Man nennt mich Hondo (Originaltitel: Hondo, später auch: They Called Him Hondo) ist ein Western des Regisseurs John Farrow aus dem Jahr 1953 nach der Erzählung The Gift of Cochise von Louis L’Amour. Es ist der einzige 3D-Film des Hauptdarstellers John Wayne.3D-Bild mit John Wayne
Handlung Im Grenzgebiet zwischen Texas und New Mexico droht im Jahr 1870 ein neuer Indianerkrieg. Hondo Lane ist Armee-Kundschafter im Dienst des 8. Kavallerie-Regiments unter General Crook. Auf der Flucht vor den Apachen hat der Hondo sein Pferd eingebüßt und rettet sich zu Fuß auf die einsame Ranch von Angie Lowe und ihrem sechsjährigen Sohn Johnny. Angies herzloser Mann hat beide schon vor zwei Monaten im Stich gelassen. Mrs. Lowe leugnet dies jedoch und behauptet, ihr Gatte sei in den nahe gelegenen Bergen, um entlaufene Rinder zu suchen. Der raubeinige Hondo kümmert sich anfänglich um Hof und Pferde, zieht aber weiter, nachdem er eines der Pferde für sich zugeritten hat. Zuvor warnt er seine Gastgeberin vor der drohenden Gefahr durch die Indianer. Hondo hat selbst einen Anteil „indianisches Blut“ in sich, lebte fünf Jahre mit einer Squaw unter den Mescaleros und kennt darum die Psyche der Apachen wie kaum ein anderer. Angie dagegen glaubt, dass ihr bislang gutes Verhältnis zu den Apachen auch in Zukunft Bestand haben werde.
Ein „Besuch“ der Apachen kurz nach Hondos Abreise nimmt jedoch bedrohliche Züge an. Als aber der kleine Johnny dem besonders feindseligen Unterhäuptling Silva mutig entgegentritt, ist Oberhäuptling Vittorio davon so beeindruckt, dass er das Kind zu seinem Blutsbruder macht. Unterdessen trifft Hondo in Fort Selden, einem Feldlager der Kavallerie, auf Angies aufbrausenden Ehemann Ed Lowe. Beide geraten mehrfach aneinander, sodass Hondo seinen Gegner schließlich verprügelt, um sich Respekt zu verschaffen. Nun möchte Hondo Angie das Pferd, das er zugeritten hat, zurückbringen und bei ihr nach dem Rechten sehen. Derweil kehrt Häuptling Vittorio auf die Farm zurück und teilt Angie mit, dass sie, sobald der große Sommerregen vorbei sei, auch gegen ihren Willen mit einem Apachen verheiratet werde, weil Johnny einen Vater brauche.
Auf dem Weg zu Angies Farm rettet Hondo Ed Lowe bei einem Überfall durch Apachen. Als Lowe auf ihn schießen will, erschießt Hondo ihn in Notwehr. In der Hand des Toten findet er ein Foto von Johnny und nimmt es an sich. Später gerät Hondo in einen Hinterhalt der Indianer, die von ihm Einzelheiten über die Truppenbewegungen der Kavallerie erfahren wollen. Als Hondo sich weigert, beginnen sie, ihn zu martern. Dabei findet Vittorio bei Hondo Johnnys Foto, hält ihn daraufhin für Angie Lowes Ehemann und will ihn freilassen. Doch sein Unterhäuptling Silva ist dagegen. Jetzt muss Hondo zu einem Messerduell mit Silva antreten. Hondo wird schwer verletzt, gewinnt jedoch und schont Silvas Leben. Der verletzte Hondo wird sodann von den Indianern zu Angies Farm gebracht.
Vittorio betrachtet Hondo nunmehr nicht mehr als Feind. Bei einem nächtlichen Treffen am Fluss in der Nähe von Angies Farm. trennen sich die beiden Männer voller Respekt voneinander. Angie gesteht Hondo anschließend ihre Liebe. Am nächsten Tag erscheint eine Abteilung der Kavallerie auf der Ranch, um die Familie vor den Indianern in Sicherheit zu bringen. Einer der zivilen Begleiter der Armee und Freund Ed Lowes droht damit, Angie zu verraten, dass Hondo ihren Ehemann getötet hat. Angie wird Zeugin dieses Erpressungsversuchs und erfährt dabei die ganze Wahrheit über den Verbleib und den Tod ihres Mannes. Gleichwohl hat sie sich für Hondo entschieden, der mittlerweile nicht nur Angie von ganzem Herzen liebt, sondern auch Johnny als seinen Sohn ansieht. Die Soldaten verlassen die Farm, weil sie Befehl haben, noch weitere Siedlerfamilien zu retten.
