mini|hochkant|Christoph Preiß (2023) Christoph Preiß (* 13. April 2001 in Regensburg) ist ein deutscher Pianist, Organist und Kirchenmusiker.
Leben und Wirken Christoph Preiß stammt aus Tegernheim im Landkreis Regensburg. Im Alter von fünf Jahren begann er Klavier zu spielen und erlernte zudem als Achtjähriger die Grundlagen des Orgelspiels bei Markus Rupprecht. Preiß besuchte die Grundschule seines Heimatortes, wo er und seine Familie Mitglieder der 1985 gegründeten Kolpingsfamilie Tegernheim sind. Von 2011 bis 2019 bekam er als Sänger der Regensburger Domspatzen am Musikgymnasium sowie als Jungstudent an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg bei Franz Josef Stoiber (Orgel) eine umfassende musikalische Ausbildung und war seitdem auch Klavierschüler von Franz Hummel, der zu seinem langjährigen Mentor wurde und seine musikalische Entwicklung maßgeblich beeinflusste. Seine erste Klavier-CD erschien bereits im Alter von 12 Jahren.
Nach dem Abitur studierte Christoph Preiß an der Hochschule für Musik Würzburg als Doppelstudium die Hauptfächer Klavier (Bernd Glemser) und Orgel (Christoph Bossert (Literatur), Reiner Gaar (Improvisation)) sowie das Nebenfach Cembalo (Ralf Waldner) und schloss die Bachelor- und Masterstudiengänge jeweils mit „sehr gut“ ab. 2026 legte er dort auch das Master-Examen in katholischer Kirchenmusik ab (Chorleitung bei Benedikt Haag). Parallel dazu studiert er seit dem WS 2025/26 Meisterklasse Orgel (Kombination Literatur/Improvisation) an der HMT Leipzig bei Martin Schmeding und Thomas Lennartz.Künstlerische Impulse erhielt er auch in Meisterkursen bei Inge Rosar, Nina Tichman (Klavier), Maurizio Croci, Gunther Rost, Martin Sander (Orgel) sowie Thierry Escaich, Tomasz Adam Nowak, Wolfgang Seifen, Stefan Schmidt, Martin Sturm und Sietze de Vries (Orgelimprovisation).
Preiß ist seit November 2022 Kirchenmusiker der Pfarrei St. Georg Painten und übernimmt neben langjährigen Organistendiensten in seiner Heimatpfarrei in Tegernheim seit 2024 regelmäßig Vertretungsdienste am Würzburger Kiliansdom.YouTube: Messfeier am 23. März 2025, 10 Uhr, Würzburger Dom (verbesserter Ton). Abgerufen am 29. März 2025.YouTube: Messfeier am 22. Juni 2025, 10 Uhr, Würzburger Dom | (verb. Ton). Abgerufen am 10. Juli 2025. Seit Anfang 2025 ist er zudem Assistent von Matthias Göttemann bei der Kantorei Haßberge und dem Oratorienchor Würzburg. Zum September 2025 wurde er zum Hauptorganisten des Stift Haug in Würzburg berufen. Im Juni 2026 war er als Visiting Organist Gastdozent an der Sommer-Orgelakademie der University of North Texas in Denton.
Christoph Preiß wurde vom Kulturförderverein der Regensburger Domspatzen e. V. (2013), der Hildegard-Schmalzl-Musikstiftung Regensburg (2015), dem von der Studienstiftung des deutschen Volkes durchgeführten Max Weber-Programm sowie seit 2025 mit einem Deutschlandstipendium gefördert.
