Intismeran autogen ist der internationale Freiname (INN) (Entwicklungsname: mRNA-4157) für eine mRNA, die als RNA-Impfstoff experimentell zur Krebsimmuntherapie gegen verschiedene Krebserkrankungen eingesetzt wird.

Der patientenspezifisch hergestellte Impfstoff ist speziell auf das Tumormutanom und den HLA-Typ des jeweiligen Patienten zugeschnitten.

Klinische Entwicklung mini|Übersicht der klinischen Studien zu Intismeran/mRNA-4157 mRNA-4157 wird als therapeutischer Krebsimpfstoff seit 2017 von Moderna entwickelt und in klinischen Studien erforscht, seit 2018 in Kollaboration mit Merck & Co.

Die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA erteilte 2023 den breakthrough-therapy-Status,Cancernetwork.com: FDA Grants Breakthrough Designation to mRNA Vaccine for Resected Melanoma, abgerufen am 29. April 2024. die europäische Arzneimittelbehörde EMA den prioritiy-medicine(PRIME)-Statushttps://www.pharmaceutical-technology.com/news/modernas-mrna-vaccine-keytruda/ für die Kombinationstherapie von mRNA-4157 mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (200 mg) nach operativer Entfernung von Melanomen.J. S. Weber, M. S. Carlino, A. Khattak, T. Meniawy, G. Ansstas, M. H. Taylor, K. B. Kim, M. McKean, G. V. Long, R. J. Sullivan, M. Faries, T. T. Tran, C. L. Cowey, A. Pecora, M. Shaheen, J. Segar, T. Medina, V. Atkinson, G. T. Gibney, J. J. Luke, S. Thomas, E. I. Buchbinder, J. A. Healy, M. Huang, M. Morrissey, I. Feldman, V. Sehgal, C. Robert-Tissot, P. Hou, L. Zhu, M. Brown, P. Aanur, R. S. Meehan, T. Zaks: Individualised neoantigen therapy mRNA-4157 (V940) plus pembrolizumab versus pembrolizumab monotherapy in resected melanoma (KEYNOTE-942): a randomised, phase 2b study. In: The Lancet. Band 403, Nummer 10427, Februar 2024, S. 632–644, doi:10.1016/S0140-6736(23)02268-7, PMID 38246194.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung gaben Moderna und Merck am 19. August 2026 bekannt, dass die Phase-3-Studie NCT05933577, auch bekannt als INTerpath-001, beide der zuvor gesetzten Wirksamkeitsendpunkte erreicht hat. Bei Patienten mit vollständig reseziertem kutanem Melanom der Stadien IIB bis IV führte die Kombination aus Intismeran und Pembrolizumab im Vergleich zu Pembrolizumab allein zu statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Verbesserungen sowohl beim rezidivfreien Überleben (primärer Endpunkt) als auch beim Überleben ohne Fernmetastasen (sekundärer Endpunkt). Medien sprechen vom ersten personalisierten Krebsimpfstoff, der „in einer entscheidenden Studie positive Ergebnisse“ zeigte.

Struktur Intismeran autogen ist eine Nukleosid-modifizierte mRNA.Julie E. Bauman, Howard A. Burris, Jeffrey Clarke, Manish R. Patel, Daniel Cho, Martin Gutierrez, Ricklie Julian, Aaron J. Scott, Pamela S. Cohen, Joshua P. Frederick, Céline Robert-Tissot, Honghong Zhou, Kinjal Mody, Karen Keating, Robert Meehan, Justin F. Gainor: 798 Safety, tolerability, and immunogenicity of mRNA-4157 in combination with pembrolizumab in subjects with unresectable solid tumors (KEYNOTE-603): an update. In: Journal for ImmunoTherapy of Cancer. 2020 doi:10.1136/jitc-2020-SITC2020.0798. Sie trägt eine 5′-Cap-Struktur (m7G+5'ppp5'Gm).Intismeran autogene, ama-assn.org, abgerufen am 23. August 2026. Im open reading frame (ORF) codiert sie für bis zu 34 Neoantigene,C. Liu, Q. Shi, X. Huang, S. Koo, N. Kong, W. Tao: mRNA-based cancer therapeutics. In: Nature Reviews Cancer. Band 23, Nummer 8, August 2023, S. 526–543, doi:10.1038/s41568-023-00586-2, PMID 37311817. je nachdem, welche im Tumor des Patienten vorkommen. Die Struktur besitzt zwei zusätzliche Stopcodons und ist flankiert von einer künstlichen 5'-untranslatierten Region (UTR) sowie einer 3'-UTR, die vom Gen für die humane Hämoglobin-Untereinheit Alpha (HBA1) abgeleitet ist. Den Abschluss bildet ein 3'-Poly(A)-Schwanz mit einer XbaI-Restsequenz.

Funktionsweise Die codierten Neoantigene können endogen translatiert werden und in die natürliche zelluläre Signaltransduktion der Antigenprozessierung eintreten. Dabei übersetzen gesunde Zellen den mRNA-Code in Proteinfragmente, welche die patientenspezifische Krebsmutation repräsentieren. Diese Proteinfragmente werden in der Folge reaktiven T-Zellen als Antigene präsentiert, was eine zelluläre Immunantwort hervorrufen soll. Dies stellt einen neuartigen Ansatz in der Krebstherapie dar. Eine Verkapselung in Lipide schützt die mRNA vor Abbau durch RNasen und dient der Transfektion, also der Einschleusung in die Zellen.

Moderna und Merck bezeichnen den Impfstoff als eine Form der „Neoantigen-Therapie“. Intismeran autogen basiert auf derselben mRNA-Plattform, die Moderna bereits für seinen COVID-19-Impfstoff Spikevax einsetzte. Einzelnachweise

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