Die Halo Snookerweltmeisterschaft 2025 war der abschließende Wettbewerb der Saison 2024/25 der World Snooker Tour. Sie wurde vom 19. April bis 5. Mai traditionell im Crucible Theatre in Sheffield ausgetragen.

Titelverteidiger Kyren Wilson, der 2024 seinen ersten Weltmeistertitel gewonnen hatte, unterlag in der ersten Runde dem Chinesen Lei Peifan mit 9:10 Frames.

In der Qualifikation gelangen Jackson Page als erstem Spieler zwei Maximum Breaks in derselben Partie. Ein drittes 147er-Break spielte Mark Allen in der Hauptrunde in seinem Achtelfinalspiel.

In seinem Achtelfinalspiel erzielte Judd Trump sein 100. Saisoncentury und erspielte sich so eine Sonderprämie von 100.000 £.

Weltmeister wurde als erster asiatischer Spieler der Chinese Zhao Xintong. Er schlug im Finale Mark Williams mit 18:12. Zhao war außerdem der erste Amateur, der nicht nur die WM, sondern überhaupt ein Ranglistenturnier gewinnen konnte. Allerdings hatte er sich bereits für die nächste Saison der Profitour qualifiziert und hatte vor seiner erzwungenen Tourauszeit (disziplinarische Sperre) bereits zwei Turniere gewonnen.

Preisgeld Im sechsten Jahr blieb der Preisgeldtopf bei 2.395.000 £ mit unveränderter Verteilung. Preisgeld Sieger 500.000 £ Finalist 200.000 £ Halbfinalist 100.000 £ Viertelfinalist 50.000 £ Achtelfinalist 30.000 £ Letzte 32 20.000 £ Letzte 48 15.000 £ Letzte 80 10.000 £ Letzte 112 5.000 £ Höchstes Break 15.000 £ Insgesamt 2.395.000 £

Sonderprämie Maximum Break Bonusprämie Hauptrunde 40.000 £ Qualifikation 10.000 £

Hauptrunde

Turnierplan 16 Spieler waren aufgrund ihrer Weltranglistenplatzierung gesetzt. Ihre 16 Erstrundengegner hatten sich zuvor in der Qualifikation durchgesetzt.

Der „Fluch des Crucible“ bestätigte sich auch in diesem Jahr: Lei Peifan schlug den amtierenden Erstweltmeister Kyren Wilson in der ersten Runde.

Finale

Qualifikation Die Top 16 der Weltrangliste waren für das Hauptturnier gesetzt, ihre 16 Herausforderer wurden über die Qualifikation ermittelt. Zu den 128 Teilnehmern gehörten die Profispieler ab Platz 17. Für die verbleibenden Plätze wählte die WPBSA 16 Amateurspieler nach verschiedenen Kriterien sowie 6 Nachrücker aus der Q School Order of Merit aus.

Die 4 Qualifikationsrunden fanden vom 7. bis 16. April 2025 im English Institute of Sport in Sheffield statt. Wie in den beiden Vorjahren wurden alle Partien von Runde 1 an im Modus Best of 19 (10 Gewinnframes) gespielt.

A = Amateurspieler kl. = kampflos weiter

Runde 1 64 Spieler (Platz 81–128 der Weltrangliste + WPBSA-Amateurspieler). Die Begegnungen fanden vom 7. bis 9. April 2025 statt.

Wie jedes Jahr war die Weltmeisterschaft für viele Spieler die letzte Chance, die Tourzugehörigkeit zu retten, indem man die Qualifikation für die Hauptrunde schaffte oder sich zumindest unter die Top 64 verbesserte. Für die Spieler in Runde 1 waren beides unrealistische Ziele, von den Spielern außerhalb der Top 100 erhielt sich lediglich Manasawin Phetmalaikul mit einem Sieg eine Resthoffnung.