Konzerttätigkeit (Auswahl) mini|Christoph Preiß am Flügel bei den Dycker Schlosskonzerten 2023 mini|Christoph Preiß improvisiert über „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (Schlimbach-Orgel der Spitalkirche Aub)mini|... spielt J. S. Bach: Triosonate e-Moll BWV 528 (Steinmeyer-Orgel St. Andreas Weißenburg; live) mini|… am mobilen Spieltisch der Klais-Orgel der Augustinerkirche Würzburg (2024) Sein erstes Klavierkonzert gab Christoph Preiß als Elfjähriger im Fuchsstadel Riedenburg. Die weitere Konzerttätigkeit als Pianist und Organist führte ihn zu Festivals wie den Würzburger Bachtagen, den Max-Reger-Tagen Weiden, dem Beethoven-Festival 2018 in Budapest-Budavár,YouTube: Beethoven Budán 2018 – Vendégségben Regensburg, 25. Mai 2018. den Schlosskonzerten auf Schloss Dyck sowie als Einspringer zum Beethovenfest Bonn und den Keitumer Mittwochskonzerten. Er konzertierte auch im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz, im Konzerthaus Blaibach, im Kiesel im k42 Friedrichshafen, dem ARTO∩ICO∩ Unterlaichling sowie im Regensburger Dom, der Alten Kirche des Collegium Leoninum Bonn (FlügelYouTube: Felix Mendelssohn Bartholdy: Präludium und Fuge e-Moll (op. 35, Nr. 1) – Christoph Preiß, Klavier und Orgel; Gesprächskonzert), der Weihnachtskirche Berlin-Haselhorst, in St. Andreas Karlstadt,Bernhard Seelbach: Fulminantes Orgelkonzert von Christoph Preiß in St. Andreas. In: main-echo.de. Abgerufen am 7. Juli 2025. der Schlosskirche Bayreuth und im Grazer Dom. Er arbeitete unter anderem mit dem Bachchor Würzburg, dem Bachkantatenclub Würzburg, dem Konzertchor der Regensburger Domspatzen (als Begleiter an Flügel und Orgel sowie eigenen Beiträgen) sowie der Münchner Kammerphilharmonie dacapo zusammen. Ebenso tritt er in Kammermusikformationen und am Cembalo auf. Preiß widmet sich regelmäßig auch der Orgelimprovisation. Mit Benefizkonzerten engagiert er sich für soziale Projekte.
Die 33 Hercher-Variationen für Klavier von Franz Hummel spielte Christoph Preiß sowohl als Erstaufführung vor geschlossener Gesellschaft (2019 und 2021) als auch im November 2023 als (zeitlich bedingt teilweiser) Uraufführung in der Drei-Burgen-Halle Riedenburg. Die Ersteinspielung dieses Werks hatte er bereits 2020 vorgelegt.Beim hochschulöffentlichen Seminar „Experimentierfeld Konzertsaalorgel“ der Kompositions- und Orgelklassen der HfM Würzburg im November 2022 übernahm Preiß die erste Aufführung des für die Klais-Orgel der Hochschule geschriebenen Orgelwerks Falquée du songe von Guy Olivier Ferla, das er in engem Kontakt mit dem Komponisten erarbeitet hatte.Video-Mitschnitt „Experimentierfeld Konzertsaalorgel“, 29. November 2022. Abgerufen am 11. Mai 2024.Bei der Internationalen Max-Reger-Orgelakademie 2023 der HfM Würzburg in der Stadtkirche Giengen an der Brenz spielte Preiß im Rahmen der thematischen „Musikalischen Feierstunden“ die beiden Reger’schen Großwerke Variationen und Fuge über ein Originalthema fis-Moll op. 73 und Variationen und Fuge über ein Thema von Joh. Seb. Bach op. 81 an Orgel und Flügel.YouTube: Die zweite Musikalische Feierstunde im Reger-Jahr 2023 – Ev. Stadtkirche Giengen (Link 1906) 14.9.23 – op. 73YouTube: Die dritte Musikalische Feierstunde im Reger-Jahr 2023 – Ev. Stadtkirche Giengen (Link 1906) 15.9.23 – op. 81
Repertoire Klavier, Kammermusik und Klavierkonzerte Werke von J. S. Bach (darunter das Wohltemperierte Klavier), Dussek, Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn Bartholdy, Chopin, C. Schumann, R. Schumann, Liszt, Brahms, Reubke, Tschaikowski, Grieg, Debussy, Satie, Skrjabin, Ravel, Rachmaninoff, Reger, de Falla, Bloch, Turina, Prokofjew, Hindemith, Chatschaturjan, Ligeti und Hummel. Orgel Werke von Frescobaldi, Steigleder, Scheidemann, Froberger, Weckmann, Muffat, Buxtehude, Bruhns, Couperin, Bach (u. a. Triosonaten, Leipziger Choräle, 3. Teil der Clavierübung), Mozart, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Ritter, Liszt, Franck, Brahms, Reubke, Saint-Saëns, Rheinberger, Widor, La Tombelle, Renner jun., Vierne, Reger (mit u. a. den meisten der großen Orgelwerke), Dugan, Schmidt, Karg-Elert, Dupré, Langlais, Messiaen, Litaize, Alain, Berio, Eben, Ligeti, Schneider, Bossert, Ferla und Hensel.
