Die ARE Austrian Real Estate GmbH (kurz: ARE) ist ein österreichisches Immobilienunternehmen, das auf die Bewirtschaftung und Entwicklung von Büro- und Wohngebäuden ausgerichtet ist.Milliardenkonzern ARE wird zum Wohnungsentwickler. In: Wirtschaftsblatt. 29. April 2016. Das Unternehmen wurde 2012 als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG) gegründet und sollte im Gegensatz zur BIG, die im öffentlichen Sektor aktiv ist, im privaten Bereich tätig sein.Kathrin Gulnerits: „Lieber ein guter, als ein windiger Konkurrent“. Immobilienexperten sehen schwieriges Marktumfeld für neu gegründete BIG-Tochtergesellschaft ARE. Die Chancen werden dennoch sehr positiv eingeschätzt. In: Wirtschaftsblatt. 3. Oktober 2012. Zum Gründungszeitpunkt wurden rund 25 Prozent des Bestandes der BIG Immobilien auf die ARE Austrian Real Estate übertragen.Ein Viertel der Staatsimmobilien ausgegliedert. In: Oberösterreichische Nachrichten. 11. September 2012.Kathrin Gulnerits: „Lieber ein guter, als ein windiger Konkurrent“. Round Table Immobilienexperten sehen schwieriges Marktumfeld für neu gegründete BIG-Tochtergesellschaft ARE. In: Wirtschaftsblatt. 3. Oktober 2012.
Im Rahmen der Wohnbauinitiative der österreichischen Regierung übernahm die ARE ab 2015 vermehrt die Projektentwicklung von Wohnquartieren. Die ARE ist Eigentümerin zahlreicher Liegenschaften in Österreich und entwickelt Projekte wie die Stadtquartiere Village im Dritten in Wien, Vienna Twentytwo, Am Zeughaus in Innsbruck, Im Grünen Mödling und Jakomini Verde in Graz. Der Sitz des Unternehmens ist die österreichische Bundeshauptstadt Wien. Die ARE Austrian Real Estate erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 397,1 Mio. Euro.
Unternehmensstruktur mini|Wohnquartier „Am Zeughaus“ in Innsbruck mini|Wildgarten in Wien-Meidling mini|Vienna Twentytwo in der Wiener Donaustadt mini|Justizgebäude Salzburg Das Unternehmen hält jeweils hundertprozentige Beteiligungen an der ARE Austrian Real Estate Development GmbH sowie der ARE Holding GmbH. Weiters hält das Unternehmen über die ARE Beteiligungen GmbH eine hundertprozentige Beteiligung an der ARE Urbaniq GmbH. Die ARE Austrian Real Estate ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der BIG, wobei die BIG über die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) im hundertprozentigen Eigentum der Republik Österreich ist.
Im Geschäftsjahr 2025 umfasste der Immobilienbestand der ARE insgesamt 590 Liegenschaften, von denen rund 75 Prozent Büroimmobilien sind. Der Anteil an den Wohnimmobilien belief sich auf 12,4 Prozent. Die verbleibenden 12,8 Prozent entfielen auf weitere Nutzungsarten, wie zum Beispiel Bildungs- oder Produktionsnutzung. Die Mieterlöse des Unternehmens wurden in Wien (136,9 Mio. Euro), der Steiermark (32,6 Mio. Euro), Niederösterreich (21,8 Mio. Euro), Oberösterreich (20,1 Mio. Euro), Salzburg (14,7 Mio. Euro), Tirol (15,2 Mio. Euro), Kärnten (11,1 Mio. Euro), Vorarlberg (5,1 Mio. Euro) sowie dem Burgenland (4,7 Mio. Euro) erwirtschaftet. Der Umsatzerlös belief sich auf 397,1 Mio. Euro. 2025 waren 100 Mitarbeitende für die ARE tätig.
Bestandsliegenschaften Von 2014 bis 2016 investierte die ARE in die Generalsanierung eines Bürogebäudes des Arbeitsinspektorats und des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen in Vöcklabruck.Gerichtsgebäude wird bis Frühjahr 2016 saniert. In: Oberösterreichische Nachrichten. 1. Oktober 2014.Bezirksgericht moderner, sicherer und barrierefrei. In: Oberösterreichische Nachrichten. 17. Juni 2016. Im Rahmen der Bezirksgerichtsreform wurden 2015 die Bezirksgerichte Weiz und Liezen eröffnet und in den darauf folgenden Jahren weitere Gerichtsgebäude saniert und erweitert – zuletzt das Bezirksgericht Seekirchen am Wallersee (April 2023).
