mini|hochkant|Anna Benaki-Psarouda als Parlamentspräsidentin in Athen 2007 Anna Benaki-Psarouda (, häufig auch Anna Psarouda-Benaki genannt, * 12. Dezember 1934 in Athen; † 15. Februar 2026 ebenda) war eine griechische Rechtswissenschaftlerin und Politikerin (Nea Demokratia). Sie lehrte als Professorin für Strafrecht an der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen. Sie war von 1981 bis 2009 Abgeordnete im Griechischen Parlament, von 1991 bis 1992 Kulturministerin, anschließend bis 1993 Justizministerin ihres Landes und von 2004 bis 2007 Parlamentspräsidentin. In diesem Amt war sie die erste Frau.
Leben Anna Benaki-Psarouda war die Tochter des Admirals Evangelos Psaroudas. Sie wuchs in Athen auf und besuchte das private Pierce Collage in Athen. 1952 schloss sie ihre Schulbildung ab. Sie war mit dem Professor der Philosophiegeschichte Linos Benakis bis zu seinem Tod im Jahr 2022 verheiratet.
Außer ihrer Muttersprache sprach sie Deutsch, Französisch und Englisch.Abgeordneten-Biografie Anna Evangelou Benaki–Psarouda auf www.hellenicparliament.gr Im Februar 2026 starb sie im Alter von 91 Jahren.
Akademische Karriere Benaki-Psarouda studierte Jura an der Universität Athen und setzte ihre Studien an der Universität Bonn und am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht fort. 1961 wurde sie an der Universität Bonn im Fach Strafrecht promoviert. Bereits ein Jahr später begann sie als Assistentin an der Universität Athen in der juristischen Fakultät in der Abteilung für Strafrecht zu arbeiten. Ab 1971 lehrte sie als Dozentin für Strafrecht an ihrer Alma Mater, 1979 wurde sie dort außerordentliche Professorin und 1986 ordentliche Professorin für Strafrecht. Von 1962 bis 2008 verhandelte sie außerdem auch eigene Fälle vor Gericht.
Im Laufe ihrer Karriere war sie auch als Rechtsexpertin für die EU-Grundrechtecharta tätig und Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (2007–2009). 2010 wurde sie ordentliches Mitglied der Akademie Athens () für Strafrecht, wo man sie 2020 zur Präsidentin wählte und sich mit ihrer Wahl zum ersten Mal für eine Frau entschied. Sie veröffentlichte mehrere Bücher und zahlreiche Artikel in ihrem Fachgebiet und ist seit 1976 Herausgeberin der juristischen Fachzeitschrift Pinika Chronika (, deutsch Kriminelle Chroniken).
Politische Laufbahn Ihre politische Karriere begann 1981, als Benaki-Psarouda erstmals für die konservative Nea Dimokratia Partei für das griechische Parlament kandidierte und über die Landesliste Abgeordnete wurde. In den folgenden 28 Jahren wurde sie in ihrem Wahlbezirk Athen immer wieder gewählt und gehörte dem Parlament bis 2009 an. 1989 wurde sie stellvertretende Erziehungsministerin. Im kurzlebigen Kabinett Tzannis Tzannetakis war sie im Juli 1989 für wenige Tage Kulturministerin. Während der Regierung von Konstantinos Mitsotakis bekleidete sie von August 1991 bis Dezember 1992 erneut das Amt der Ministerin für Kultur, nach einer Kabinettsumbildung war sie anschließend bis September 1993 Justizministerin.
Die Nea Dimokratia, die damals nur zweitstärkste Kraft war, schlug Benaki-Psarouda 1996 erstmals als Kandidatin für das Amt der Parlamentspräsidentin vor, sie war die erste Frau, die dafür zur Wahl stand. Vier Jahre später gelang es ihr, stellvertretende Präsidentin zu werden. Während der Legislaturperiode von 2004 bis 2007 war sie dann Parlamentspräsidentin und damit die erste Frau, die in Griechenland dieses Amt innehatte. In dieser Zeit war ihr Parteikollege Kostas Karamanlis Premierminister. Benaki-Psarouda setzte sich im Laufe ihrer politischen Karriere für Themen im Bereich der Justiz und der Erziehung sowie für Frauenrechte ein. Nach 2009 kandidierte sie nicht mehr für das Parlament.
Veröffentlichungen (Auswahl) 1971 . (Die wertenden Elemente der objektiven Natur der Straftat). P. N. Sakkoulas, Athen 1971. 1982 (Die Zivilklage im Strafverfahren, Rechtsnatur - Legalisierung des Zivilklägers). P.N. Sakkoulas, Athen 1982, ISBN 978-960-420-570-7. 2004 (Theorie und Praxis des Strafrechts. Studien - Stellungnahmen - Kommentare zur Rechtsprechung). P.N. Sakkoulas, Athen 2004, ISBN 960-420-229-4. 2019 (Garantien für ein „faires Verfahren“ und Rechte des Angeklagten in der „Strafprozessordnung“ von 1834. Überblick über die strafrechtliche Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs von 1835–1855), Akademie Athen, Athen 2019, ISBN 978-960-404-353-8.
Einzelnachweise
Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Abgeordneter (Griechenland) Kategorie:Minister (Griechenland) Kategorie:Parlamentspräsident Kategorie:Mitglied der Nea Dimokratia Kategorie:Hochschullehrer (Nationale und Kapodistrias Universität Athen) Kategorie:Strafrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Strafrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Sachbuchautor (Rechtswissenschaft) Kategorie:Grieche Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Frau