Von den 22 angetretenen Amateuren gelangten immerhin 8 in die nächste Runde, es handelte sich aber fast ausschließlich um Spieler mit früherer Tourerfahrung. Lediglich der 32-jährige Engländer Simon Blackwell, der gegen Mostafa Dorgham gewann, war noch nie Profi gewesen. Der österreichische Meister und zukünftige Profi Florian Nüßle scheiterte nur knapp mit 9:10 gegen Duane Jones.

Runde 2 64 Spieler (Platz 49–80 der Weltrangliste gegen die Gewinner der ersten Runde). Die Begegnungen fanden vom 9. bis 12. April 2025 statt.

Drei Amateure überstanden auch Runde 2, gemeinsam hatten Zhao Xintong, Gao Yang und Iulian Boiko, dass sie sich bereits für die nächste Saison als Profis qualifiziert hatten.

Für ein Dutzend Spieler endete dagegen die Tourzugehörigkeit (vorbehaltlich einer Wiederqualifikation über die nach der WM stattfindende Q School). Neben Phetmalaikul, der sein zweites Spiel verlor, vergaben unter anderem Andrew Higginson, Rory Thor, David Grace und Alfie Burden die Chance auf Verlängerung. Tian Pengfei, gerade erst in die Spielervertretung des Weltverbands WPBSA gewählt, scheiterte ebenfalls. Jamie Clarke war noch vor der WM unter den Top 64 gewesen, seine überraschende Niederlage gegen Allan Taylor kostete ihn aber ebenfalls die Weiterqualifikation. Auch der einzige deutschsprachige Vertreter Alexander Ursenbacher scheiterte, der Schweizer unterlag im Verbleibsduell dem Chinesen Xing Zihao.

Dagegen machte Sanderson Lam mit einem knappen 10:9 über Liam Davies seinen Tourverbleib sicher. Auch Ishpreet Chadha und Stan Moody waren nach ihren Siegen nicht mehr aus den Top 64 zu verdrängen.

Ein besonderes Match war die Begegnung zwischen Anthony Hamilton und Steven Hallworth. 9:0 lag Hamilton vorne, dann drehte sich das Match komplett. Hallworth gewann 8 Frames in Folge und war in Frame 17 beim Stand von 63:0 schon auf dem Weg zum Ausgleich. Er konnte aber nicht vollenden und mit einer 69-Punkte-Clearance machte Hamilton im neunten Anlauf den 10:8-Sieg perfekt. Bemerkenswert war auch der vierte Frame im Match von Marco Fu gegen Ben Mertens. Fu stieg mit einem Freeball ein und räumte anschließend den Tisch komplett ab. Eine solche 16-Reds-Clearance hatte es davor bei Profiturnieren erst sechsmal gegeben. Von den so maximal möglichen 155 Punkten machte er aber nur 139.

Runde 3 64 Spieler (Platz 17–48 der Weltrangliste gegen die Gewinner der zweiten Runde). Die Begegnungen fanden vom 12. bis 14. April 2025 statt.

Das überragende Ereignis in Runde 3 war die Partie von Jackson Page gegen Allan Taylor. Im letzten Frame der ersten Session gelang dem jungen Waliser das erste Maximum Break seiner Karriere. Beim Stand von 9:2 in Session 2 ergab sich für ihn eine weitere Gelegenheit und erneut machte er 147 Punkte am Stück. Als erstem Spieler überhaupt gelangen ihm damit zwei Maximums in einem offiziellen Match.

