Im Landkreis Greiz gab es im Juni 2024 insgesamt 29 erfasste Geotope.

Geotope

Gesteine

ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage GRZ_467 Steinbruch Pohlitz Zechstein z3'd: grauer, graubrauner, plattiger, karvernöser Dolomit; z3-4't: roter, blättriger bis dünnbankiger Tonstein; su2's: rötlicher Sandstein, plattig, bankig Zechstein Das ca. 2 ha große Steinbruchgebiet liegt östlich von Pohlitz und ist im Besitz der Wünschendorfer Dolomitwerk GmbH. Im Steinbruch ist ein Profil vom „Plattendolomit“ (zLCA), den „Oberen Letten“ (zLTb-zFr) bis zum „Bröckelschiefer“ (zFu) der klassischen Gliederung von ZIMMERMANN (1930) mit einer Gesamtmächtigkeit von etwa 27 m aufgeschlossen. Der Steilhang des Plattendolomits bietet z. Z. noch sehr gute Aufschlussverhältnisse. Obere Letten und Bröckelschiefer wurden in den Jahrzehnten nach der Einstellung des Abbaues von Verwitterungs- und Abtragungsschutt teilweise überdeckt. Das Profil schließt das gleiche stratigraphische Niveau wie im Tagebau Caaschwitz auf, weist aber gegenüber diesem einige Unterschiede in fazieller Ausbildung und Mächtigkeiten auf. Pohlitz befand sich zur Zeit des späten Zechsteins paläogeographisch am Südostrand des Thüringer Beckens. Die während der Sedimentation der Werra- und teilw. der Staßfurt-Folge noch bestehenden Aufragungen des variszischen Grundgebirges (Klippen von Schwaara , Eleonorental) waren vollständig überflutet. Das Leinekarbonat (Plattendolomit) bedeckt das Gebiet vollständig mit nach Südosten geringer werdender Mächtigkeit bis südlich Wünschendorf. Der Plattendolomit von Pohlitz wurde in einem flachmarinen Sedimentationsraum abgelagert. Das Beckenzentrum mit salinaren Sedimenten (Leine-Steinsalz) befand sich in der Südharzvorsenke. Die über dem Plattendolomit abgelagerten Ton- und Sandsteine mit eingelagerten Dolomitknollenhorizonten und Gipsresidualen belegen den zunehmenden terrestrischen Einfluss im höheren Zechstein. Die graugrüne Grenzbank inmitten roter sandiger Pelite deutet eine letzte Ingression des Zechsteinmeeres im Gebiet an. Sie galt als obere Begrenzung der Oberen Zechsteinletten zum Bröckelschiefer im Thüringer Becken (SEIDEL, 1965). Aufgrund von Gipsauslaugungen im Liegenden (Subrosion) kam es zu wellenförmigen Verbiegungen und trichterförmigen Einsenkungen, die mit Hangendmaterial ausgefüllt sind. Bad Köstritz GRZ_459 Zwergenhöhle Bad Köstritz Grauwacke, Konglomerat Katzhütte-Gruppe Bei der „Zwergenhöhle“ handelt es sich um ein aufgelassenes Bergwerk, dessen Einstieg sich oberhalb des Grundstücks (Eleonorenstr. 20b) in Bad Köstritz befindet. Aufgeschlossen ist eine Diskordanz eines Zechsteinriffes auf neoproterozoischen Gesteinen der Katzhütte-Gruppe. Die Entstehung des Riffs erfolgte durch die Ablagerung von Riffkalken auf den Grauwacken und Tonschiefern der Katzhütte-Gruppe. Die Länge des Stollens beträgt ca. 100-150 m. Die „Zwergenhöhle“ wurde früher als „Die Gabe Gottes“ bezeichnet und bereits 1688 in den Akten des Bergamtes Gera erwähnt. Somit ist sie ein Zeugnis der Bergbautätigkeit im Raum Köstritz im 16. bis 18. Jahrhundert. Laut Unterlagen der Umweltbehörde Greiz wurde aus dem Stollen das Mineral Schwerspat (Baryt) gefördert. Der Stollen ist weiterhin ein bevorzugtes Fledermausquartier. Bad Köstritz GRZ_425 Buntsandstein-Kiesgrube Wünschendorf Konglomerathorizont, Quarze, Kiesel- und Tonschiefer, kantengerundet in fast bindemittellosem, grauem bis hellrotem Sandstein, bankig Calvörde-Formation