Im Ilm-Kreis gab es im Juni 2024 insgesamt 52 erfasste Geotope.
Geotope
Gesteine
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage IK_1018 Langebergquarzit bei Herschdorf Grauer, mittel- bis grobkörniger Quarzit in massiger Ausbildung und bankiger Absonderung. Ordovizium In dem aufgelassenen Steinbruch ist eine ca. 5 m hohe Wand aus Langebergquarzit aufgeschlossen. Bösleben-Wüllersleben IK_979 Aufschluss im Elgersburger Sandstein roter, fein- bis mittelkörniger, mürber und bindemittelarmer Sandstein der sich durch gute Sortierung und Kornrundung ausgezeichnet Oberrotliegend (Saxon) Das Geotop am Eingang zum Moortal ist der beste Aufschluss des Elgersburger Sandsteins, der stratigraphisch das Bindeglied zwischen dem älteren Schwalbensteinkonglomerat und dem jüngeren Totensteinkonglomerat darstellt. Elgersburg IK_989 Blockhalde am Schnittstein Porphyr, Manganerz (Pyrolusit, Braunit) Unterrotliegend (Autun) Die Blockhalde gehört zum ehemaligen Manganerz-Grubenfeld Himmelfahrt als Teil des Rumpelberger Gangzuges. Die Bildung der Gangspalten und Zerklüftungszonen des Porphyrs und die Ausfüllung mit Manganerz erfolgte im Tertiär. Elgersburg IK_1002 200px Ratssteinbruch bei Ilmenau Tuff aus unregelmäßigen Gemengen von Quarzporphyr, Glimmerporphyrit und Melaphyr. Unterrotliegend (Autun) Der Ratssteinbruch westlich von Ilmenau, am nördlichen Talhang des Hammergrundes, wurde vermutlich erstmals von Johann Wolfgang von Goethe beschrieben, der in den Aufsätzen zur Mineralogie und Geologie (1812) „Über den Ausdruck Porphyrartig“ schrieb: „Der Porphyr aus dem Ilmenauer Ratssteinbruch gehört gleichfalls hierher, und wie manches andre so genannte tote Liegende...“. Die Steinbruchwand ist etwa 80 m lang und 30 m hoch und erschließt eine Abfolge aus dem mittleren Teil des Kickelhahn-Tuffs der Ilmenau-Formation. Das hier abgebaute feste, wetter- und frostbeständige Gestein diente für Mauer- und Werksteine. Ilmenau IK_1000 Steinbruch am Ascherofen bei Ilmenau Glimmerporphyrit, porphyrisches Gefüge, in dunkler Grundmasse liegen Plagioklase, Biotit und Augit Unterrotliegend (Autun) In dem seit langem aufgeschlossenen Steinbruch ist Glimmerporphyrit als kompaktes Gestein aufgeschlossen, der dem jüngsten von 3 Ergüssen in der Ilmenau-Folge angehört. Ilmenau IK_1011 Steinbruch am Knieberg bei Langewiesen Rhyolith, einsprenglingsarm, mittelporphyrisch bis grobporphyrisch (Feldspat – selten Quarz), z. T. alteriert, z. T. porös, z. T. sphärolithisch, z. T. fluidal, z. T. brekziiert, massig, hellrot bis braunrot, verwittert weiß Stefan Der Steinbruch schließt einen Schlot von säulig erstarrtem Quarzporphyr auf, der sich aus einem Quarzporphyrgang entwickelt hat und den Oehrenstocker Tuff durchbricht. Der Porphyr besitzt eine ausgeprägte säulige Ausbildung. Ilmenau IK_1015 Steinbruch am Schöffenhaus bei Manebach Tuff, Tuffit Unterrotliegend (Autun) In dem aufgelassenen Steinbruch ist Kickelhahntuff aufgeschlossen. Neben dem Tuff stehen im Steinbruch auch Tuffit- und Sedimentlagen an. Ilmenau IK_1014 Steinbruch an der Langebachtalmündung Granit, Aplit Aufschluss des Ilmtal-Suhler Granits mit deutlicher erkennbarer Wollsackverwitterung. Der Granit war bereits zu Beginn der Rotliegendzeit durch Abtragung freigelegt und tief verwittert (Granitgrus). Auf der Steinbruchsohle ist ein Aplitgang aufgeschlossen. Ilmenau IK_1012 Steinbruch auf dem Kirschberg bei Langewiesen Ignimbrit mit dunkelroter Matrix und darin gleichmäßig verteilten Feldspäten und Biotitglimmerblättchen Stefan Im Steinbruch ist der Oehrenstocker Tuff aufgeschlossen, der einen sogenannten Schweißtuff oder Ignimbrit darstellt. Ilmenau IK_1020 Thomas-Steinbruch Glimmerporphyrit, Porphyritbrockentuff Stefan Im aufgelassenen Thomas-Steinbruch sind an der ca. 30 m hohen Steinbruchwand zwei Glimmerporphyritvarietäten aufgeschlossen, die durch einen polymikten Porphyritbrochentuff getrennt sind. Ilmenau Mineralien
