Lukas Gufler (* 3. April 1999 in Meran) ist ein ehemaliger italienischer Rennrodler.

Bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2016 in Lillehammer gewann er zusammen mit Felix Schwarz die Goldmedaille im Doppelsitzer und die Bronzemedaille in der Teamstaffel mit Marion Oberhofer, Fabian Malleier und Felix Schwarz.

Karriere Anfänge im Rodelsport Gufler, der in Platt in Passeier aufwuchs, begann im Alter von fünf Jahren mit dem Rodeln. Trainiert wurde er von Folie Hubert und trat zunächst auf der Naturbahn an, wo er bei Landes- und Staatsmeisterschaften verschiedene Erfolge feiern konnte.

Im Alter von 14 Jahren wechselte er auf Initiative von Klaus Kofler auf die Kunstbahn. Sein erstes internationales Rennen dort bestritt er in der Saison 2013/14 im Jugend-A-Weltcup. Beim Saisonauftakt in Altenberg fuhr er auf den 18. Platz, zu einem weiteren Einsatz kam er beim Saisonfinale in Oberhof, wo er den 35. Platz belegte. In der Weltcupwertung bedeuteten seine 29 Punkte den 48. Platz.

Wechsel zum Doppelsitzer und Jugend-Olympiasieg Zum Beginn der Saison 2014/15 verzichtete das italienische Team auf den Start der Jugend-A-Athleten bei den Rennen in Whistler und Park City zum Saisonauftakt. Gufler trat in dieser Saison sowohl im Einsitzer, als auch zusammen mit dem Piloten Felix Schwarz im Doppelsitzer an. Diese Entscheidung wurde von den italienischen Trainer in Vorbereitung auf die anstehenden Olympischen Jugend-Winterspielen 2016 in Lillehammer getroffen, da die Mannschaft ansonsten über kein Team für diese Disziplin verfügt hätte. Beim Jugend-A-Weltcup in Oberhof trat Gufler in beiden Disziplinen an, fuhr im Einsitzer auf den neunten Platz und wurde im Doppelsitzer Fünfter. In Innsbruck-Igls belegte er den sechsten Platz im Einsitzer, im Doppelsitzer konnten Schwarz/Gufler siegen. Den Saisonabschluss in Winterberg bestritt Gufler in Abwesenheit von Schwarz ausschließlich im Einsitzer, er belegte dabei den 23. Platz. In der Saisonwertung der Einsitzer belegte Gufler mit 107 Punkten den 17. Rang, im Doppelsitzer erzielten Schwarz/Gufler mit 155 Punkten den 7. Rang.

mini|links|Gufler mit der italienischen Teamstaffel auf dem Podest der Olympischen Jugend-Winterspiele 2016 in Lillehammer Auch in der jugendolympischen Saison 2015/16 trat Gufler im Einsitzer und Doppelsitzer an. Während es für eine YOG-Qualifikation im Einsitzer nicht reichte und sich Gufler nach den Plätzen 4 in Lillehammer, 24 in Sigulda, 10 am Königssee, 7 in Innsbruck-Igls, 6 in Altenberg und 7 in Oberhof mit 238 Punkten auf Platz 6 in der Jugend-A-Weltcupwertung liegend seinen Teamkollegen Fabian Malleier und Ivan Nagler geschlagen geben musste, lief es im Doppelsitzer deutlich besser. Nach einem Sieg zum Saisonauftakt in Lillehammer, mussten Gufler/Schwarz zwar das Rennen in Sigulda auslassen, nach einem dritten Platz am Königssee und den zweiten Plätzen in Innsbruck-Igls, Altenberg und Oberhof gewannen sie mit 425 Punkten den Jugend-A-Weltcup. Auch beim Saisonhöhepunkt in Lillehammer siegten sie im Doppelsitzer mit deutlichem Vorsprung in beiden Rennläufen vor den Deutschen Hannes Orlamünder/Paul Gubitz sowie den Russen Wsewolod Kaschkin/Konstantin Korschunow. In der Teamstaffel gewann das italienische Team um Marion Oberhofer, Fabian Malleier und Schwarz/Gufler die Bronzemedaille hinter dem deutschen Team um Jessica Tiebel, Paul-Lukas Heider und Orlamünder/Gubitz sowie dem russischen Team um Olessja Michailenko, Jewgeni Petrow und Kaschkin/Korschunow.

