Die Liste der Stolpersteine in Brakel enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Projekts von Gunter Demnig in Brakel verlegt wurden. Mit ihnen soll an Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Brakel lebten und wirkten.

Verlegte Stolpersteine Bild Person, Inschrift Adresse Verlege-datumweitere Informationen 100px|Stolperstein für Nathan Rothenberg, Brakel, Am Markt 5 JG. 1876DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 18.3.1943 Am Markt 5 150px|Gebäude am Markt 5 in Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, vor dem Stolpersteine verlegt wurden Das Haus musste im Rahmen der sogenannten Arisierung zwangsverkauft werden. Vor der Deportation mussten verschiedene jüdische Familien nach der Vertreibung aus ihren Häusern dort gemeinsam wohnen.150px|Stolpersteine für die Familie Rothenberg, Am Markt 5, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland Erstverlegung der „Stolpersteine“ in Brakel mit einer Ausstellung künstlerisch begleitet Max Nathan Rothenberg wurde am 29. August 1876 in Brakel als Sohn von Meyer Rothenberg und dessen zweiter Frau Sara Rosenstern geboren. Er übernahm das Manufaktur- und Modewarengeschäft seines Vaters. Im Jahr 1906 heiratete er Rika Kleinstrass aus Bredenborn und hatte mit ihr die drei Kinder Margarethe (* 1907), Herta (* 1909) und Werner (* 1912). Während Werner nach Palästina emigrieren konnte und dort 1994 starb, wurden seine als Sänger bzw. Fliess verheiraten Schwestern Margarethe und Herta ebenso wie die Eltern im Nationalsozialismus ermordet. Letztere wurden am 31. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo Nathan am 18. März 1943 ermordet wurde. Seine Frau Rika wurde am 15. Mai 1944 zur Ermordung in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verschleppt. 100px|Stolperstein für Rika Rothenberg, Am Markt 5 in Brakel GEB. KLEINSTRASSJG. 1880DEPORTIERT 1942THERESIENSTADT1944 AUSCHWITZERMORDET Rika Rothenberg, geboren am 7. November 1888 in Bredenborn, ist die Tochter von Abraham Kleinstrass und Helena Rosenstern aus Fürstenau. Seit 1906 war sie mit Nathan Rothenberg verheiratet und hatte mit ihm drei Kinder, Margarethe (* 1907, verheiratete Sänger), Herta (* 1909, verheiratete Fliess) und Werner (* 1912). Gemeinsam mit ihrem Mann wurde sie am 31. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und von dort am 15. Mai 1944 zur Ermordung nach Auschwitz. Ihre zwei Töchter wurden ebenfalls ermordet. Der Sohn konnte nach Palästina emigrieren und starb dort 1994. 100px|Stolperstein für Margarethe Rothenberg, Am Markt 5 in Brakel JG. 1907UNFREIWILLIG VERZOGEN1940 BERLINDEPORTIERT 1942THERESIENSTADT1944 AUSCHWITZERMORDET Margarethe (Margarete, Grete) Sänger, geb. Rothenberg am 7. November 1907 in Brakel als Tochter von Rika und Nathan Rothenberg, wurde gezwungen, Brakel zu verlassen. Sie wohnte danach in Berlin-Schöneberg und im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding. Am 16. Juni 943 wurde sie von dort in das Ghetto Theresienstadt deportiert und am 9. Oktober 1944 in Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet. 100px|Stolperstein für Herta Rothenberg, Am Markt 5 in Brakel JG. 1909UNFREIWILLIG VERZOGEN1940 BERLINDEPORTIERT 1942THERESIENSTADT1944 AUSCHWITZERMORDET Herta (Hertha) Fliess, geb. Rothenberg am 7. Oktober 1909 in Brakel als Tochter von Rika und Nathan Rothenberg und verheiratet mit Werner Fliess, wurde gezwungen, Brakel zu verlassen. Sie wohnte danach in Berlin. Am 16. Juni 1943 wurde sie von dort in das Ghetto Theresienstadt deportiert und am 9. Oktober 1944 in Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz gebracht. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs enthält den Eintrag, dass sie für tot erklärt wurde. 100px|Stolperstein für Werner Rothenberg, Am Markt 5 in Brakel JG. 1912GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETFLUCHT 1934PALÄSTINA Werner Rothenberg wurde am 15. November 1912 geboren. Er ist der Sohn von Nathan und Rika Rothenberg. Er emigrierte nach Palästina und wohnte in Tel Aviv. 100px|Stolperstein für Erich Königheim, Am Markt 10, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland JG. 1916GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETFLUCHT 1937USA Am Markt 10 150px|Gebäude Am Markt 10, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland, vor dem Stolpersteine verlegt wurden 150px|Stolpersteine für Familie Königheim, Am Markt 10, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland150px|Stolpersteine für Familie Weiler, Am Markts 10, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland Erich Königheim wurde am 17. Februar 1916 als Sohn von Louis Königheim aus Brakel und Ida Königheim, geb. Weinberger, geboren. 100px|Stolperstein für Elisabeth Königheim, Am Markt 10, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland JG. 1918GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETFLUCHT 1938USA Elisabeth Königheim wurde am 2. Juni 1918 geboren und zog am 14. Juli 1938 aus Würzburg nach Brakel. Für September 1940 ist bei den Arolsen Archives eine Emigration dokumentiert. 