Hans Heinrich Graf von Katte (* 16. Oktober 1681 in Wust; † 31. Mai 1741 in Reckahn) war ein preußischer Generalfeldmarschall aus dem Adelsgeschlecht von Katte. mini|hochkant|Hans Heinrich von Katte.Motiv, In: Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1955. Band II, Band 11 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1955.

Leben Hans Heinrich war der Sohn des sachsen-coburgischen Hofmarschalls Hans von Katte (* 16. Juni 1633; † 24. Januar 1684), Herr auf Wust, Scharlibbe, Kamern und Mahlitz, Landrat und Amtshauptmann zu Jerichow, und dessen Ehefrau Eva Auguste, geborene von Stammern (* 14. Januar 1645; † 26. Januar 1684).

Katte diente zunächst in Sachsen-Gotha, wo er 1703 Major wurde und am Spanischen Erbfolgekrieg teilnahm. Während des Krieges trat er am 16. Januar 1705 als Oberstleutnant und Generaladjutant König Friedrichs I. in preußische Dienste. Bereits am 28. Juli 1705 beförderte ihn der König zum Oberst und ernannte ihn im folgenden Jahr am 1. April zum Chef des Kürassierregiments „von Canstein“. Mit diesem kämpfte er 1706 bei Ramillies, 1708 bei Oudenaarde und 1709 bei Malplaquet. Auch konnte er sich 1715/16 während des Pommernfeldzuges bei der Belagerung von Stralsund besonders auszeichnen. Am 6. Juli 1718 wurde er Generalmajor.

Seinen ererbten Besitz in Wust ließ Katte ausbauen.Vgl. Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie, nebst begl. Text. Band 14, Selbstverlag, Berlin 1875/1877, Litho u. Textblatt 791. 1706/07 entstand die Ostgruft an der Kirche in Wust und 1726/27 das dortige Herrenhaus. Die Patronatsrechte für die Dorfkirchen in Wust, Melkow und Sydow erwarb er 1726. König Friedrich Wilhelm I. nahm Katte 1728 in den Johanniterorden auf.

Ein tragisches Ereignis im Leben Kattes war die Hinrichtung seines Sohnes Hans Hermann von Katte am 6. November 1730. König Friedrich Wilhelm I. hatte persönlich ein auf lebenslange Festungshaft lautendes Urteil am 1. November 1730 per Allerhöchster Kabinettsorder in ein Todesurteil umgewandelt.Wortlaut bei Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 2 Das Oderland, „Jenseits der Oder“ – Küstrin: Das Kriegsgericht zu Köpenick (www.zeno.org). Grund war die Unterstützung des Fluchtversuchs des Kronprinzen Friedrich, des späteren Königs Friedrich II., im August 1730 und vorangegangener Konspiration mit Gesandten fremder Mächte. Der König begründete sein hartes Urteil, welches er bedauere, mit der Notwendigkeit, „es wäre beßer, daß er stürbe als daß die Justiz aus der Welt käme.“ An Hans Heinrich Katte schrieb er: „Sein Sohn ist ein Schurke, meiner auch, also was können die Vaters davor?“Gerd Heinrich: Geschichte Preußens. Staat und Dynastie. Propyläen, Frankfurt am Main, Berlin, Wien, 1981, ISBN 978-3-549-07620-0. S. 156 f.

Friedrich Wilhelm verlieh Katte am 29. Juli 1731 die höchste Auszeichnung in Preußen, den Schwarzen Adlerorden. Später erhielt er vom König mehrere große Kommandos bei Kavallerieübungen und einige besondere Aufträge. Am 5. Juli 1731 beförderte Friedrich Wilhelm ihn zum Generalleutnant und am 17. Juli 1736 zum General der Kavallerie. In den Jahren 1734 bis 1736 war Katte Gouverneur von Kolberg.

Vier Wochen nach seiner Thronbesteigung ernannte König Friedrich II. Katte im Juni 1740 zum Generalfeldmarschall und erhob ihn im August mit seiner Familie in den Grafenstand. Da seine Söhne ohne Nachkommen verstarben, endete die gräfliche Linie bereits nach acht Jahren.