Marco Fu und Anthony Hamilton, die für die besonderen Ereignisse der Runde davor gesorgt hatten, verloren dagegen beide. Fu gehörte nur dank einer Invitational Tour Card der Profitour an, das heißt, er war vom Weltverband ohne Qualifikation für seine Verdienste auf die Tour eingeladen worden. Die Einladung wurde anschließend um zwei Jahre verlängert. Hamilton kostete die Niederlage dagegen nach 34 Jahren die Tourzugehörigkeit. Er erklärte danach seinen endgültigen Abschied vom Profisnooker. Ian Burns, Hammad Miah und Ursenbacher-Bezwinger Xing Zihao verpassten durch Niederlagen ebenfalls die Weiterqualifikation. Auch Joe Perry verlor und landete außerhalb der Top 64, er hatte aber bereits vorher angekündigt, dass es sein letztes Turnier war und er seine Karriere beendet.

Von den drei verbliebenen Amateuren schied nur der jüngste Iulian Boiko aus. Gao Yang besiegte dagegen überraschend Stephen Maguire klar mit 10:3 und auch Zhao Xintong kam gegen Landsman Lü Haotian ungefährdet weiter.

Runde 4 32 Spieler (Gewinner der dritten Runde gegeneinander). Die Begegnungen fanden am 15. und 16. April statt.

Mit seinem Sieg über Elliot Slessor qualifizierte sich Zhao Xintong als erst dritter Amateurspieler überhaupt für die Hauptrunde der Weltmeisterschaft. Allerdings hatte er nur wegen einer zwischenzeitlichen Sperre die Tour verlassen müssen. Er qualifizierte sich bereits zum dritten Mal für das Crucible und war zuletzt 2022 ein WM-Achtelfinalist gewesen. Der zweite Amateur Gao Yang verpasste dagegen seine erste Hauptrundenqualifikation knapp durch eine 9:10-Niederlage gegen Lei Peifan.

Lei hatte selbst 2022 am „Judgement Day“, also in der letzten Qualifikationsrunde, mit 9:10 verloren und war diesmal einer von drei Crucible-Debütanten. Zak Surety gewann überraschend deutlich 10:3 gegen Ricky Walden und schaffte im siebten Anlauf bei der WM seinen ersten Crucibleeinzug. Ebenfalls überraschend, wenn auch sehr knapp, war das 10:9 von Daniel Wells gegen Gary Wilson. Der ehemalige WM-Halbfinalist war als 17. der Weltrangliste klarer Favorit, doch Wells war immer auf Augenhöhe und ergriff die Gelegenheit zu seinem Hauptrundendebüt.

Darüber hinaus gewannen fast immer die favorisierten Spieler, darunter der Weltranglisten-18. Ali Carter. Der Engländer qualifizierte sich zum 21. Mal für die Weltmeisterschaftshauptrunde, nur 11 Spieler hatten vor ihm diese Marke erreicht.

Ross Muir verpasste dagegen durch eine 4:10-Niederlage gegen Ben Woollaston sowohl das Crucible als auch den unmittelbaren Tourverbleib. Er besserte aber seine Saisonbilanz deutlich auf und über die Ein-Jahres-Rangliste sicherte er sich weitere Profijahre.

Century-Breaks Hauptturnier 30 Spieler erzielten 107 Aufnahmen mit 100 oder mehr Punkten. Mark Allen spielte mit einer 147 das höchste Break, Judd Trump mit insgesamt 14 die meisten.

In seinem Spiel gegen Shaun Murphy spielte Judd Trump sein 100. Saisoncentury und erspielte sich so eine Sonderprämie von 100.000 £. Mark Allen 147, 105, 102 (2×), 100 Zhao Xintong 142, 128, 115, 112, 104, 100 Ding Junhui 141, 116, 110, 107 Shaun Murphy 138, 133, 112, 103, 100 Wu Yize 136, 120 Zak Surety 136, 110, 109, 104 Kyren Wilson 136, 106 Ronnie O’Sullivan 135, 131, 123, 121, 117, 107, 105 Mark Selby 135, 100 Hossein Vafaei 132, 123, 115, 110, 107, 104 Judd Trump 132, 117, 116 (2×), 115, 114 (2×), 113, 110, 109, 106 (2×), 104, 100 John Higgins 131, 129, 114 (2×), 101 Daniel Wells 131, 115, 109 Matthew Selt 131, 106 Lei Peifan 130, 120 Luca Brecel 128, 121, 114, 104, 100 Ryan Day 126, 101 Si Jiahui 126, 101, 100 Mark Williams 123, 122, 116, 115, 105, 104, 101 (2×), 100 Xiao Guodong 120, 114, 109 Pang Junxu 119, 111, 102 Chris Wakelin 119, 108 Neil Robertson 117, 100 Ben Woollaston 110, 100 Ali Carter 107 Barry Hawkins 106 David Gilbert 104, 102 Fan Zhengyi 103 Jak Jones 100 Joe O’Connor 100

