mini|Carl Wilhelm Naumann (1928) Carl Wilhelm Naumann (Pseudonym: Carl Willnau, manchmal auch Karl) (* 11. Oktober 1886 in Leipzig; † 23. Dezember 1958 ebendaDr. phil. Carl W. Naumann [Traueranzeige]. In: Leipziger Volkszeitung, 24. Dezember 1958, 64, S. 7; .) war ein deutscher Chemiker, Industrieller und Schriftsteller.

Leben und Wirken Carl Wilhelm Naumann wurde als Sohn des Prokuristen Max Naumann († 1896) geboren und studierte nach dem Besuch der Thomasschule an den Universitäten Leipzig, München und Berlin Botanik und Chemie.Ein vielseitiger Sohn Leipzigs. Zum Ableben Dr. Carl Wilhelm Naumanns. In: Sächsisches Tageblatt, 7. Januar 1959, 14, . 1910 wurde er zum Thema Schimmelpilze mit der Arbeit Die Bedingungen für die Pigmentbildung durch Epicoccum purpurascens (Ehrenberg) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gährungsgewerbe unter der Leitung Paul Lindners promoviert. 1913 stieg er in die Brauerei C. W. Naumann ein, die sein gleichnamiger Urgroßvater Carl Wilhelm Naumann (1792–1876) im Jahr 1828 gegründet hatte. Zunächst arbeitete er im Unternehmen als Prokurist, später war er, bis zur Enteignung der Brauerei im Jahr 1946, Vorstandsmitglied der Aktiengesellschaft.

Neben seiner Tätigkeit in der familiengeführten Brauerei verfasste Naumann bis an sein Lebensende Fachbücher über das Brauereiwesen, außerdem Romane, Erzählungen und Novellen, Theaterstücke und Opernlibretti, zudem veröffentlichte er kultur- und kunstgeschichtliche Aufsätze. Für viele seiner belletristischen Werke nutzte Naumann das Pseudonym Carl bzw. Karl Willnau.

Naumann war unter anderem Mitglied des Verbandes sächsischer Industrieller sowie des Verbandes deutscher Bühnenschriftsteller.

Schriften (Auswahl) Die Bedingungen für die Pigmentbildung durch Epicoccum purpurascens (Ehrenberg). Ebering, Berlin 1910. Epicoccum purpurascens und die Bedingungen für seine Pigmentbildung. [veränderter Nachdruck der Dissertation von 1910]. In: Hedwigia, 1912, 51, S. 135–175; (zobodat.at). Der Bildschnitzer. Novelle. Scholtze, Leipzig 1919; . (Hrsg.): Urkunden der Stadt Querfurt. Jaeckel, Querfurt 1920; . als Carl Willnau: Sieben neue Lieder zur Laute. Scholtze, Leipzig 1920; . als Karl Willnau: Ledermüller. Erzählung. Scholtze, Leipzig 1921; . Johannes Leyser. Schauspiel. Scholtze, Leipzig 1925; . als Carl Willnau: Belcanto. Komische Oper in einem Akt (2 Bildern). Unter Benutzung der Riehlschen Novelle "Ovid bei Hofe", Musik: Hanns Ludwig Kormann. Scholtze, Leipzig 1926; . Ledermüller und von Gleichen-Russworm. Zwei deutsche Mikroskopisten der Zopfzeit. Scholtze, Leipzig 1926; . als Carl Willnau: Der Dreispitz. Komische Oper in drei Akten. Nach der gleichnamigen Novelle von Alarcon, Musik: Hanns Ludwig Kormann. Scholtze, Leipzig 1927; . Brauerei C. W. Naumann Aktiengesellschaft in Leipzig-Plagwitz. 1828–1928. Zum hundertjährigen Bestehen. Scholtze, Leipzig 1928; . als Carl Willnau: Der Nürnberger Heller. Lustspiel. Scholtze, Leipzig 1931; . als Carl Willnau: Von A bis Z! Lustspiel. Scholtze, Leipzig 1934; . als Carl Willnau: Der Meister von Palmyra. Oper nach Adolf Wilbrandts Schauspiel, Musik: Hanns Ludwig Kormann. Scholtze, Leipzig 1934; . als Carl Willnau: Zwischen Lorenz und Sebaldus! Lustspiel. Scholtze, Leipzig 1935; . als Carl Willnau: Die Herkunft des Nikolaus Knüpfer. In: Familiengeschichtliche Blätter, 1935, 33, S. 5; . als Carl Willnau: Neue Urkunden über Nikolaus Knüpfer. In: Familiengeschichtliche Blätter, 1936, 34, S. 265. Johann Cornelius Maximilian Poppe. In: Schriften des Vereins für die Geschichte Leipzigs, 1939, 23, S. 74; . Joseph Fröhlich, Hofnarr Augusts des Starken, der Erbauer des Narrenhäusels in Dresden. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V., 1940, 29, Nr. 1/4, S. 60–74; . als Carl Willnau: Ein Schelm, der's gut meint. Des Hofnarren Fröhlich ergötzlicher Lebensroman. Bohn, Leipzig 1943; . als Carl Willnau: Allerhand Kurzweil. Leipzig 1946; . als Carl Willnau: Zehn Kindergarten-Spiellieder. Pro musica, Leipzig 1950; . Das Brauwasser. Analyse, Charakter, Veredelung. Brauwelt-Verlag, Nürnberg 1952; Neue Wege der Wasseranalyse. Fachbuchverlag, Leipzig 1952; . als Carl Willnau: Hofnarr Fröhlich. Die ergötzliche Chronik seines Lebens. Greifenverlag, Rudolstadt 1954; . (Vorwort): Peter Paul Rubens. Zehn farbige Gemäldewiedergaben. 1577–1640. E. A. Seemann, Leipzig 1954 (= Farbige Künstlermappe, Band 117); (erschien in mehreren Nachauflagen). als Carl Willnau: Die Bibliothek des Hofnarren Joseph Fröhlich. Zur 200. Wiederkehr seines Todestages. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel N. F., 1957, 13, S. 801–802; . Die Bibliothek eines Hofnarren. In: Das Antiquariat, 1958, 14, S. 121–124; .

Literatur

Wilhelm Kosch (Begr.), Ingrid Bigler-Marschal: Deutsches Theater-Lexikon. Nachtragsband 4: M–Pa. De Gruyter, Berlin 2016, ISBN 978-3-11-036175-9, S. 250.

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