Preise und Auszeichnungen 2026: 3. Preis und Publikumspreis beim 7. Internationalen Orgelimprovisationswettbewerb in der Trinitatiskirche Köln 2026: 2. Preis beim Internationalen Carlo-Hommel-Wettbewerb in Maarnich (LU) 2025: 2. Preis und Publikumspreis beim 6. Internationalen Orgelwettbewerb (in memoriam Albert Schweitzer) in der Trinitatiskirche Köln 2025: 2. Preis beim 9. Internationalen Franz-Schmidt-Orgelwettbewerb Wien 2025: 1. Preis (Hubert-Beck-Preis) beim Internationalen Wettbewerb für Orgelimprovisation des Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd19. Internationaler Wettbewerb für Orgelimprovisation. In: kirchenmusik-festival.de. Abgerufen am 8. August 2025 2024: 2. Preis bei der bach impro competition 2024 „In Bachs Haus“ (2. Onlinewettbewerb für Orgelimprovisation) der Bach Biennale Weimar 2023: 2. Preis beim Wettbewerb um den Förderpreis des Steinway-Hauses Frankfurt am Main 2022: Förderpreis der Jury beim 1. Internationalen Onlinewettbewerb für Orgelimprovisation der Bach Biennale Weimar 2018: Musikpreis der Stadt Regensburg 2018: Jugendkulturpreis des Landkreises RegensburgThomas Feuerer: Christoph Preiß: Jugendkulturpreisträger 2018. In: heimatforschung-regensburg.de, (PDF; 1,8 MB). 2018 2018: 1. Preis Orgel solo beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert55. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" 2018 – Orgel Altersgruppe V (PDF; 1,4 MB). In: musikundkirche.de. 2018 2017: Sonderpreis der EKD (jüngster Teilnehmer in der Wertung Orgelimprovisation bei Jugend musiziert 2017)Frank Bürger: Spandauer Pilgerwochenende vor dem Startschuss. In: deutsch-polnische-nachrichten.eu. Abgerufen am 7. Juli 2025. 2017: 3. Preis Klavier solo beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2015: 1. Preis Orgel solo beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2014: 2. Preis Klavier solo beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2014 2013: „Mensch des Jahres 2013“ des Fernsehsenders TVA
Kompositionen Orientalische Fantasie (2011; Klavier) Kadenz zu Mozarts Klavierkonzert A-Dur KV 488 (2012) Missa Sancti Georgii (Chor SATB o. SA, Orgel ad lib.; 2024/25)
Diskografie Christoph Preiß, 12, Piano: Beethoven, Mozart, Schubert, Preiß. TYXart 2014 (Debüt-CD) Christoph Preiß, 14, Piano: Beethoven, Liszt, Grieg, Preiß. TYXart 2016 Christoph Preiß, 16, Piano: Bach, Beethoven, Tschaikowsky. TYXart 2018 Franz Hummel: 33 Hercher Variations. TYXart 2020/2026 (Ersteinspielung)
Weblinks
Homepage von Christoph Preiß
Audiobeitrag (2012) anlässlich des ersten Klavierkonzerts (TVA Ostbayern; urspr. Video) Laudatio (2018) von Thomas Feuerer anlässlich der Verleihung des Jugendkulturpreises des Landkreises Regensburg (PDF; 1,8 MB) Ein Leben für die Musik: Ex-Domspatz Christoph Preiß (Interview 2021; idowa) Video-Kurzbeitrag (2023) (Benefizkonzert zugunsten des Vereins zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern (VKKK)) Hausarbeit (2023) an der HfM Würzburg über Georg Joseph „Abbé“ Vogler und sein Simplifikationssystem (PDF; 1,5 MB) Christoph Preiß spielt (live; YouTube, Auswahl): Max Reger: Variationen und Fuge über ein Thema von Joh. Seb. Bach op. 81 – Praeludium fis-Moll (op. 82) (Blüthner-Flügel 1859) Alexander Skrjabin: Andante cantabile Ges-Dur aus: 5 Préludes op. 16 (HfM Würzburg, Theater Bibrastr.) Max Reger: Variationen und Fuge über ein Originalthema op. 73 (Link-Orgel der Stadtkirche Giengen) Christoph Preiß (12) spielt (Bösendorfer-Flügel 225, Stadthalle Neutraubling, CD): F. Schubert: Klaviersonate Nr. 20 A-Dur D 959 Christoph Preiß (16) spielt (s. o.): L. v. Beethoven: Klaviersonate Nr. 21 (op. 53; „Waldstein-Sonate“)
Einzelnachweise
Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Klassischer Organist Kategorie:Kirchenmusiker (Deutschland) Kategorie:Orgelimprovisator (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Hochschule für Musik Würzburg Kategorie:Person (Regensburger Domspatzen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 2001 Kategorie:Mann