mini|Luftbild des Stadtzentrums von Herne

Herne ist eine Großstadt im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Sie ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg und in der Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen. Herne ist Mitglied im Regionalverband Ruhr und im Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Die Stadt in ihren heutigen Grenzen ist das Ergebnis mehrerer Gebietsreformen, durch die umliegende Gemeinden, darunter 1975 die ehemalige Großstadt Wanne-Eickel, nach Herne eingegliedert bzw. mit dieser Stadt zusammengelegt wurden. Herne gehört mit seinen etwa 157.000 Einwohnern zu den kleineren Großstädten des Landes und ist nach Offenbach am Main die der Fläche nach zweitkleinste Großstadt Deutschlands. Herne weist nach München und Berlin die drittgrößte Bevölkerungsdichte aller Städte in Deutschland auf.

In der Vergangenheit war Herne vom Steinkohlenbergbau geprägt. Bekannt waren dabei die Zechen Shamrock, Constantin, Mont Cenis und Friedrich der Große.

Geografie Lage mini|hochkant|Mittelpunkt der Metropole Ruhr an der Rolandstraße 49 in Röhlinghausen mini|Trotz der hohen Bevölkerungsdichte gibt es in Herne auch ländlich geprägte Landschaften, wie hier im Süden des Stadtgebietes

Herne liegt zwischen Bochum und Recklinghausen auf dem südlichen Talhang der breiten Emscherniederung inmitten einer Bergbau- und Industrielandschaft auf sandigen Terrassenflächen der Emschertalung. Der höchste Punkt im Stadtgebiet liegt , der niedrigste Punkt . Die Stadtgrenze ist 42,80 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 6,30 km und in West-Ost-Richtung 12,20 km.

Naturräumlich hat die Stadt jeweils etwa zur Hälfte Anteil am Westenhellweg, insbesondere im Süden und Süd-Osten, und in den nördlichen Stadtteilen am Emscherland. Der Stadtbezirk Wanne liegt vollständig im Emscherland.

Der Regionalverband Ruhr hat im Jahr 2012 die räumliche Ausdehnung und die Grenzen des Ruhrgebiets bestimmt. In diesem Zusammenhang wurde der Mittelpunkt des Ruhrgebiets rechnerisch zwischen den westlichsten und östlichsten sowie den nördlichsten und südlichsten Punkten ermittelt. Der Schnittpunkt und somit der Mittelpunkt der Metropole Ruhr liegt im Stadtteil Röhlinghausen an der Rolandstr. 49 in . An dieser Stelle wurde am Rand des Gehwegs ein Granitstein mit der Aufschrift Sie befinden sich am geografischen Mittelpunkt des Ruhrgebiets in Herne-Röhlinghausen aufgestellt.Der Mittelpunkt der Metropole Ruhr, Regionalverband Ruhr, abgerufen am 16. Mai 2013

Gewässer mini|Rhein-Herne-Kanal mit Jachthafen Herne-Ost und Einfahrt zur Schleuse

Die Nordgrenze Hernes wird auf langen Strecken durch die Emscher gebildet, in deren Tal der Rhein-Herne-Kanal verläuft. Auf Herner Gebiet fließen der Emscher direkt oder indirekt mehrere Nebengewässer zu. Dies sind Börniger Bach, Sodinger Bach, Storchengraben, Landwehrbach und Roßbach, Ostbach und Mühlenbach, Westbach, Schmiedesbach, Dorneburger Bach und Hüller Bach.

Naturschutz In den Innen- und Außenbereichen Hernes gibt es fünf Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 125 Hektar. Die Naturschutzgebiete sind in ihrer heutigen Form teilweise auf Gebieten der ehemaligen Zechen entstanden. Andere Flächen sind erst durch die Renaturierung der Emscher und ihrer Zuläufe im städtischen Gebiet sowie der Verlegung der Emscher nach Norden, aus den ehemaligen Auengebieten im Stadtteil Unser Fritz/Crange entstanden.

In den Innen- und Außenbereichen Hernes finden sich 24 Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 875 Hektar. Wie bei den Naturschutzgebieten sind diese auf Flächen ausgewiesen worden, die durch den Emscherumbau und den Abbau von Industrieanlagen dem Landschaftsschutz dienen sollen. Innerhalb der Landschaftsschutzgebiete finden sich häufig innerstädtische Parkanlagen, Friedhöfe und gesetzlich geschützte Biotope.

Weitere Schutzgebiete sind die Naturdenkmale und Alleen von Herne. Hier finden sich 14 innerstädtische Bäume, die als Naturdenkmal geschützt sind. Die Alleen sind ebenso wie die Naturdenkmale geschützte Landschaftsbestandteile nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Die Alleen in Herne haben eine Gesamtlänge von etwa 10 Kilometer.

