Sergey Radchenko (; * 1980 in der Sowjetunion) ist ein britischer Historiker und lehrt als Wilson E. Schmidt Distinguished Professor an der School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University. Seine Forschungsgebiete sind der Kalte Krieg, Geschichte der Nuklearwaffen, sowie die russische und chinesische Außen- und Sicherheitspolitik. Im Jahr 2025 verzichtete er auf seine russische Staatsbürgerschaft.

Leben und Werk Sergey Radchenko stammt von der Insel Sachalin in Russland. Er verbrachte seine ersten Lebensjahre in Russland und den Vereinigten Staaten und studierte in den USA, Hongkong und London. Im Jahr 2001 erwarb er seinen Abschluss an der London School of Economics and Political Science und promovierte dort in Internationaler Geschichte. Anschließend arbeitete er an der Nationaluniversität der Mongolei, an der Pittsburg State University in den Vereinigten Staaten, an der London School of Economics und an der University of Nottingham Ningbo China. Im Jahr 2014 zog Radchenko nach Wales und nahm eine Stelle an der Aberystwyth University und später an der Cardiff University an. Er war zudem als Global Fellow und Public Policy Fellow am Woodrow Wilson International Center for Scholars und als Zi Jiang Distinguished Professor an der Pädagogischen Universität Ostchina in Shanghai tätig. Seit 2021 lehrt Radchenko als Wilson E. Schmidt Distinguished Professor an der School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University. Außerdem ist er Mitglied des Henry A. Kissinger Center for Global Affairs.

Seine Fachgebiete sind die Geschichte des Kalten Krieges, chinesisch-russische Beziehungen, sowie die Außenpolitik Chinas und Russlands. Er veröffentlicht regelmäßig Artikel in den Zeitschriften Foreign Policy, Foreign Affairs und The Spectator.

Im April 2024 veröffentlichte er zusammen mit dem Politikwissenschaftler Samuel Charap eine Studie über Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine zu Beginn des Russischen Überfalls im Jahr 2022 in der Fachzeitschrift Foreign Affairs.

Im Oktober 2025 verzichtete er auf seine russische Staatsbürgerschaft.

Auszeichnungen 2025: Lionel Gelber Prize für To Run the World

Ausgewählte Schriften

Monographien Rezensiert u. a. von John Lewis GaddisJohn Lewis Gaddis: Why Would Anyone Want to Run the World? The Warnings in Cold War History. In: Foreign Affairs. Band 103, Nr. 4, Juli/August 2024, S. 155–161 (englisch)., Casey Michel, Rodric Braithwaite, Timothy Nunan und Archie Brown, sowie von mehreren Historikern im Rahmen zweier Roundtables.

Essays und Artikel Fear and Resentment in the Kremlin - How Putin’s Grievances Fueled Renewed Instability in Europe. In: Horizons. Nr. 29, Winter 2025.

mit Vladislav Zubok: Blundering on the Brink. The Secret History and Unlearned Lessons of the Cuban Missile Crisis. In: Foreign Affairs. Band 102, Nr. 3, Mai/Juni 2023, S. 44–63.

Als Herausgeber mit Artemy M. Kalinovsky: The End of the Cold War and the Third World. New perspectives on regional conflict. Routledge, London 2011, ISBN 978-0-415-60054-5.

Weblinks

Brennen Jensen: Back in the U.S.S.R. In: Johns Hopkins Magazine. Frühling 2024.

Einzelnachweise

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