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage IK_2004 Schaubergwerk „Volle Rose“, Langewiesen Auf dem Freigelände des Schaubergwerkes, südöstlich von Ilmenau im Schortetal, können Bergbaumaschinen und -geräte und historische Bergbau- und Feldlokomotiven besichtigt sowie Fahrten auf dem ca. 2,5 km langen Streckennetz der Feldbahn unternommen werden. Während der Befahrung des historischen Talstollens „Volle Rose“ in einem Grubenzug vermittelt ein erfahrener Bergmann einen Eindruck von der Arbeit der Bergleute und den Abbauverfahren im seit der 2. Hälfte des 19. Jh. umgehenden Flussspatbergbau. Ilmenau Fossilien
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage IK_997 Aufschluss Straßenhang Manebach graue bis schwarze Schiefertone mit Kohleflözen, Sandsteine, Konglomerate Unterrotliegend (Autun) Der „Straßenhang Manebach“ ist ein klassischer Fossilfundpunkt der Rotliegendflora von internationaler Bedeutung. Aufgeschlossen ist die Manebach-Formation – Untere Sandsteinzone (ruMAs1), Flözführendes (ruMAst) und Obere Sandsteinzone (ruMAs2). Im Gebiet von Manebach sind die Steinkohleflöze und andere fossilreiche Schichtglieder in maximaler Mächtigkeit entwickelt. Die gesamte Schichtenfolge fällt nach Norden ein. Durch die frühe Forschungsgeschichte ist Manebach die Typuslokalität einer großen Zahl von Pflanzenfossilien des Rotliegend, z. B. Spenophyllum thonii, Calamites multiramis, Palaeostachya thuingiiaca etc. Signifikante Faunenreste traten bisher nur selten auf. Das Profil an der Bundesstraße beginnt mit den braunroten Grundkonglomeraten, weiter nördlich auch mit konglomeratischen Sandsteinen. Nahe der Bushaltestelle ist ein geringmächtiges Kohleflöz aufgeschlossen. Ilmenau Lagerungsverhältnisse/Tektonik
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage IK_971 Schottergrube bei Haarhausen Kalkstein, Tonstein, Dolomit Mittlerer Muschelkalk Die Bezeichnung „Schottergrube“ ist etwas irreführend, handelt es sich doch nicht um Flussschotter, sondern um einen Steinbruch im Mittleren und Oberen Muschelkalk sowie Unteren Keuper. Deutlich sichtbar ist, dass die ursprünglich horizontal abgelagerten Schichten im Ergebnis tektonischer Prozesse heute schräg gestellt und gefaltet sind. Durch intensive tektonische Beanspruchung im nordöstlichen Randbereich der Eichenberg-Gotha-Arnstadt-Saalfelder Störungszone entstand die Kleinstückigkeit des hier vormals abgebauten Kalksteinmaterials. Der Aufschluss am südlichen Ortsrand von Haarhausen ist sehr gut erreichbar und als Geotop von überregionaler Bedeutung. Amt Wachsenburg IK_960 Kalkberg bei Arnstadt Gips, Dolomit, Kalkstein Mittlerer Muschelkalk Das Geotop umfasst einen Aufschluss mit kleintektonisch gestörtem Gips und Dolomit des Mittleren Muschelkalks am Nordrand der Gotha-Saalfeld-Arnstädter Störungszone. Arnstadt IK_973 Bleiberg gelbbrauner, porös-zelliger dolomitischer Kalkstein Zechstein Das Geotop umfasst eine Restscholle des Zechsteins (nur an Lesesteinen erkennbar), die aufgrund ihres Einschlusses zwischen Verwerfungen der Abtragung entging. Sie stellt einen Beleg für die ehemalige Überdeckung des Rotliegend mit Zechstein dar. Geratal IK_1021 Gefaltete Tonschiefer bei Großbreitenbach Tonschiefer, Grauwacke Neoproterozoikum Der 1 km lange Straßenanschnitt schließt präkambrische Tonschiefer und Grauwacken der Katzhütter Schichten des Schwarzburger Sattels auf, die in eindrucksvoller Weise gefaltet sind. Großbreitenbach IK_1017 Gillersdorfer Dachschiefer Dunkelgraue, schwach phyllitische und dünnplattig spaltende Tonschiefer mit Quarzitgeröllen (Dachschiefer). Kambrium Das Naturdenkmal umfasst mehrere unterschiedliche alte, eng beieinanderliegende Steinbrüche, in denen kambrische Schiefer, sogenannt Gillersdorfer Dachschiefer aufgeschlossen sind. Großbreitenbach IK_1010 Aufschluss im Uraltdiabas Uraltdiabas, mit Kalknatronfeldspäten, ursprünglich