mini|Cristina García Rodero (2011) Cristina García Rodero, seit 2025 1. Marquésa de Valle de Alcudia (geboren am 14. Oktober 1949 in Puertollano) ist eine spanische Fotografin. Bekannt wurde sie durch ihre Fotografien von traditionellem und aktuellem spanischen Volksbrauchtum. Ihre Arbeit konzentrierte sich zunächst auf das ländliche Spanien, was sich in ihrem Hauptwerk España oculta von 1989 niederschlägt. Spätere Arbeiten behandelten auch andere Länder, beispielsweise Indien und Haiti. Sie ist Mitglied der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando und die erste spanische Person, die Mitglied der Bildagentur Magnum wurde. 2025 wurde sie als Marquésa de Valle de Alcudia geadelt.
Biografie Nach dem Abschluss ihres Kunststudiums an der Universidad Complutense in Madrid unterrichtete sie ab 1974 künstlerisches Zeichnen an der madrilenischen Escuela de Artes y Oficios. Von 1983 bis 2005 unterrichtete sie Fotografie an der Kunstfakultät der Universidad Complutense. Ihre Lehrtätigkeit verband sie mit intensiver fotografischer Arbeit und Veröffentlichungen in zahlreichen spanischen und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften, darunter El Mundo, El País semanal, La Vanguardia, Libération, Le Monde, Le Figaro Magazine, Frankfurter Allgemeine Magazín, Corriere della Sera, GEO, Vogue, Life Magazine, Los Angeles Times Magazine. 2005 trat sie als erste Person spanischer Nationalität der Agentur Magnum bei.
Im Jahr 2013 wurde sie als ordentliches Mitgliedspanisch: Académica de Número auf den Sitz für Neue Bildkunstspanisch: Nuevas artes de la Imagen der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando berufen. In dieser Position wurde sie Nachfolgerin von Luis García Berlanga.
2023 erschien ein Dokumentarfilm über sie: Cristina García Rodero: La mirada oculta, von Carlota Nelson.
Künstlerisches Werk
Cristina García Roderos erste Arbeiten erschienen Ende der 1960er Jahre bei Hochschul-Wettbewerben. 1973 setzte sie sich zur Aufgabe, Bräuche und Feste in ganz Spanien zu fotografieren. Dazu wurde sie mit einem Stipendium der Fundación Juan March unterstützt. Später schuf sie Fotoserien über Traditionen in anderen Ländern.
Zu ihren Forschungen in Europa gehört das wichtigste orthodoxe Fest in Polen, wo dieses Bekenntnis nur ein Prozent der Gläubigen ausmacht: Im Juni pilgern Gläubige zum Berg Grabarka, um dort eine Vigil abzuhalten. Das Fest ist Gegenstand ihres Buches des Buches Grabarka, o monte das 600 cruces. Unha peregrinación ortodoxa en Polonia von 2000. Sie dokumentierte auch Bräuche und menschliche Tragödien in Portugal, Griechenland, dem Kosovo und Makedonien.
Ein weiterer Schwerpunkt ihres Interesses war Amerika. Ihr Buch Ojos de agua, María Lionza handelt von einer archaischen Gottheit, deren Anhänger indigene Riten wiederbeleben und mit afrikanischen und christlichen Elemente vereinigen. Dazu wird ein großes Fest wird im Oktober in Venezuela auf dem Berg Yaracui gefeiert. In Haiti pilgern Gläubige im Juli in die Laguna del Norte zur Feier zu Ehren des Apostels Jakobus. Der Ritus ist dem Kult von Iwa Ogou, der indigenen Gottheit des Krieges, angeglichen und verbindet afrikanische Elemente wie den Voodoo mit katholischer Liturgie. Auch der Tag der Toten in Port-au-Prince und andere Zeremonien in Haiti wurden zu Motiven ihrer Fotografie. Sie beschäftigte sich auch mit der Santería auf Kuba und den Pilgerfahrten zu Ehren des Wunderheilers Niño Fidencio, der noch immer Anhänger in ganz Mexiko hat.
In Indien und Nepal fotografierte sie das Holi-Fest, mit dem der Hinduismus die Ankunft des Frühlings feiert. Dieses Fest, mythologisch mit Vishnu und Krishna verbunden, begrüßt nicht nur den Wechsel der Jahreszeiten, sondern dient auch dazu, sich von Fehlern und Sünden zu befreien, zu vergeben und vergeben zu lassen. In Afrika erkundete sie das Mönchtum in Lalibela, der heiligen Stätte Äthiopiens. 2007 porträtierte sie das Burning Man Festival in Nevada und das Festival von Benicàssim.