Der Sandsteinbruch „Buntsandstein-Kiesgrube Wünschendorf“ befindet sich nordöstlich von Wünschendorf am Südhang des Kieferberges. In dem auflässigen Steinbruch sind das Randkonglomerat und die Untere Sandsteinfolge der Calvörde-Folge (Unterer Buntsandstein) aufgeschlossen. Bei dem Konglomerat handelt es sich um geröllführenden, bindemittelarmen Sandstein, dessen meist kantengerundete Gerölle zwischen 0,5 und 5,0 cm groß sind. Diese bestehen größtenteils aus Quarz und zu einem geringen Anteil aus Kiesel- und Tonschiefer, Biotitgranit, Aplit, Granit und Granitporphyr. Weiterhin sind Horizonte und Bänder mit Korngrößen von Silt bis Ton vorhanden (Tonsiltstein). Die dünnen Lagen haben z. T. eine begrenzte Ausdehnung. Vermehrt lassen sich lokal schräggeschichtete Bereiche feststellen, die erosiv abgeschnitten sind. Bisweilen sind größere Tonklasten in sandiger Einbettung erkennbar. Regionalgeologisch betrachtet befindet sich der Geotop im Südosten des Thüringer Beckens zwischen dem Ronneburger Sattel im Nordosten und dem Bergaer Antiklinorium in Südwesten. Das anstehende Gestein verwitterte aufgrund seiner Bindemittelarmut schnell, war leicht zu gewinnen und wurde früher häufig als Kies gewonnen. Im zentralen, linken (südwestlichen) Bereich des Aufschlusses ist eine Störung zu erkennen, wobei der nordöstliche Teil als Hangendes, der südöstliche Teil als Liegendes interpretiert wird. Die gelbe Verwitterungsfarbe, die in der Störungszone gut zu sehen ist, deutet auf den Feldspat-Gehalt im Sediment hin. Auffällig sind auch größere Tonklasten, die im Sandstein eingebettet und als „rip-up“ Klasten zu interpretieren sind. Berga-Wünschendorf GRZ_445 Kalkbruch Zschippach (Plantage) Zechstein Das Gelände des ehemaligen Kalksteinbruches befindet sich am Südhang des Brahmetals südöstlich des Ortes Zschippach. Regionalgeologisch liegen die Ortschaften Zschippach und Brahmenau am Nordrand des Ronneburger Horstes. Die hier aufgeschlossenen Schichten der Werra-Folge (Zechstein l) lagern diskordant über den Schiefern des Unterkarbon. Abbaugegenstand waren die Dolomite des Unteren Werrakarbonats. Das offene Steinbruchgelände hat eine gestreckte Form entlang E-W. Die Schichten fallen leicht nach Norden ein. Dünnbankige und knollige Ausbildungen des Werradolomits von unterschiedlicher, z. T. hoher Porosität sind hier anzutreffen. Bemerkenswert ist die artenreiche Bodenflora mit Hoher Schlüsselblume, Echter Schlüsselblume, Maiglöckchen, Lungenkraut, Geflecktem Aronstab sowie einigen Xerothermrasenarten (Knäuel-Glockenblume); Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Braunrote Sitter (Epipactis atrorubens), Heidenelke (Dianthus deltoides), Kleiner Klappertopf (Rhinanthus minor), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Zittergras (Briza media), Großes Zweiblatt (Listera ovata). Das Gebiet ist ein Jahreslebensraum des Steinkauzes. Brahmenau GRZ_463 Zechsteinaufschluss nördlich Mückern hellgrauer, poröser, massiger Dolomit mit sandfarbenen Mergellagen, Klüftung: 250 - 260/75 - 90/130 - 140/80 - 90 Zechstein Der ehemalige Steinbruch befindet sich zwischen Mückern und Waaswitz an der nordöstlichen Talflanke des Lerchenberges. Das Geotop liegt regionalgeologisch betrachtet am Nordrand des Ronneburger Horstes im Bereich des Geraer Vorsprungs. Hier wurde der Werradolomit des Zechstein 1 abgebaut. Dieser ist hellgrau, porös und massig ausgebildet, wobei sandfarbene Mergellagen eingeschaltet sind. Der Dolomit