgesamt ca. 25 m mächtigen „Kohleführenden Schichten“ sind nach SEIDEL 1995 vom Liegenden zum Hangenden wie folgt aufgebaut: Ton- und Schluffsteine, schwarz, pflanzenführend, mit bis zu 2 m mächtigem Steinkohleflöz Sandsteine, z. T. konglomeratisch Konglomerate, bankig im Wechsel mit Sandsteinen und Einschaltungen von pflanzenführenden Schluffsteinen, grau, sandig. Harztor Mineralien

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage NDH_947 Alabasterbruch Rüdigsdorf Gips, Anhydrit, vergipst, weiß, grau, fein- bis grobgeflasert, z. T. in Bänken grau, die Alabasterknollen/-kugeln mit wechselndem Durchmesser zwischen 5 und 20 cm sind an zwei graue Gipshorizonte gebunden Werra-Anhydrit An der hohen, annähernd senkrechten Steinbruchwand sind weiße und bräunlichgraue, feingeschichtete Gipssteine des Werra-Anhydrits (Zechstein) aufgeschlossen, die im mittleren und oberen Abschnitt der Wand zwei Horizonte mit verschieden großen schneeweißen Alabasterknollen in bräunlichgrauer Matrix aufweisen. Der untere Horizont ist ca. 2 m, der obere ca. 1,5 m mächtig. Alabaster ist ein besonders reiner und feinkristalliner Gipsstein, der sich zur Herstellung kunstgewerblicher Objekte wie Figuren und Vasen eignet. Die Alabasterknollen wurden hier im 17. bis 19. Jh. abgebaut und in Handwerksbetrieben im Großraum Ilfeld verarbeitet. Nordhausen Lagerungsverhältnisse/Tektonik

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage NDH_926 Formsandbruch Ellrich Walkenried-Sandstein: Fein- bis Mittelsandstein, gering schluffig, vereinzelt größere Gesteinsbruchstücke, Farbe gelb-grau-rötlich gestreift, mürbe, Parallel- und Schrägschichtung, max. Mächtigkeit 150 m Perm Der Walkenried-Sandstein erhielt lokal als sog. Formsand von Ellrich seine Bezeichnung nach seinem Verwendungszweck. Er wurde in den 30er Jahren des 20. Jh. für Gießereien abgebaut. Der Walkenried-Sandstein ist auf einer Länge von ca. 250 m aufgeschlossen. Die Wandhöhe beträgt im westlichen Bereich etwa 5 m, sie steigt in östliche Richtung auf etwa 10 m an.