Wechsel in den Juniorenbereich mini|Schwarz/Gufler bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Altenberg im Februar 2018 In der Saison 2016/17 trat Gufler sowohl in der Jugend A, als auch in der höheren Junioren-Altersklasse an. Den Jugend-A-Weltcup im Einsitzer konnte er mit 385 Punkten gewinnen. Dabei fuhr er die Plätze fünf und zwei zum Saisonauftakt in Calgary ein, in Innsbruck-Igls gewann er das Rennen, in Oberhof folgte ein vierer Platz und beim Saisonabschluss in Winterberg holte er die Silbermedaille. Sein Fokus bei den Junioren lag auf dem Doppelsitzer, im Einsitzer trat er lediglich bei den Rennen in Oberhof (zugleich Junioren-Europameisterschaftswertung) an und Altenberg an. Während er nach einem Sturz in Oberhof nicht das Ziel erreichte, belegte er in Altenberg den zehnten Platz und erreichte in der Saisonwertung mit 36 Punkten schlussendlich den 32. Rang. Im Doppelsitzer mit Schwarz gelang zum Saisonauftakt in Calgary ein dritter und ein zweiter Platz, nach den Plätzen 5 in Innsbruck-Igls und 6 in Oberhof (auch in der Europameisterschaftswertung) folgte ein Altenberg eine Silbermedaille, das Rennen in Winterberg mussten die beiden verletzungsbedingt auslassen. Mit 345 Punkten reichte es zum vierten Platz in der Junioren-Weltcupwertung. Beim Weltcup in Innsbruck-Igls trat Gufler als Einsitzer in der Teamstaffel mit Hannah Niederkofler und dem Doppelsitzer Nagler/Malleier an, sie gewannen die Bronzemedaille. Beim Weltcup in Oberhof gelang in gleicher Besetzung der Gewinn der Silbermedaille, welche auch in der JEM-Wertung gewonnen werden konnte. Eine Bronzemedaille gewann er zum Saisonabschluss in Winterberg in der Teamstaffel mit Oberhofer und Nagler/Malleier. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2017 in Sigulda fuhr Gufler im Einsitzer auf den 16. Platz, im Doppelsitzer erzielten Schwarz/Gufler den neunten Platz. Im Teamstaffelrennen trat Gufler als Einsitzer an und erreichte mit Oberhofer und Nagler/Malleier den fünften Platz.

Die Saison 2017/18 bestritt Gufler in beiden Disziplinen. Im Einsitzer belegte er nach den Plätzen 14 und 20 in Oberhof, 10 am Königssee, 9 und 27 in Innsbruck-Igls sowie 15 in Winterberg mit 164 Punkten den 14. Platz der Weltcupwertung. Auch im Doppelsitzer lief es eher durchwachsen, nach Platz 6 und 14 in Oberhof mussten Schwarz/Gufler am Königssee aussetzen, ehe mit den Plätzen 8 und 7 in Innsbruck-Igls wieder Top-Ten-Ergebnisse eingefahren werden konnten. Zum Saisonabschluss in Winterberg, bei den Junioren-Europameisterschaften erreichten sie das Ziel nach einem Sturz nicht. Als Einsitzer trat Gufler im Teamstaffelwettbewerb am Königssee an, mit Niederkofler und Nagler/Malleier gewann er die Silbermedaille. Beim Weltcup in Innsbruck-Igls traten Schwarz/Gufler zusammen mit Verena Hofer und Leon Felderer in der Teamstaffel an und wurden Dritte. In Winterberg gewannen sie in gleicher Besetzung die Silbermedaille in Junioren-Weltcup- und -Europameisterschaftswertung. Beim Saisonhöhepunkt, den Junioren-Weltmeisterschaften 2018 in Altenberg, belegten Gufler/Schwarz beim Sieg ihrer Teamkollegen Nagler/Malleier den fünften Platz.