Katte verstarb 1741 im Feldlager in Reckahn südlich von Brandenburg a. H. und wurde in der Ostgruft in Wust beigesetzt. Karlheinz Stephan u. a.: Ein Blick in die Geschichte der Kirche und in die Gruft derer von Katte in Wust. 4. Auflage, Hrsg. GuM - Geschichtskreis u. Marionettenbühne - im Kirchenspiel Wulkow-Wust. Portal-DNB, In: Offene Türen. Heft 4; Wust/Wulkow 2007.

Familie Hans Heinrich von Kattes Schwester Sophie Dorothea, eine verheiratete Bismarck-Schönhausen, war eine Vorfahrin des Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck.

Katte war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Dorothea Sophie Reichsgräfin von Wartensleben (* 13. November 1684; † 5. November 1706 in Brüssel), Tochter des Feldmarschalls Alexander Hermann Reichsgraf von Wartensleben und der Generalstochter Sophie Dorothea von May. Das Paar hatte folgende Kinder: Hans Hermann (* 28. Februar 1704 in Berlin; † 6. November 1730 in Küstrin), der unglückliche Freund des Kronprinzen Friedrich Luise Charlotte (* 30. November 1705 in Wust; † 14. Januar 1706 ebenda) Sophie Henriette (* 5. Oktober 1706 in Brüssel; † 11. Dezember 1759) ⚭ Friedrich Wilhelm von Rochow (1689–1759), preußischer Generalleutnant

Seine zweite Frau war Katharina Elisabeth von Bredow (* 11. April 1696; † 18. Juli 1756) aus Wagenitz, Tochter der Maria Sophia geb. Karten und des Capitain (Hauptmann) Ludewig von Bredow-Wagenitz. Das Paar hatte folgende Kinder: Elisabeth Katharina (* 4. Februar 1714 in Wust) ⚭ Johann Gebhard von Winterfeld (1704–1778)Vgl. Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1888. Dreizehnter Jahrgang, Verlag von Friedrich Irrgang, Brünn/Göttingen November 1887, S. 609. Luise Charlotte (1718–1789) ⚭ Karl Ludolf von Bismarck (* 13. Februar 1700; † 17. September 1760) Friedrich Wilhelm Ludewig (* 6. Januar 1721; † 27. Juni 1748), RitterJohann Gottfried Dienemann: Nachrichten vom Johanniterorden, insbesondere von dessen Herrenmeisterthum in der Mark, Sachsen, Pommern und Wendland, wie auch von der Wahl und Investitur des jetzigen Herrenmeisters, Prinzen August Ferdinands in Preussen Königl. Hoheit, nebst einer Beschreibung der in den Jahren 1736., 1737., 1762. und 1764. gehaltenen Ritterschläge. Hrsg. Johann Erdmann Hasse, No. 111-Ahnen-Tafel Herrn Friedrich Wilhelm Ludewig von Katte; Verlag George Ludewig Winter, Berlin 1767, S. 171–274. des Johanniterordens, Rittmeister und Kompaniechef im Kürassierregiment „von Bornstedt“ Friedrich Albrecht Wilhelm (* 24. November 1725; † 14. Oktober 1748), Stabsrittmeister im Kürassierregiment „von Bornstedt“;beide Söhne starben infolge eines Duells, das sie am 27. Juni 1748 um ein und dieselbe Dame ausgetragen hatten.

Trivia Graf Katte und sein Schwiegervater Graf Wartensleben spielen einer der Hauptrollen im Trauerspiel Der Sohn des Fürsten, zuerst aufgeführt im Hoftheater Oldenburg 1842.Julius Mosen`s Sämmtliche Werke. Band 4, Pkt. 5, Verlag von Ferdinand Schmidt, Oldenburg 1863, S. 380–S. 437–466.

Literatur Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1970. Band VI, Band 47 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1970, S. 170 f. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 1, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , , S. 118–119, Nr. 193. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel 1908. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha November 1907, S. 376–377.

Quellen Katte, Hans Heinrich von-General-Major auf Wust. [28. Februar 1722]. Aufschwörungstafel, In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK) X. HA, Rep. 9, Nr. 158 Johanniterorden | Archivportal-D Katte, Hans Hermann. Kornett im Regiment Gensdarmes Nr. 10. [6. April 1727]. Aufschwörungstafel, In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK) X. HA, Rep. 9, Nr. 199 Johanniterorden | Archivportal-D Katte, Friedrich Wilhelm Ludwig von . [14. Januar 1736]. Aufschwörungstafel, In: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK) X. HA, Rep. 9, Nr. 294 Johanniterorden | Archivportal-D

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