mini|St. Michael in Gottersdorf Die römisch-katholische Kirche St. Michael steht in Gottersdorf, einem Stadtteil von Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis von Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Erzbistum Freiburg.

Beschreibung Die 1752 errichtete Saalkirche besteht aus einem im Westen dreiseitig geschlossenen Langhaus mit Sandsteinfassade und Pilastergliederung, Barockportal der Vorgängerkirche mit geohrter Rahmung und volutengeschmückter Figurennische. Ein sechseckiger, schiefergedeckter Dachreiter, in dessen Glockenstuhl drei Kirchenglocken hängen, erhebt sich am Dach im Osten, westlich des Krüppelwalms. Die Sakristei befindet sich unter dem Schleppdach an der Südseite des Langhauses. Die Kirchenausstattung stammt aus der Bauzeit und zeichnet sich durch eine reiche Ausstattung aus. Hervorzuheben ist die Skulptur der Muttergottes aus dem frühen 16. Jahrhundert, Deckengemälde mit Darstellung des Kampfes des Erzengel Michael gegen Ezechiel von Kunstmaler Josef Wagenbrenner, 1926 (2001 rekonstruiert), Hochaltar und zwei Seitenaltäre des 19. Jahrhunderts, erbaut nach Plänen des erzbischöflichen Bauinspektors Strobl anstelle der 1752 errichteten Kapelle St. Josef, 1921. Im Außenbereich befindet sich eine Grünanlage und Einfriedungsmauer und ein nach 1945 aufgestelltes Gefallenendenkmal für den Ersten und Zweiten Weltkrieg: über vierkantigem Sockel ein achtkantiger Pfeiler mit Kapitell und bekrönender Muttergottesstatue aus hellem Sandstein, Tatzenkreuzrelief auf der Säule und Eichenlaubmotive auf den Zwickeln des Sockels, Inschrift: auf Pfeiler unten: GETREU / BIS IN DEN TOD / UNSEREN KRIEGERN / ZUM / DANKB. GEDÄCHTNIS; am Sockel hinten: Hier stand in der al= / ten 1752 errichteten / Kapelle der Altar // Himmels königin bitte für unst // Link Otto / Mechler Wilh. / Seiler Jgnaz usw.

Bedeutung Die katholische Filialkirche bildet zusammen mit dem Friedhof im Gewann Steinig das geistig-religiöse Zentrum des Ortes. Sie ist bauliches Zeugnis der Entwicklung der örtlichen Kirchengemeinde, die seit alters her Filiale von Amorbach mit Taufen und Trauungen in Reichartshausen und Gottesdiensten in Ripperg oder Amorbach ist. 1752 erhielt Gottersdorf sein erstes eigenes Gotteshaus, 1909 erfolgte der Wechsel zur Pfarrei Glashofen. Der erste Beschluss zum Kirchenneubau erfolgte shcon 1912, doch verzögerte offenbar der Ausbruch des Ersten Weltkriegs die Pläne zur Umsetzung, die erst in den 1920er-Jahren verwirklicht werden konnten. Das Gefallenendenkmal neben der Kirche dokumentiert die örtliche Beteiligung an einem überregionalen historischen Ereignis und den Umgang mit seinen Opfern. Es markiert dabei die Lage des Chors des Vorgängerbaus der heutigen Kirche.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Neckar-Odenwald-Kreis St Michael Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums Freiburg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Erbaut in den 1750er Jahren St Michael