Phoslock (auch Bentophos) ist die Handelsbezeichnung für einen Bentonit-Ton, dessen Natrium- und/oder Calciumionen gegen Lanthan-Ionen ausgetauscht wurden. Das in Phoslock enthaltene Lanthan reagiert mit Phosphat und bildet ein inertes, schwerlösliches Mineral namens Rhabdophan. Phoslock wird zur Sanierung von Seen eingesetzt, um überschüssiges Phosphat zu entfernen, die Wasserqualität zu verbessern und so eine biologische Erholung in beeinträchtigten Süßwassersystemen zu ermöglichen.
Phoslock wurde Ende der 1990er Jahre am australischen Forschungsinstitut CSIRO von Grant Douglas (US-Patent 6350383) entwickelt und nutzt die Fähigkeit von Lanthan, Phosphat in natürlichen Süßwassersystemen nachhaltig zu binden. Der erste groß angelegte Versuch fand im Januar 2000 im Canning River, Westaustralien, statt.About Phoslock, Phoslock Water Solutions
Während seiner Entwicklung, Patentierung und Kommerzialisierung durch CSIRO und der anschließenden kommerziellen Produktion war Phoslock Gegenstand akademischer ForschungEgemose et al., Chemical lake restoration products: sediment stability and phosphorus dynamics, Environment Science & Technology 44 (3), 985-991 (2010)Lurling et al., Effects of lanthanum and lanthanum-modified clay on growth, survival and reproduction of Daphnia magna, Water Research 44 (3), 309-319 (2010)Robb et al., Application of Phoslock™, an innovative phosphorus binding clay, to two Western Australian waterways - preliminary findings, Hydrological Processes, 494, 237-243 (2003)Douglas et al., Phoslock™ - A new technique to reduce internal phosphorus loads in aquatic systems. North American Lake Management Society. (NALMS) Annual Conf., 5–12 November, Miami, (2000)Douglas, Notice regarding “A novel lanthanum-modified bentonite, Phoslock, for phosphate removal from wastewaters” by F. Haghseresht, S. Wang and D.D. Do., Applied Clay Science, 46, (2009), 369-375]. Applied Clay Science, 49, 346, (2010)Douglas et al., Reassessment of the performance of mineral-based sediment capping materials to bind phosphorus: a comment on Akhurst et al. (2004). Marine and Freshwater Research, 59, 836-837. (2008) und wurde weltweit in Projekten zur Sanierung von Süßwasserseen eingesetzt. Die meisten dieser Anwendungen und deren umfassendste Überwachungen vor und nach der Anwendung fanden in Europa statt, vor allem in Deutschland (wo es unter dem Handelsnamen Bentophos verkauft wird), den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.
Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass die Anwendung dieses Tons zu erhöhten Lanthan-Konzentrationen in Wasser und Böden führen könnte, was zu einer Bioakkumulation in tierischen Geweben führen würdeLanthanum from a Modified Clay Used in Eutrophication Control Is Bioavailable to the Marbled Crayfish (Procambarus fallax f. virginalis), und es bestehen nach wie vor Bedenken gegen die Anwendung, da nicht genügend unabhängige Informationen vorliegen.Aquatic ecotoxicity of lanthanum – A review and an attempt to derive water and sediment quality criteria
Siehe auch Algenblüte
Eutrophierung
Silbersee (Stuhr)
Einzelnachweise
Kategorie:Gewässerökologie Kategorie:Hydrologie Kategorie:Bindemittel Kategorie:Umweltingenieurwissenschaften