Nachbargemeinden Folgende Städte grenzen an die Stadt Herne, im Uhrzeigersinn im Norden beginnend: Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel (alle Kreis Recklinghausen) sowie Bochum und Gelsenkirchen (beides kreisfreie Städte).

Stadtgliederung mini|hochkant=1.2|Hierarchische Gliederung in Stadtbezirke und Stadtteile mini|hochkant=1.2|Statistische Bezirke, den namentlichen Stadtteilen zugeordnet mini|hochkant=1.5|Karte des Deutschen Reiches 1 : 100.000 des heutigen Herner Gebietes Ende des 19. Jahrhunderts mini|Die Herner Innenstadt, von der Hohewardhalde (Herten) aus gesehen

Das Stadtgebiet Hernes besteht aus vier Stadtbezirken. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksbürgermeister. Die Stadtbezirke sind in Ortsteile unterteilt. Die Namen der Ortsteile sind mit zwei Ausnahmen seit dem Mittelalter verwendete Ortsbezeichnungen früher selbständiger Gemeinden. Unser Fritz leitet sich vom gleichlautenden Bergwerk her, und Wanne hieß bis 1897 Bickern. Die früheren Gemeindegrenzen sind bei der Bildung der heutigen Stadtbezirke modernen Bedürfnissen angepasst worden. So ist beispielsweise der überwiegende Teil des historischen Baukaus dem Stadtbezirk Herne-Mitte zugeordnet, während ein kleiner Bereich 1975 dem Stadtbezirk Wanne angefügt wurde. Zu den Stadtbezirken kommen noch historische Gewannbezeichnungen wie Altenhöfen, Pantringshof oder Vöde. Auch mit ehemaligen Zechennamen wie Friedrich der Große (Piepen Fritz), Zeche Königsgrube, Teutoburgia oder Constantin identifizieren die Einwohner der Stadt ihr Wohnumfeld.

Die Stadtbezirke mit ihren Ortsteilen: , GIS-Projekt Herne Stadtbezirk Wanne: Unser Fritz/Crange, Wanne und Baukau-West Stadtbezirk Eickel: Röhlinghausen, Wanne-Süd und Eickel Stadtbezirk Herne-Mitte: Holsterhausen, Baukau-Ost, Herne-Mitte und Herne-Süd Stadtbezirk Sodingen: Horsthausen, Sodingen, und Börnig / Holthausen

Die heutigen Bezirke und Stadtteile weichen deutlich von den seit 1975 unveränderten Gemarkungen und historischen Zugehörigkeiten der Stadt ab; jedoch lassen sich die historischen und namentlich bekannten Ortsteile weitgehend einem oder mehreren statistischen Bezirken, in die sich die Stadtteile aufteilen, zuordnen: Wanne-Eickel (entspricht der ehemaligen Stadt, Gemarkung 1128; gegründet 1926) Amt Wanne (ehemalige Gemarkungen Wanne, Crange (bis 1905) und Röhlinghausen) Wanne Statistische Bezirke Wanne-Nord, Wanne-Mitte (jetziger Stadtteil Wanne), Scharpwinkelring (jetzt Stadtteil Baukau-West); historisch auch statistischer Bezirk Wanne-Süd im gleichnamigen heutigen Stadtteil Crange, gleichnamiger statistischer Bezirk Bickern, gleichnamiger statistischer Bezirk im Stadtteil Wanne; die ehemalige Gemarkung Bickern wurde in Wanne umbenannt, heute wird nur der Westteil als Bickern bezeichnet Unser Fritz (auf der ehemaligen Gemarkung von Wanne), gleichnamiger statistischer Bezirk Röhlinghausen, gleichnamiger Stadtteil Statistische Bezirke Pluto, Röhlinghausen-Kern und Königsgrube Amt Eickel (ehemalige Gemarkungen Eickel und Holsterhausen (bis 1910)) Herne-Eickel Stadtteile Eickel (statistische Bezirke Eickel-Kern und Hannover) und Wanne-Süd (statistische Bezirke Gartenstadt und Wanne-Süd: Letzterer liegt trotz seines Namens fast komplett auf alter Eickeler Gemarkung) Holsterhausen, gleichnamiger Stadtteil und statistischer Bezirk Herne bis 1975 Amt Herne Baukau (Gemarkung 1127) Statistische Bezirke Baukau-West (Stadtteil Baukau-West) und Stadtteil Baukau-Ost (statistische Bezirke Baukau-Kern und Strünkede) Herne-Mitte (Gemarkung 1132) Stadtteile Herne-Mitte (statistische Bezirke Shamrock, Herne-Zentrum, Stadtgarten und Altenhöfen) und Herne-Süd (statistische Bezirke Feldkamp und Herne-Süd) Horsthausen (Gemarkung 1135), gleichnamiger Stadtteil Statistische Bezirke Pantringshof, Horsthausen und Elpeshof Amt Sodingen Börnig (Gemarkung 1250), gleichnamiger statistischer Bezirk im Stadtteil Holthausen Sodingen (Gemarkung 1258), gleichnamiger Stadtteil Statistische Bezirke Sodingen-Kern, Sodingen-Süd und Constantin (nur Kolonie, nicht ehemalige Zeche Constantin; auf Herner Gemarkung) Holthausen (Gemarkung 1261), enthält, trotz deren Namensgebung, auch den Volkspark Sodingen im Sodinger Holz Gysenberg, gleichnamiger statistischer Bezirk im Stadtteil Holthausen auf den Gemarkungen von Sodingen (Gysenberg und Gysenbergpark) und Holthausen (alter Weiler Oestrich)