Bereits kurze Zeit später kehren sie zurück. Sie wurden in einen Kampf mit den Apachen verwickelt, bei dem Häuptling Vittorio getötet wurde. Nun ist der kriegerische Silva Häuptling seines Stamms und führt mit seinen Kriegern einen weiteren Angriff auf die Kavallerie, in den auch Hondo hineingezogen wird. Nachdem Hondo in diesem Kampf Silva getötet hat, geben die Apachen die Verfolgung der Soldaten auf.
Hondo kann endlich mit Angie und Johnny zu seiner Farm in Kalifornien aufbrechen.
Synchronisation Die deutsche Synchronfassung stammt aus dem Jahr 1953.
RolleDarstellerSynchronsprecher Hondo Lane John Wayne Curt Ackermann Angie Lowe Geraldine Page Tilly Lauenstein Buffalo Baker, Armee-Scout Ward Bond Wolf Martini Lennie, Armee-Scout James Arness Hans Emons Major Sherry Paul Fix Hans Hessling Vittorio Michael Pate Friedrich Joloff Silva Rodolfo Acosta Eduard Wandrey Johnny Lowe Lee Aaker n.n. Ed Lowe Leo Gordon Fritz Tillmann
Sonstiges Obwohl der Western im Jahr 1870 handelt, sind Hondo, Ed Lowe und diverse andere Akteure anachronistischerweise mit dem Colt „Peacemaker“ bewaffnet (oder mit dessen Abarten, wie dem langläufigen Cavalry Model). Diese Revolver gelangten aber erst 1873 auf den Markt.
Aus Freundschaft zu John Wayne übernahm Hollywoodregisseur John Ford einige Dreharbeiten im zweiten Filmstab.
1991 wurde der Streifen, nach einer Konvertierung in das anaglyphe Rot-Grün-Verfahren durch Daniel Symmes, auch in 3D, im so genannten Natural-Vision-Prozess, von 151 US-amerikanischen Fernsehstationen ausgestrahlt.Natural-Vision® (anaglyph). Real 3 Dimension. ()
Der Film wurde von John Waynes und Robert Fellows Firma „Wayne-Fellows“ produziert. Nachdem er sich von Fellows getrennt hatte, gründete Wayne die Produktionsfirma Batjac, die 1966 eine Neuverfilmung des Films unter dem Titel Hondo und die Apachen (Hondo and the Apaches) mit Ralph Taeger in der Titelrolle drehte. Dieser Film diente dann der Fernsehserie Hondo, mit Taeger in der Hauptrolle, als Vorlage und war zugleich der Pilotfilm. Der Anführer der Apachen, in der ersten Verfilmung „Vittorio“ und im Remake „Vittoro“ genannt, wurde in beiden Produktionen vom australischen Schauspieler Michael Pate dargestellt.
Der 1970 von Howard Hawks gedrehte Spätwestern Rio Lobo, mit John Wayne in der Hauptrolle, wartet mit einer versteckten Hommage auf: Während eines Gesprächs mit dem Sheriff (Filmminute 38) in dessen Büro steht John Wayne vor einem Anschlag mit drei Steckbriefen. Der Steckbrief oben links zeigt Waynes Konterfei und bietet 1000 Dollar Belohnung für Hondo Lane – tot oder lebendig.
In der Serie Eine schrecklich nette Familie versucht Al Bundy mehrfach, Hondo im Fernsehen zu schauen, einen seiner Lieblingsfilme. Es misslingt ihm immer, wobei meistens erwähnt wird, dass Hondo nur „alle 17 Jahre“ gesendet werde.
Kritiken
Auszeichnungen Der Film war 1954 in der Kategorie Beste Nebendarstellerin (Geraldine Page) und ursprünglich auch in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch (Louis L’Amour) für den Oscar nominiert. Da Hondo jedoch eine Adaption der Kurzgeschichte The Gift of Cochise aus dem Jahr 1952 von L’Amour war, wurde die Nominierung auf Hinweis L’Amours zurückgezogen.Alan Gevinson: Within Our Gates: Ethnicity in American Feature Films, 1911–1960 (= American Film Institute Catalog. Band 7). University of California Press, 1997, ISBN 0-520-20964-8, S. 464f.
Weblinks
Filmplakat (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1953 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:3D-Film Kategorie:Western Kategorie:Louis-L’Amour-Verfilmung