Sie sieht sich nicht als Fotojournalistin. Ihre Fotografie behandele persönlichere Aspekte, so sie selbst in einem Interview im Dezember 2020:
Ausstellungen
Museen und Institutionen Ihr Werk ist in einer Reihe von Museen und Institutionen ausgestellt, darunter:
In Madrid im Museo Reina Sofía, bei der Fundación Banesto und im Centro de Arte de Alcobendas. Im übrigen Spanien im Instituto Valenciano de Arte Moderno (IVAM) in Valencia, im Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León (MUSAC) in León und im Museo de las Peregrinaciones in Santiago de Compostela. In den Vereinigten Staaten im Museum of Fine Arts, Houston, im J. Paul Getty Museum in Los Angeles, im Seattle Art Museum, im Meadows Museum in Dallas, im Center for Creative Photography in Tucson, im George Eastman House in Rochester sowie im International Center of Photography und beim W. Eugene Smith Memorial Fund, beide in New York City. Weltweit im Museo de Bellas Artes de Caracas, im Centro Portugués de la Fotografía in Porto, in der Collection de l’Imagerie in Trégor und in der Maison Européenne de la Photographie sowie der Fondacion Sélect, beide in Lausanne. mini|Museo Cristina García Rodero in Puertollano 2018 eröffnete in ihrer Heimatstadt Puertollano das Museo Cristina García Rodero. Es beherbergt einen großen Teil ihres Werks und ist gleichzeitig das einzige Museum in Spanien, das ausschließlich der Fotografie gewidmet ist. Es befindet sich im Haus des ehemaligen Stadtmuseums, das zwischen 1920 und 1972 als Rathaus diente und 1992 als Kulturraum wiederhergestellt wurde. Es dient als Zentrum für Fotografie für die gesamte Region Kastilien-La Mancha und hat in diesem erweiterten Sinne die Aufgabe, die Erforschung und Entwicklung der Fotografie zu unterstützen.
Temporäre Ausstellungen Cristina García Rodero präsentierte ihre Fotografien auf zahlreichen Gemeinschafts- und Einzelausstellungen. 1976 war sie bei der Stipendiaten-Ausstellung der Fundación Juan March vertreten. Ihre erste Einzelausstellung mit dem Titel Fiestas Tradicionales en España war 1984 in Mexiko-Stadt. Die Fotos ihres Hauptwerk España oculta wurden auf Ausstellungen im Museo Reina Sofía in Madrid, in der Photographers’ Gallery in London, bei der Photokina in Köln, auf der Diaframma in Mailand und beim Fotofest'90 in Houston gezeigt; des Weiteren im Münchner Stadtmuseum, im Museo de Bellas Artes in Caracas, im Museo Álvarez Bravo in Oaxaca, im Médiathèque Centre Jean Renoir in Dieppe sowie in Arles, Carcassonne und Braga.
Auch ihr oben erwähntes Werk über den Berg Grabarka war Gegenstand einer Ausstellungsserie in zahlreichen Museen weltweit. Weitere Einzelausstellungen waren unter anderem:
Pratiques Religieuses en Pays Mèditerranéens 1985 in Montpellier, Old World, New World 1991 in Seattle, Europa: Fiestas y Ritos 1992 in Madrid, Eye of Spain, 2000, im Meadows Museum in Dallas, Cristina García Rodero. Historia de una pasión, 2000 in Madrid, Lo Festivo y lo Sagrado 2001, Aquaria 2002 und Américas 2003, alle in Madrid.
Veröffentlichungen España oculta. Lunwerg ediciones, Barcelona, 1989, ISBN 84-7782-779-6. Grabarka, o monte das 600 cruces: unha peregrinación ortodoxa en Polonia. Xunta de Galicia, Santiago de Compostela 2000, ISBN 84-453-2846-8. Lo Festivo y lo Sagrado. Consejería de Cultura de la Comunidad de Madrid, Madrid 2001. Cristina García Rodero. La Fábrica, Madrid 2004, ISBN 84-95471-92-2. A peregrinación a Santiago en Haití. Xunta de Galicia, Santiago de Compostela, 2004 ISBN 84-453-3832-3. Benicàssim. El Festival. ACTAR, Barcelona, 2007, ISBN 978-84-96954-27-4. Trastempo. La Fábrica, Madrid 2010, ISBN 978-84-453-4956-4.
Auszeichnungen
Bibliografie
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (Spanien) Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1949 Kategorie:Frau