Alle hier geführten, zum Teil inoffiziellen Stadtteile, mit Ausnahme von Unser Fritz und Gysenberg, haben oder hatten (Teile von Wanne-Eickel) eine eigene Gemarkung. Die Ortsteile nach statistischen Bezirken weichen indes jeweils etwas von den historischen Gemarkungen ab: Der kleine nördlich der Bahntrasse gelegene Teil der Gemarkung Hernes gehört jetzt zu Baukau-Kern Die Teile Horsthausens südlich der Bahn gingen an Mitte, Börnig und, zu sehr kleinen Anteilen, an Sodingen Der Osten Hernes ging an Sodingen Börnig gab den Südwesten an Sodingen und den Osten an Holthausen ab; der Norden, nördlich der Bahntrasse, ging an Horsthausen

Speziell das Gebiet der ehemaligen Stadt Wanne-Eickel wurde intern und extern deutlich vermengt. Dabei wird der statistische Bezirk Wanne-Süd (etwas kleiner als der gleichnamige Stadtteil), in dem das historische Wanne lag, auf Karten schon länger als Eickel beschriftet und die Eisenbahntrasse hat sich als Grenze zwischen beiden Teilen einigermaßen eingebürgert. Indes ist das beiderseits der Bahn gelegene Röhlinghausen nunmehr nominell nicht mehr Teil von Wanne, sondern von Eickel.

Einschneidender ist die Eingemeindung von Baukau-West in den Stadtbezirk Wanne und von Holsterhausen, Teil des früheren Amtes Eickel, in den Stadtbezirk Herne-Mitte. Manche einstmals selbständige Orte wie Börnig und Bickern tauchen überdies nunmehr nominell erst auf der Ebene der statistischen Bezirke auf.

Klima Durch die hohe Bebauungsdichte ist es in Herne normalerweise etwas wärmer als in den umliegenden Gemeinden. Gekennzeichnet ist das Klima in Herne durch milde Winter und eher warme Sommer, welche auch sehr schwül werden können.

Die durchschnittliche Temperatur in Herne beträgt 10,5 °C im Jahresmittel. Der kälteste Monat ist der Januar mit 2,6 °C, der wärmste der Juli mit 18,7 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt ca. 750 Millimeter pro Jahr, wobei der meiste Niederschlag, mit 85 Millimetern, im August fällt.

Geschichte mini|Königliches Bergrevier – ehemals Sitz der unteren Bergbaubehörde in Herne mini|Die Bahnhofstraße 1966

Um 880 erscheint der Name Hernes erstmals urkundlich als haranni im ältesten Urbar des Klosters Werden.Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978; Bd. 4,I: Einleitung und Register, I. Namenregister, hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978; Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden, Sachregister, hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958, hier bes. Bd. 2, S. 72. 1100 ist Herne mit seiner romanischen Dionysiuskirche Kirchdorf. 1142 erscheint Gvezelino de Strunkede als Zeuge in einer Essener Urkunde. Die Strünkeder Ritter und Freiherren, die ihre Burg im Stadtteil Baukau hatten, stehen im Dienst der Grafen und Herzöge von Kleve und erhalten wichtige Staatsämter unter den Brandenburger Kurfürsten und Preußischen Königen. Sie bleiben bis zu ihrem Aussterben am Ende des 18. Jahrhunderts Grund-, Gerichts- und kirchliche Patronatsherren über Herne.