Zwischen Oktober 2015 und November 2017 sanierte die ARE ihre Liegenschaften in der Paulustorgasse in Graz, welche unter Denkmalschutz steht und Teil der historischen Befestigungsanlage und damit UNESCO-Weltkulturerbe ist.
2017 erwarb das Unternehmen eine Liegenschaft in der Wiener Trabrennstraße, die als Konzernzentrale genutzt wird. Im Folgejahr sanierte die ARE das ehemalige Gefangenenhaus in Linz-Urfahr, um ein modernes Bürogebäude für die Familien- und Jugendgerichtshilfe zu schaffen.Ehemaliges Gefangenenhaus wird modernes Bürogebäude. In: Oberösterreichische Nachrichten. 10. Dezember 2018. 2020 begann die ARE Austrian Real Estate mit dem Bau eines zweigeschoßigen Neubaus, der ab 2021 als Einsatzzentrale der Oberösterreichischen Landespolizei in Linz genutzt wurde.Bau für neue Polizei-Einsatzzentrale gestartet. In: Oberösterreichische Nachrichten. 27. Mai 2020.
Weiters errichtete die ARE ab 2021 im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres das neue Sicherheitszentrum Tirol in Innsbruck. Der Gebäudekomplex besteht aus sieben Baukörpern (fünf Neubauten sowie zwei Bestandsgebäude). Im Mai 2024 wurden die ersten drei Neubauten fertiggestellt und von der Landespolizeidirektion Tirol bezogen.
Im Jahr 2022 kaufte das Unternehmen das Büro- und Geschäftshaus Greenworx, Wien. 2023 erwarb die ARE das Büroobjekt InnoPlaza in Meidling. Das Gebäude setzt sich aus sechs Ober- und vier Untergeschoßen zusammen und umfasst vermietbare Büroflächen, eine Terrasse, Lagerflächen und eine Tiefgarage. Weiters verwaltet die ARE beispielsweise das Gebäude des Schlossmuseums in FreistadtMietreduktion sichert den Museumsbetrieb ab. In: Oberösterreichische Nachrichten. 19. Mai 2023. sowie das Bundesamtsgebäude Radetzkystraße in Wien. Dort sind unter anderem das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) sowie das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie eingemietet.
Das Unternehmen vermietet außerdem Liegenschaften an das Bundesministerium für Inneres, das Bundesministerium für Justiz, das Bundesministerium für Finanzen, die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH sowie das Bundeskanzleramt.
Seit 2023 adaptiert die ARE das denkmalgeschützte, 1848 fertiggestellte ehemalige Zollgebäude in der Vorderen Zollamtsstraße 3 in Wien-Landstraße zu einem Bürogebäude mit Flächen für Weiterbildung und Beratung. Im Zuge der Sanierung wird die Haustechnik erneuert und der ursprüngliche Zustand teilweise wiederhergestellt.
Projekt- und Quartiersentwicklungen Im Juni 2014 erfolgte in der Beatrixgasse 11 im dritten Wiener Gemeindebezirk der Baustart zum ersten Entwicklungsprojekt der ARE Development mit 31 Wohnungen. Im Rahmen der von dem damaligen Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner angekündigten Wohnbauoffensive investierte die ARE ab 2015 bis zu zwei Mrd. Euro in den österreichischen Wohnbau.10 000 neue Wohnungen. In: Oberösterreichische Nachrichten. 20. Februar 2015. Zudem startete das Unternehmen 2015 mit dem Bau des Argento in Wien, und beendete im folgenden Jahr den Bau der Rosenhöfe in Graz. 2016 beendete die ARE den Bau des Wohndeltas Alte Donau in Wien. Weiters begann die ARE 2017 mit dem Bau des Ensembles in Wien. 2017 erfolgte die Fertigstellung von Mietwohnungen in der Kaarstraße in Linz.
Von 2017 bis 2025 realisierte die ARE ein Stadtquartier am Rosenhügel im 12. Wiener Gemeindebezirk, den Wildgarten. In Kooperation mit der Soravia Group errichtete das Unternehmen von 2018 bis 2021 die mehrfach international ausgezeichneten TrIIIple Towers in der Wiener Landstraße.