hat im Westen eine lockere, mehlige Ausprägung. Die Schichtung ist äußerlich nur leicht durch Verwitterungskontraste sichtbar. Einige Meter östlich, nach einer Störungszone schließt sich ein horizontal geschichteter, kompetenterer, poröser Dolomit an, der durchgehend Knollen beinhaltet. Die Formen dieser Bruchwände (Felsstöcke mit zahlreichen kleinen Höhlungen) erinnern an Riffe. Der Dolomit ist, obwohl es der Name des Objektes vortäuscht, nicht durch riffbildende Organismen entstanden. Weiter nördlich folgen zusätzliche Störungen, welche mit einer Änderung des Fallwinkels der Schichtung einhergehen. Der Zechstein ist hier an seiner östlichen Verbreitungsgrenze aufgeschlossen. Brahmenau GRZ_405 Kuhbergbruch (Neumühle) kleinkörnige Granitporphyre Oberdevon Der stillgelegte Steinbruch „Kuhbergbruch“ liegt südöstlich der Gemeinde Neumühle nördlich von Greiz und ist über eine Forststraße gut erreichbar. Hier ist die Kernzone des Bergaer Sattels mit Porphyroiden eines sauren bis intermediären Intrusivgesteins aufgeschlossen. Diese Granitporphyre drangen vermutlich während des Oberdevons in ordovizische Schichten (Frauenbach-Folge) ein und wurden durch kataklastische Metamorphose (mechanisches Zerbrechen und Zerkleinern in Störungszonen) überprägt. Die über 100 m langen Lagergänge des „Kuhbergbruches“ sind die bedeutendsten Vorkommen präkinematischer, d. h. vor der Hauptfaltung der variszischen Orogenese intrudierten Granitoide im Greizer Raum. Im unteren Bruch hat sich ein Grubengewässer gebildet, weiterhin sind die Bruchwände insbesondere im südlichen Bereich mit Verwitterungsschutt überrollt. Greiz GRZ_418 Schieferfelsen an der Lehnamühle Wechsellagerung von Schiefer- und Quarzitbänkchen, Schichtung 30° NE, Schieferung 45° NNW Ordovizium Der „Schieferfelsen an der Lehnamühle“ liegt südöstlich der ehemaligen Pappenfabrik Lehnamühle im Elstertal zwischen Greiz und Berga unmittelbar an der Straße (Buswendeschleife). Die Felsklippe befindet sich regionalgeologisch im Thüringischen Schiefergebirge, speziell des Bergaer Antiklinoriums mit seinen Festgesteinen aus Ordovizium, Silur und Devon. Der „Schieferfelsen an der Lehnamühle“ liegt im südöstlichen Teil des Bergaer Sattels, gehört zur Berga-Formation der Weißelster-Gruppe (Unterordovizium) und zeigt eine Wechselfolge von graublauen und grüngrauen Phylliten (Schiefern) mit zwischengelagerten, dünnen, siltig-quarzitischen Bänken. Der Schiefer liegt in der Grünschiefer-Fazies vor und ist infolge der variszischen Gebirgsbildung mehrfach stark deformiert worden. Im Aufschluss sind die Schicht- und Schieferungsflächen deutlich erkennbar, wobei die Schichtung mit 30° nach Südost und die Hauptschieferung mit 45° nach Norden einfällt. Neben der Hauptschieferung parallel zu den Faltenachsen sind zwei weitere Schieferungen (N-S- und W-E-Schieferung) erkennbar. Die Schieferungsbrechung zwischen kompetenteren und inkompetenteren Lagen lässt sich im Querschnitt des Schieferfelsens gut beobachten. Greiz GRZ_428 Sandsteinbruch im Kirchtal von Kraftsdorf grauer bis hellroter dolomitischer fein- bis gröberkörniger Sandstein, bankig, eingelagerte cm-starke rötliche Tonsteinlagen Kraftsdorfer Sandstein Im späten 19. Jahrhundert kam es durch den Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Weimar und Gera zur erhöhten Tätigkeit im Steinmetzgewerbe, welches eine Vielzahl an offenen, heute stillgelegten Steinbrüchen in der Gegend um Kraftsdorf zurückließ. Der dolomitisch