im Diabas enthaltener Augit wurde in Hornblende umgewandelt Karbon In dem aufgelassenen Steinbruch 1,5 km nordwestlich von Langewiesen unterhalb der B 88 ist ein ca. 300 m mächtiger Uraltdiabaslagergang aufgeschlossen. Der ursprüngliche Mineralbestand wurde zum Teil auch durch kinetische Metamorphose umgewandelt. Ilmenau IK_1009 Granitgrusgrube auf dem Ehrenberg Granit, Granitgrus, Fleckenschiefer Unterkarbon (Dinantium) Aufgeschlossen ist tiefgründig zersetzter Granit (Granitgrus), der Gegenstand des Abbaus war. Weiterhin stehen am westlichen Grubenrand metamorphisierte Schiefer an. Auf der Grubensohle befinden sich Granitblöcke mit typischer Wollsackverwitterung. Ilmenau IK_984 Kupferberg bei Ilmenau-Roda Gips, Dolomit (bituminös) Zechstein Das Geotop umfasst einen aufgelassenen Steinbruch an der B 88, in dem steil aufgerichteter Plattendolomit aufgeschlossen ist und Gipsaufschlüsse am Sportplatz von Roda (ehemalige Gipsgrube). Ilmenau IK_1006 Steinbruch Ehrenberg-Ost Granit, Amphibolithhornfels, Grauwackenhornfels Karbon Im Bereich des Steinbruchs ist eine „Innere Kontaktzone“ aufgeschlossen. Die ehemaligen Tonschiefer wurden hier durch die kontaktmetamorphe Wirkung des Granits (einzelne Granitapohysen sind aufgeschlossen) in Amphibolithornfels umgewandelt. Ilmenau IK_998 Steinbruch Schillerhöhe am Ehrenberg deutlich geschichteter Amphibolithornfels mit Linsen von Granat und Epidot Karbon Im Bereich des Steinbruchs ist eine „Innere Kontaktzone“ aufgeschlossen. Die ehemaligen Tonschiefer wurden hier durch die kontaktmetamorphe Wirkung des Granits hochgradig verändert und in Amphibolithornfels umgewandelt. Ilmenau IK_1007 Untere Gehrener Schichten Enstatitporphyrit, Arkose Stefan In mehreren Aufschlüssen entlang der Straße sind die diskordant auf dem Grundgebirge (Granit) lagernden Unteren Gehrener Schichten (Basissedimente und Enstatitporphyrit) aufgeschlossen. Ilmenau IK_987 Geologischer Aufschluss am Kaffenberg bei Stadtilm Kalkstein, mikritisch bis arenitisch, schillführend (typisch Coenothyris vulgaris), oolithisch, oft porig, stellenweise Hartgründe, plattig bis dickbankig, wulstig bis knauerig, blaugrau, verwittert rostbraun bis gelblichweiß; Kalkmergelstein, mikritisc Unterer Muschelkalk Am Südhang des Kaffenberges ist der Untere Muschelkalk mit sattelförmig gefalteter Terebratulabank aufgeschlossen. Stadtilm Sedimentstrukturen
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage IK_976 Ehemalige Tongruben bei Dosdorf Mergel Oberer Buntsandstein An der Südwand der ehemaligen Tongrube sind Schichten des Oberen Buntsandsteins mit sehr schönen Letten- bzw. Mergelschichten aufgeschlossen. Arnstadt Typlokalitäten/Richtprofile
ID Bild Bezeichnung Art Stratigraphie Beschreibung Gemeinde Lage IK_980 Totenstein Das mittel- bis grobkiesige Totenstein-Konglomerat (roELc2) besteht fast ausschließlich aus Geröllen von Rhyolithen, untergeordnet treten auch Quarz, Quarzit, Schiefer, Granit und roter Sandstein auf. Oberrotliegend (Saxon) Der Totenstein, auch Friedensstein genannt, befindet sich nur wenige 100 m westlich der Ortslage von Elgersburg und stellt ein bis 50 m über das Körnbachtal hinausragendes Felsmassiv dar. Es besteht aus Oberem Porphyrkonglomerat der Elgersburg-Formation des Oberrotliegend. Am Westhang des Totensteines ist als Typuslokalität das Totensteinkonglomerat nahezu in seiner gesamten Mächtigkeit von etwa 120 m aufgeschlossen. Elgersburg IK_1001 Obere Gehrener Schichten bei Ilmenau Glimmerporphyrit, Staubtuffe, Melaphyr, Tonstein, Tonschiefer, Sandstein Unterrotliegend (Autun) Mit Verbreiterung eines Forstweges entstand ein 450 m langer Aufschluss, der einen Einblick in die Schichtenfolge der Ilmenau-Folge gab (später zugewachsen). Aufgeschlossen waren Glimmerporphyrit, Obere Tonsteine, Höllkopfmelophyr, Ton- und Sandsteine. Ilmenau Fluviatile und gravitative Abtragungs- und Ablagerungsformen