Die Fokker V 6 war der Prototyp eines deutschen Dreidecker-Jagdflugzeuges im Ersten Weltkrieg.
Entwicklung Der Bau des Dreideckers wurde von Anthony Fokker am 7. Juli 1917 bei seiner Versuchsbauabteilung mit der Werksbezeichnung D VII in Auftrag gegeben.Volker Koos: Die Fokker-Flugzeugwerke in Schwerin: Geschichte–Produktion–Typen. Thon, Schwerin 1993, ISBN 3-928820-21-4, S. 26. Als Besonderheit war die unterste Tragfläche nicht mit dem Rumpf verbunden, sondern verlief durchgängig darunter. Erstmals verwendete das Unternehmen einen in den Rumpfbug integrierten Kühler. Das einzige Exemplar erhielt die Werknummer 1698 und als Versuchsflugzeug die Bezeichnung V 6. Ab September wurde die Flugerprobung durchgeführt; dabei zeigte sich, dass die durchlaufende, untere Tragfläche die Leistungen und Flugeigenschaften ungünstig beeinflusste. Daraufhin wurde die Rumpfunterseite „bauchiger“ gestaltet und so ein Flügel-Rumpfanschluss hergestellt. Eine wesentliche Verbesserung brachte dies aber nicht. Auch die Kühleranordnung funktionierte nicht wunschgemäß und führte immer wieder zu Unterbrechungen des Programms. Als das Problem nicht beseitigt werden konnte, wurden die Versuche im Oktober 1917 beendet.
Da die Werksbezeichnung D VII mehreren Prototypen von Fokker zugeteilt wurde, führt dies immer wieder zu Verwechslungen mit anderen Versuchsmustern, beispielsweise einem ebenfalls unter diesem Kürzel entwickelten Doppeldecker mit der Werknummer 1610, dem rückwirkend die Bezeichnung V 3 zugewiesen wurde, oder einem ebenfalls im Juli 1917 bei der Ungarischen Maschinenfabrik (MAG) in Mátyásföld unter Konstruktion stehenden Dreidecker mit 185-Daimler-Lizenzmotor. Später wurde die Fokker V 21 zur eigentlichen D VII.
Technische Daten mini|Die V 6 mit Rumpfanschluss der unteren Tragfläche
Kenngröße Daten Besatzung 1 Spannweite 7,90 m (oben)6,60 m (mittig)6,00 m (unten) Länge 7,04 m Höhe 3,15 m Flügelfläche 22,5 m² Leermasse 637 kg Startmasse 880 kg Antrieb ein wassergekühlter Sechszylinder-Viertakt-Reihenmotormit starrer Zweiblatt-Holzluftschraube Typ Mercedes D III Nennleistungeffektive Leistung bei 1420/minHelmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. E. S. Mittler & Sohn, Augsburg 1994, ISBN 3-89350-693-4, S. 170. am Boden Kraftstoffvorrat 63 kg Steigzeit 3 min auf 1000 m Höhe6,5 min auf 2000 m Höhe12 min auf 3000 m Höhe20 min auf 4000 m Höhe34 min auf 5000 m Höhe Bewaffnung zwei starre MG
Literatur Peter M. Grosz, Volker Koos: Fokker Flugzeugwerke in Deutschland 1912–1921. Heel, Königswinter 2004, ISBN 3-89880-355-4.
Weblinks
Einzelnachweise
V 006 Kategorie:D-Flugzeugtyp der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg Kategorie:Jagdflugzeug (bis 1919) Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1917 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Deutschland)