mini|Petruskirche in Wermutshausen Die Petruskirche ist eine evangelische Kirche in Wermutshausen, einem Stadtteil von Niederstetten im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Verbundkirchengemeinde Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Weikersheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Beschreibung Das klassizistische Langhaus wurde 1801–1803 anstelle der 1800 abgebrannten romanischen Wehrkirche erbaut. Die Kirche besteht aus diesem Kirchenschiff und dem alten Chorturm im Osten mit seinen südöstlichen Strebepfeilern, der mit einer schiefergedeckten Zwiebelhaube bedeckt ist. Der Kirchturm hatte dem Feuer großenteils standgehalten und war nur innen ausgebrannt, was man ohne Schwierigkeiten auch heute noch von außen erkennen kann. Im obersten Geschoss des Turms steht der Glockenstuhl, im darunterliegenden ist die Turmuhr eingebaut. Nördlich am Turm steht der älteste Teil der Kirche, nämlich die bereits 1450 erwähnte romanische Kapelle mit kleiner Fensteröffnung, heute als Sakristei genutzt. Auf dem ehemaligen Kirchhof oder Friedhof, 1979 im Rahmen der Dorfsanierung als Kirchplatz gestaltet, sind noch Reste der alten Wehrkirchenanlage erhalten. Die Erhebung des Ortes zur Pfarrei im Jahre 1454 könnte mit dem Bau der ersten Kirche zusammenhängen. Schon 1524 führte Hans von Finsterlohe hier die Reformation ein.

Über das Aussehen des Kirchenschiffs vor dem verheerenden Brand fast des ganzen Dorfes im Jahre 1800 ist nichts bekannt, es wird jedoch ein auf die Erfordernisse eines evangelischen Predigtsaals gerichteter Raum mit Altar, Taufstein, Kanzel, Orgel und vermutlich Emporen gewesen sein, wohl niedriger als der Neubau, der mit einer zunächst symmetrisch-dreiseitigen Doppelempore und im erhöhten Turmchor mit einer Orgeletage samt vor den Chorbogen gesetzter Querempore ausgestattet ist. Der südliche Emporenschenkel wurde zur besseren Raumbelichtung bei einer der Renovierungen des 20. Jahrhunderts entfernt. Unter der Aufsicht von Pfarrer Daniel Christian Hartlaub (hiesiger Pfarrer von 1796 bis 1830) konnte das Langhaus schon am 1. November 1802 fertiggestellt werden; 1803 wurde erstmals wieder ein Gottesdienst in der Kirche gehalten. D. C. Hartlaubs Sohn und Nachfolger auf der Pfarrstelle war Johann Wilhelm Hartlaub, der Urfreund von Eduard Mörike.Mörikestube im alten Pfarrhaus Wermutshausen , aufgerufen am, 5. Juni 2026. Die Architekten Hermann und Hilde Haas (Niederstetten) leiteten im Jahr 2000 eine Turm- und Außenrenovierung.

Ausstattung Altar, Kanzel, Orgel: Die so genannte Ansbacher Kanzelwand oder Markgräfler Wand in der Altar-Kanzel-Nische des Turmsockel besteht aus einem Kanzelaltar, darüber zusätzlich die Orgel. Die Predigt als Mitte des Gottesdienstes wird ergänzt durch die anderen Bestandteile, das Sakrament (Abendmahlsaltar) und die Musik (Orgel). Diese zentrale Stellung der Kanzel in einer längs ausgerichteten Kirche ist die eine der beiden im evangelischen Württemberg vorherrschenden Bautypen, die andere ist die Querkirche.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche. Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen. Ubstadt 2025, S. 256, 331 – ISBN 978-3-95505-592-9. Das Altarbild zeigt die Kreuzigung Jesu. Die Ansbacher Wand und die Nischenumgebung sind mit klassizistischen Dekorationselementen gestaltet.

Emporen: Beim Neubau des Langhauses wurde die Raumhöhe mit einem zweiten Emporen-Stockwerk dem Bedarf an Plätzen für die größer gewordene Gemeinde angepasst.

Glocken: Nach Fertigstellung der Kirche kamen 1805 dann zwei Glocken in den Turm, 1836 folgte die kleine Glocke. Die drei beim Brand betroffenen alten Glocken stehen im Außenbereich bei der Kirche.

Literatur

Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg.) Evangelisches Dekanat Weikersheim 2003, S. 131–133.

Einzelnachweise

Weblinks

Die Website der Verbundkirchengemeinde Wildentierbach Geschichte der Kirchengemeinde auf Manufaktur Krone, Wermutshausen Ortsgeschichte auf leo-bw.de des Landesarchivs Kirchbaudatenblatt

Petruskirche Petrus Kategorie:Peterskirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Erbaut in den 1800er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk im Main-Tauber-Kreis