Qualifikation 68 Spieler erzielten 143 Aufnahmen mit 100 oder mehr Punkten. Jackson Page spielte zwei Maximum Breaks und damit die höchsten Breaks, Zhao Xintong erzielte mit 12 Centurys die meisten.

In seinem Drittrundenspiel gegen Allan Taylor spielte Jackson Page zwei Maximum Breaks. Es war das erste Mal in der Geschichte des Profisnookers, dass in einem Spiel zwei Maximums gespielt wurden. Für Page waren das seine ersten beiden offiziellen Maximums. Außerdem waren ihm damit als erstem Spieler zwei 147er-Breaks bei den vier wichtigsten Turnieren der Saison (Triple-Crown-Turniere und Saudi Masters) zusammengenommen gelungen. Für diese Leistung erhielt er eine Prämie von 147.000 £.

Jackson Page 147 (2×), 131, 109 Robbie Williams 143, 107, 100 (2×) Julien Leclercq 142 Zhao Xintong 141, 137, 134, 132, 128, 127, 122, 116, 112, 108, 103, 100 Ian Burns 141, 109, 102 Hossein Vafaei 140, 135, 123, 113, 111, 108, 104 Stuart Carrington 140 Marco Fu 139, 138 Zak Surety 139, 133, 108, 103, 102, 100 Wu Yize 139, 127, 122, 113, 105, 103 Stan Moody 138, 103, 100 Sanderson Lam 137, 133, 126, 102 Gao Yang 136, 120 Alexander Ursenbacher 136, 118 Fan Zhengyi 135, 133, 123, 104 He Guoqiang 135, 102, 100 Oliver Lines 135 Joe Perry 134, 129, 104 Andrew Higginson 134, 107 Jack Lisowski 133, 105 Matthew Stevens 133 Wang Yuchen 132, 105 Long Zehuang 132 Elliot Slessor 131, 126, 114, 113 Dominic Dale 131 Noppon Saengkham 130, 111 Michael Holt 130 Iulian Boiko 129, 128 Gary Wilson 129, 101, 100 Jamie Jones 128, 106, 105 Dean Young 126, 106, 101 Jimmy White 126 Jimmy Robertson 125, 106 Ricky Walden 124 Lei Peifan 123, 120, 102 Ishpreet Singh Chadha 122 Jordan Brown 122 Zhou Yuelong 118, 117, 104 Mitchell Mann 118, 102 Liu Hongyu 118 David Gilbert 118 Tom Ford 116 Haris Tahir 115 Alfie Burden 114 Matthew Selt 112, 102 Allan Taylor 111, 110 Dylan Emery 111 Farakh Ajaib 110 Jiang Jun 109, 102 Yuan Sijun 109 Stephen Maguire 109 Xu Si 108, 106 Amir Sarkhosh 107 Pang Junxu 107 Daniel Wells 106 Sunny Akani 105 Aaron Hill 105 Mark Davis 105 Hammad Miah 104, 103 Ryan Day 104, 101 Mateusz Baranowski 104 Simon Blackwell 104 Ben Woollaston 104 Ashley Carty 103 Scott Donaldson 103 Rory Thor 101 David Lilley 100 Joe O’Connor 100

Quellen