Pietro Spazzio (auch Johann Peter Spaz; * in Lanzo d’Intelvi, LombardeiListe von Persönlichkeiten aus Lanzo d’Intelvi; † Oktober 1644Matriken St. Stephan Sterbebuch 1640–1649 Peter Spätz, S. 126. in Wien) war ein Architekt und Hofmaurer.
Leben Familie Pietros Vater Andrea Spazzo war ein in Böhmen tätiger italienischer Architekt. Spezza hatte mindestens zwei Söhne Antonio und Pietro, die ebenfalls Baumeister lernten, und unter seiner Leitung am Palais Waldstein, tätig waren. Der Vater starb 1628. Wallenstein würdigte die Leistung der Spazzis in einem besonderen Schreiben.
Der junge Maurer Peter Spaz,Die Spaz, Spazzio, Spezza, Spatz oder Spätze. Peter Spatz I. In: Alexander Hajdecki: Die Dynastien-Familien der italienischen Bau- und Maurermeister der Barocke in Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereines zu Wien. Band 39, 1906, S. 82 ff.(Digitalisat) Sohn des Andre Spazzo, Maurer von Lanzio in Mailand, hatte am 23. Januar 1623 im Stephansdom Christina Koch, Tochter des Bürgers Jacob Koch geheiratet.Matriken St. Stephan Heiratsbuch 1623 S. 100. Dort wurden einige ihrer Nachkommen getauft, am 22. Juli 1625 Jacobus, am 13. September 1634 Franciscus und am 5. Mai 1636 Magdalena.
Hofzeremoniell Nach dem Tod von Kaiser Ferdinand II. stellte er am 28. März 1637 ein Ansuchen um das vom Hofzeremoniell vorgeschriebene Trauerkleid.Herbert Haupt: Das Hof- und hofbefreite Handwerk im barocken Wien 1620 bis 1770. Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2007, ISBN 978-3-7065-4342-2. Nr. 3588. Werke mini|Kathedrale Tyrnau 1629–1637 mini|Loretokapelle in Lanzo
Brief Wallensteins bezüglich der Fortzahlung der Bezüge seines gestorbenen Baumeisters Andrea Spezza an dessen Söhne aus dem Jahre 1628.Transkription des Briefes: Wallenstein an den Landeshauptmann des Herzogtums Friedland auf Wikisource. Waldstein-Palais in Prag Nach der Geburt des Sohnes Jacobus (1625) in Wien arbeitete Pietro Spazzo wieder in Prag beim Waldstein-Palais, nach des Vaters Tod hatte dort Giovanni Pieroni die Leitung übernommen. Jesuitenkirche in Tyrnau, Slowakei Der Jesuitenorden beauftragte 1629 den italienischen Architekten Pietro Spazzo mit dem Entwurf nach dem Wiener Muster zum Bau einer Kathedrale in Tyrnau, die der Palatin Nikolaus Esterházy finanzierte. 1637 erfolgte die Kirchweihe.Pál Voit: Die Geschichte der Spazzi. Der Barock in Ungarn. S. 15–21; Abbildung 13 S. 113. Budapest 1971. Meister Pietro ließ 1637 ein Bildnis von sich – als Erbauer der Kirche – malen, das sich in der Sakristei befindet. Der Kunsthistoriker Voit meint dazu: Wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, hätte der Orden sein Bildnis gewiss nicht so pietätvoll aufbewahrt.
Wiener Hofburg, Schatzkammer Im Juli 1640 wurden schwerste Setzungserscheinungen festgestellt, die den Einsturz der Schatzkammer als durchaus real erscheinen ließen. Expertengutachten wurden verfasst, von den Baumeistern Giovanni Battista Carlone und Simone Retacco;, dem Hofmaurermeister Pietro Spazzio und Hofsteinmetz Simon Humpeller#Gebäudeschäden an der Schatzkammer. Die drei Geschosspläne von Spazio haben sich erhalten.Ein Plankonvolut von 1640 und die Sanierung der Galerie (Schatzkammer). In: Herbert Karner (Hrsg.): Die Wiener Hofburg 1521–1705, Baugeschichte, Funktion u. Etablierung als Kaiserresidenz. 2014, ISBN 978-3-7001-7657-2, S. 216, 218, 221, 228.
Plan für eine neue Galerie am Ballhausplatz Peter Spaz 1640
Tod Christina Spätzin, Witwe nach dem Hof-Maurermeister Pietro Spazzio/Peter Spätz, heiratete im Stephansdom am 30. April 1651 den nobilitierten Richter des Kayserlichen Steinbruchs, Hofbildhauer, auch Witwer Pietro Maino Maderno. Trauzeugen waren Carlo Martino Carlone, Francesco Piazoll, Johann Jacob Pock.Matrikelarchiv Stephansdom in Wien, Heirat 1651. Stiftung einer Loreto-Kapelle in seinem Heimatort Lanzo Im Testament hinterließ er Geld und einen Entwurf für den Bau einer Loreto-Kapelle daheim. Sie wurde 1673 von Giovanni Pietro SpazzoSpazzo Giovanni Pietro, Artisti Italiani in Austria, Universität Innsbruck. in Lanzo errichtet.
Literatur Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. Band 2. I–Z. Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch, Bruckneudorf-Kaisersteinbruch 2004.Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. Band 2 I–Z. (PDF; 9,5 MB).
Max Pfister, Bernard Anderes: Spazzi/Spazzo Giov. Pietro. In: Repertorium Tessiner Künstler. Der vergessene größte Kulturbeitrag der Schweiz an Europa. Band 2. (alphabetisch) 1994.
Weblinks
Pläne Ballhaus und anliegende Räume, ebener Erde, 1. und 2. Stock 1640/41 Peter Spazio. k.u.k. Finanzarchiv
Anmerkung Clara Garas, Barock in Ungarn. In: Baroque Nr. 8/1976.Barock in Ungarn Die Künstlerfamilie der Spazzi, Spazzo, Spazzio ist weitverzweigt. Die Historikerin fragt, ob Pietro Spezza, Spatz, .. in Prag, Wien, Tyrnau, Klosterneuburg usw. dieselbe Person sind. Aus Quellen und der Literatur ergibt sich dieser Artikel.
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Österreich) Kategorie:Kirchenbaumeister Kategorie:Hofbaumeister Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Geboren im 16. oder 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1644 Kategorie:Mann