Im Jahr 2019 wurde bekannt, dass die ARE als Bauherr für die Errichtung von 127 Mietwohnungen ab Mitte 2020 in der Derfflingerstraße in Linz tätig werde.Neues Wohnquartier wird Asylunterkunft ersetzen. In: Oberösterreichische Nachrichten. 3. April 2019. Im selben Jahr begann das Unternehmen mit dem Bau eines Wohnprojekts in Gmunden, um 46 freifinanzierte Eigentumswohnungen zu errichten.Bad Ischl. Kochgut löste Brand aus. In: Oberösterreichische Nachrichten. 18. September 2019. Weiters errichtete das Unternehmen unter anderem von 2020 bis 2022 in der Landstraßer Hauptstraße einen Gebäudekomplex, der sich aus 156 freifinanzierte Mietwohnungen, einem Büro und zwei Geschäftslokalen zusammensetzt.
Ebenfalls wurde im Jahr 2022 die Wohnhausanlage zwischen der Feldkirchner Straße und der Magazingasse in Klagenfurt fertiggestellt. Von 2022 bis 2024 wurde das Wohnquartier Jakomini Verde in Graz errichtet.
Als Quartiersentwicklerin errichtet die ARE Austrian Real Estate gemeinsam mit der Stadt Wien sowie weiteren Partnern das städtebauliche Projekt Village im Dritten im 3. Wiener Bezirk. Das Quartier umfasst rund 2.000 Wohnungen, Büros, Gewerbeflächen sowie Bildungseinrichtungen auf insgesamt 22 Baufeldern. Die Arbeiten begannen 2020, die Hochbauarbeiten 2023. Die Fertigstellung soll bis 2027 erfolgen. Im Sommer 2023 eröffnete die ARE in Innsbruck das entwickelte Wohnquartier Am Zeughaus.
In Wien-Donaustadt entwickelte die ARE das Stadtquartier Vienna Twentytwo. Das Großprojekt umfasst sechs Bauteile mit einer Höhe von bis zu 155 m und einer Grundstücksfläche von insgesamt rund 15 000 m². Der Baubeginn erfolgte 2019, fertiggestellt wurde das Ensemble im Jahr 2026. Im Jänner 2024 übernahm die ARE zur Gänze das Quartiersprojekt Vienna Twentytwo von dem bisherigen Projektpartner Signa.
2023 begann die ARE mit der Entwicklung einer neuen Liegenschaft (ein Büro- sowie zwei Wohngebäude) in der Sonnensteinstraße in Linz-Urfahr. Weiters sollten zwei Bestandsgebäude in den neuen Gebäudekomplex integriert werden – darunter das denkmalgeschützte ehemalige Verwaltungsgebäude der Linzer Ringbrotwerke.Christian Diabl: Projekt Sonnensteinstraße: Ehemaliger Kunstuni-Standort wird entwickelt. In: Oberösterreichische Nachrichten. 24. Juni 2023.
2023 gab das Unternehmen außerdem bekannt, ab 2024 im Mödlinger Neusiedlerviertel weitere Zonen errichten zu wollen (Im Grünen Mödling). Im Zuge dessen begann die ARE mit dem Bau eines Gebäudes mit nachhaltiger Energieversorgung, das Betreuungseinrichtungen für Senioren sowie Büro- und Ordinationsflächen beinhaltet. Das Gebäude wurde im Herbst 2024 fertiggestellt. Ende 2024 begann die ARE mit dem Bau der Grünen Stadtvillen, vier Wohnhäusern in Holzbauweise mit 47 Eigentumswohnungen. Anfang 2025 folgte die Grundsteinlegung für die Wohnhausanlage Am Fliegenspitz mit 116 Wohnungen in Ziegelmassiv- und Stahlbetonbauweise, der letzte Abschnitt der Stadtteilentwicklung.
Dienstleistungen Die ARE Austrian Real Estate entwickelt und verwertet als Immobilieneigentümer die im Besitz des Unternehmens befindlichen Liegenschaften und erwirbt sowie errichtet weitere Immobilienobjekte (vor allem in Wien und den österreichischen Landeshauptstädten). Die ARE entwickelt zudem langfristige Standortkonzepte, beispielsweise gemeinsam mit Städten und Gemeinden im urbanen Raum (vor allem in Wien und den österreichischen Landeshauptstädten).
Nachhaltigkeit Um die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf das Klima sowie die Umwelt möglichst gering zu halten, führte der Mutterkonzern BIG zum 1. Jänner 2020 konzernweit nachhaltige Mindeststandards (Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, die Verwendung ökologischer Baustoffe sowie die Förderung von Sonnenenergie, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität) für alle Neubauten und Sanierungen ein. Die Einhaltung dieser Mindeststandards wird im BIG-Konzern mit dem Onlinetool Holistic Building Program (HBP) dokumentiert.