Umbruch und erste Schritte bei den Senioren mini|Felderer/Gufler nach dem Gewinn der Silbermedaille beim Nationencup in Innsbruck-Igls im November 2018 mini|Felderer/Gufler beim Junioren-Weltcup in Oberhof im Februar 2019 Vor der Saison 2018/19 beendete Guflers Doppelsitzerpartner Felix Schwarz seine Karriere. Gufler selbst trat weiterhin im Einsitzer und Doppelsitzer, dort nun mit Leon Felderer, an. Zum Saisonauftakt des Rennrodel-Weltcups in Innsbruck-Igls trat das italienische Team mit einem erweiterten Kader an. Im Nationencup erreichte Gufler im Einsitzer den 24. Platz und verpasste damit die Weltcupqualifikation nur knapp. Im Doppelsitzer gingen Felderer/Gufler nur als Zusatzstarter ins Rennen, sie gewannen die Silbermedaille. Es blieben die einzigen Einsätze in der Eliteklasse, in der Saisonwertung des Nationencups bedeutete dies mit 17 Punkten Platz 47 für Gufler im Einsitzer und mit 85 Punkten Platz 17 für Felderer/Gufler im Doppelsitzer-Nationencup. In der Gesamtweltcupwertung des Einsitzers wurde Gufler mit 8 Punkten, die er durch seinen Start beim Nationencup in Innsbruck-Igls erhielt, auf Rang 46 einsortiert. Im Junioren-Weltcup fuhr Gufler im Einsitzer mit 283 Punkten auf den sechsten Rang der Gesamtwertung, dabei erzielte er in Park City die Plätze 5 und 9, in Calgary folgte ein weiterer neunter Platz. Beim Weltcup in St. Moritz–Celerina, der als Junioren-Europameisterschaft gewertet wurde, konnte er die Bronzemedaille in beiden Wertungen gewinnen. Nach einem eher enttäuschenden 16. Platz in Winterberg folgte beim Saisonabschluss in Oberhof mit dem fünften Platz wieder ein Aufschwung. Deutlich stärker präsentierte sich Gufler im Doppelsitzer: Nach den Plätzen 3 und 5 in Park City, zwei dritten Plätzen in Calgary und St. Moritz–Celerina (gleichzeitig Bronzemedaille in der JEM-Wertung) sowie zwei zweiten Plätzen in Winterberg und Oberhof, erreichten Felderer/Gufler mit 435 Punkten den zweiten Platz der Weltcupwertung. Bei den Junioren-Europameisterschaften von St. Moritz–Celerina erzielte das Doppelsitzerpaar zusammen mit Verena Hofer und Guflers jüngerem Bruder Alex auch die Bronzemedaille. Auch bei seinen letzten Junioren-Weltmeisterschaften 2019 in Innsbruck-Igls konnte Gufler eine Medaille gewinnen: Im Einsitzer sicherte er sich die Bronzemedaille hinter dem Deutschen Max Langenhan und dem Österreicher Bastian Schulte, der Doppelsitzer lief mit Platz 11 jedoch eher enttäuschend, da Felderer/Gufler nach einem schweren Fahrfehler im ersten Lauf chancenlos zurücklagen. Die Teamstaffel kam nach einem Sturz seines Bruders Alex nicht ins Ziel.

Schwieriger Start im Elite-Weltcup mini|Gufler nach seinem ersten Weltcuprennen in Innsbruck-Igls im November 2019 Zur Saison 2019/20 rückte Lukas Gufler in die Seniorenklasse auf. Sowohl sein Doppelsitzerpartner Leon Felderer, als auch er selbst, konzentrierten sich fortan auf den Einsitzer. Beim Saisonauftakt in Innsbruck-Igls qualifizierte sich Gufler mit Platz 18 im Nationencup erstmals für ein Weltcuprennen, welches er auf dem 28. Platz beendete. In Lake Placid wurde er 15. im Nationencup und 23. im Weltcup, in Whistler folgten die Plätze 17 und 28. Während Gufler beim Nationencup von Altenberg mit Platz 11 einen Formanstieg zeigte, war der 31. Platz im folgenden Weltcuprennen ein Rückschlag. Bei der folgenden Weltcupstation in Lillehammer, bei der Race-in-Race auch die Europameisterschaften 2020 ausgetragen wurden, scheiterte er mit Platz 21 im Nationencup an der Qualifikation und wurde auf dem 29. Rang der EM-Wertung platziert, was auch den neunten Platz in der U-23-Wertung mit sich brachte. In Sigulda belegte er im Nationencup erneut den elften Platz, kam in einem von turbulenten Wetterverhältnissen geprägten Weltcuprennen jedoch nicht über Platz 29 hinaus. Auch in Oberhof, wo Gufler sich mit Platz 16 im Nationencup qualifizieren konnte, folgte ein von extremen Wetterbedingungen geprägtes Weltcuprennen, das Gufler als 26. beendete. Für die Weltmeisterschaften 2020 in Sotschi wurde er nicht nominiert. Es folgte die Winterberger Weltcupstation, die Gufler mit einem zwölften Platz im Weltcup und einem starken 15. Platz im Weltcuprennen abschloss, es sollte sein bestes Saisonergebnis werden. Beim Saisonabschluss am Königssee gelang ihm erneut ein elfter Platz im Nationencup, im Weltcuprennen stürzte er im ersten Lauf und erreichte das Ziel nicht. Seine erste vollständige Saison im Elitebereich beendete er mit 252 Punkten auf dem 14. Platz der Nationencupwertung und mit 121 Punkten auf dem 28. Platz der Weltcupwertung.

mini|Gufler beim Nationencup in Altenberg im Dezember 2020 mini|Gufler bei den Weltmeisterschaften am Königssee im Januar 2021