mini|Eine Gruppe von Röhrenaalen in Dahab, Ägypten Die Röhrenaale (Heterocongrinae) sind eine Unterfamilie der Meeraale (Congridae), die zwei Gattungen und 39 bekannte Arten umfasst (Stand: 2022). Die Tiere der beiden Gattungen, Gorgasia (16 Arten) und Heteroconger (23 Arten), werden anhand ihrer Maulform unterschieden.
Möglicherweise gibt es weitere Arten von Röhrenaalen, erst 2018 und 2020 wurden zwei weitere Spezies der Gattung Heteroconger entdeckt; Heteroconger fugax und Heteroconger guttatus.Heteroconger Bleeker, 1868 World Register of Marine Species, aufgerufen am 1. Juli 2022
Verbreitung Röhrenaale leben in strömungsreichen, tropischen FlachwasserregionenDie Wahrheit: Geselliges Wogen in Gefangenschaft Die Tageszeitung, aufgerufen am 1. Juli 2022 von Atlantik, Pazifik, Indischem Ozean und des Roten Meeres, in Tiefen von 10 bis 30 Metern.
Lebensweise Die kleinen Fische leben in Kolonien von wenigen bis zu tausenden von Tieren auf sandigem Bodengrund in Röhren, die sie mit ihrem harten, spitzen Grabschwanz selbst graben. Am Schwanzende befindet sich auch eine Drüse, die große Mengen eines Sekretes absondern kann, das die Röhrenwände verfestigt und das Nachrieseln des Sandes verhindert. Sie bleiben mit ihren Hinterleibern ständig in den Röhren, der Vorderkörper pendelt im Wasser, wobei Zooplankton gefangen wird. Sobald Gefahr durch Fressfeinde droht, verschwindet die ganze Kolonie schon bei großer Entfernung in den Bodengrund.
Röhrenaale sind die einzigen halbsessilen Wirbeltiere, deren Lebensweise an die von sessilen Tieren erinnert, da sie die Fähigkeit, ihren Aufenthaltsort zu wechseln, fast völlig verloren haben.Sessile (halbsessile, Vagile) Tiere Fischlexikon, aufgerufen am 1. Juli 2022
Vermehrung Vor der Paarung drohen sich die benachbarten Männchen, weiterhin in den Röhren steckend, mit weit aufgerissenen Mäulern. Die Paarung selbst wird in der Literatur unterschiedlich beschrieben. Nach Patzner und Moosleitner verlassen die Männchen die Röhren und kommen zu den Weibchen. Eichler und Myers hingegen schreiben, dass die Röhre nie verlassen wird und sich nur benachbarte Tiere durch den Sand aufeinander zubewegen, die Hinterleiber aber stets in der eigenen Röhre bleiben.
Jedenfalls umschlingen die Männchen die Weibchen, so dass die Geschlechtsöffnungen eng zusammenliegen. In dieser Position werden die großen Eier abgegeben. Larven und Jungfische sind ebenso unbekannt wie die Entstehung einer Kolonie.
Röhrenaale werden auch in öffentlichen und privaten Aquarien gehalten.
Gattungen und Arten mini|Pracht-Röhrenaale im Aquarium(Gorgasia preclara) mini|Ohrfleck-Röhrenaale(Heteroconger hassi) Gorgasia Meek & Hildebrand, 1923WoRMS taxon details. Gorgasia Meek & Hildebrand, 1923 World Register of Marine Species, aufgerufen am 1. Juli 2022 Gorgasia barnesi Robison & Lancraft, 1984 Gorgasia cotroneii D’Ancona, 1928 Gorgasia galzini Castle & Randall, 1999 Gorgasia hawaiiensis Randall & Chess, 1980 Gorgasia inferomaculata Blache, 1977 Gorgasia japonica Abe, Miki & Asai, 1977 Gorgasia klausewitzi Quéro & Saldanha, 1995 Perlen-Röhrenaal (Gorgasia maculata) Klausewitz & Eibl-Eibesfeldt, 1959 Gorgasia naeocepaea Böhlke, 1951 Gorgasia naeocepaeus Böhlke, 1951 Gorgasia obtusa Garman, 1899 Pracht-Röhrenaal (Gorgasia preclara) Böhlke & Randall, 1981 Gorgasia punctata Meek & Hildebrand, 1923 Rotmeer-Röhrenaal (Gorgasia sillneri) Klausewitz, 1962 Gorgasia taiwanensis Shao, 1990 Gorgasia thamani Greenfield & Niesz, 2004 mini|Brauner Röhrenaal(Heteroconger longissimus) Heteroconger Bleeker, 1868 Heteroconger balteatus Castle & Randall, 1999 Heteroconger camelopardalis Lubbock, 1980 Heteroconger canabus Cowan & Rosenblatt, 1974 Heteroconger chapmani Herre, 1923 Heteroconger cobra Böhlke & Randall, 1981 Heteroconger congroides D’Ancona, 1928 Heteroconger digueti Pellegrin, 1923 Heteroconger enigmaticus Castle & Randall, 1999 Heteroconger fugax Koeda, Fujii & Motomura, 2018 Heteroconger guttatus Allen, Erdmann & Mongdong, 2020 Ohrfleck-Röhrenaal (Heteroconger hassi) Klausewitz & Eibl-Eibesfeldt, 1959 Heteroconger klausewitzi Eibl-Eibesfeldt & Köster, 1983 Heteroconger lentiginosus Böhlke & Randall, 1981 Brauner Röhrenaal (Heteroconger longissimus) Günther, 1870 Heteroconger luteolus Smith, 1989 Heteroconger mercyae Allen & Erdmann, 2009 Heteroconger obscurus Klausewitz & Eibl-Eibesfeldt, 1959 Heteroconger pellegrini Castle, 1999 Schwarzer Röhrenaal (Heteroconger perissodon) Böhlke & Randall, 1981 Gestreifter Röhrenaal (Heteroconger polyzona) Bleeker, 1868 Taylors Röhrenaal (Heteroconger taylori) Castle & Randall, 1995 Heteroconger tomberua Castle & Randall, 1999 Heteroconger tricia Castle & Randall, 1999
Literatur Robert A. Patzner, Horst Moosleitner: Mergus Meerwasser-Atlas. Band 6, Mergus-Verlag, Melle 1999, ISBN 3-88244-116-X. Dieter Eichler, Robert F. Myers: Korallenfische Zentraler Indopazifik. Jahr Verlag, Hamburg 1997, ISBN 3-86132-225-0.
Weblinks
Röhrenaale im Meerwasser-Lexikon (dt.)
Einzelnachweise
Kategorie:Aalartige