100px|Stolperstein für Kurt Weiler, Am Markt 10, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland JG. 1901GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETUNFREIWILLIG VERZOGEN1933 BERLINFLUCHT 1933SÜDAFRIKAKurt/Curt Weiler wurde am 10. Mai 1901 in Brakel als Sohn des Kaufmanns Hermann Weiler und seiner Frau Margarete (Grete, Elsbeth) Fränkel aus Höxter geboren. Die Familie Weiler war mit den Familien Heineberg und Flechtheim für den lokalen Getreidehandel sehr wichtig. Kurt Weiler besuchte zunächst die Volksschule und der Rektoratsschule Brakel. Von 1915 bis 1917 war er Schüler Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums in Höxter. Er wurde ein bekannter Konzertsänger (Bassbariton). In den 1920/30er Jahren lebte er in Berlin. Im November 1933 emigrierte er nach Johannisburg/Südafrika und dann weiter in die USA. Er starb am 2. Juni 1971 in Danbury, Fairfield, Connecticut. 100px|Stolperstein für Margarethe Weiler, Am Markt 10, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland GEB. FRÄNKELJG. 1877UNFREIWILLIG VERZOGEN1933 BERLINDEPORTIERT 1942TRANSIT-GHETTO PIASKIERMORDET 30.6.1942TRAWNIKI Margarete (Grete, Elsbeth) Weiler wurde am 17. Dezember 1877 in Höxter als Tochter von Naftali Fränkel und Florentine Fränkel geboren. Ihr Sohn Kurt/Curt konnte in die USA fliehen. Sie selbst wurde zunächst nach Berlin gebracht und von dort mit dem Transport XI/7614 am 28. März 1942 nach Trawniki bei Lublin und weiter in das Ghetto Piaski. Am 30. Juni 1942 wurde sie in Trawniki ermordet. 100px|Stolperstein für Otto Flechtheim in Brakel, Kreis Höxter, Westfalen, Am Thy 2 JG. 1876DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 22.9.1942 Am Thy 2 Otto Flechtheim wurde am 4. Dezember 1876 in Brakel als Sohn des Getreide- und Saatguthändlers Alexander Flechtheim und seiner in Bochum geborenen Frau Helene, geb. Würzburger, geboren. Die Familie Flechtheim war mit den Familien Heineberg und Weiler im lokalen Getreidehandel führend. Er blieb ledig in Brakel. Bei der sogenannten Arisierung war er der Bevollmächtigte der Familie. Am 31. Juli 1942 wurde er in das Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und starb dort am 22. September 1942, der Todesfallanzeige zufolge an Lungenentzündung. 100px|Stolperstein für Richard Flechtheim, Am Thy 4, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland JG. 1888VERHAFTET 1936STRAFANSTALT WOLFENBÜTTELFUHLSBÜTTELTOT 18. AUG. 1939 Am Thy 4 150px|Stolpersteine für Familie Flechtheim, Am Thy 4, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland 150px|Stolpersteine für Familie Königheim, Am Thy 4, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland Richard Flechtheim wurde am 11. April 1888 in Brakel als Sohn von Alex Flechtheim und Helene Würzburger geboren. Er heiratete Elly Liebenberg und hatte mit ihr die 1918 und 1920 geborenen Söhne Alexander und Ludwig. Er starb am 18. August 1939 in der Strafanstalt Fuhlsbüttel bei Hamburg einen, so das Gedenkbuch, verfolgungsbedingten Tod. Auf den Seiten des United States Holocaust Memorial Museum findet sich ein Foto von Richard und Elly Flechtheim. 100px|Stolperstein für Elly Flechtheim, Am Thy 4 in Brakel GEB. LIEBENBERGJG. 1898DEPORTIERT 1941GHETTO RIGAERMORDET Elly Eva (Elli) Flechtheim, geb. Liebenberg am 6. Juli 1898 in Brakel, später verh. Wertheim, wurde am 15. Dezember 1941 von Hannover in das Ghetto Riga deportiert, von dort am 1. Oktober 1944 in das Konzentrationslager Stutthoff. Nach dem Gedenkbuch des Bundes wurde sie für tot erklärt. Auf den Seiten des United States Holocaust Memorial Museum findet sich ein Foto von Richard und Elly Flechtheim. 100px|Stolperstein für Ludwig Flechtheim, Am Thy 4, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland JG. 1920DEPORTIERT 1941GHETTO MINSK1944 KZ STUTTHOFERMORDETLudwig Leopold Flechtheim wurde am 4. März 1920 in Brakel als Sohn von Elly Flechtheim und Richard Flechtheim geboren. Er wohnte in Brakel, Düsseldorf und Hannover-Ahlem wo er an der Israelitischen Gartenbauschule zum Gärtner ausgebildet wurde. Zur Hachschara (Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina) war er im Landwerk Ahrensdorf. Nach einer Emigration in die USA wurde er ab Düsseldorf am 1. Oktober 1941 in das Ghetto Minsk deportiert. 100px|Stolperstein für Alexander Flechtheim, Am Thy 4, Brakel (Kreis Höxter), Nordrhein-Westfalen, Deutschland JG. 1918GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETFLUCHT 1939ENGLANDAlexander Flechtheim wurde am 7. Mai 1918 in Brakel als Sohn von Elly Flechtheim und Richard Flechtheim geboren. Nach dem Novemberpogrom 1938 war er im KZ Buchenwald inhaftiert.Herbert Engemann: Brakel. In: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe: Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold.