Wiedervereinigung? (Originaltitel: Unification I und Unification II) ist eine Doppelfolge der US-amerikanischen Science-Fiction-Fernsehserie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Es handelt sich um die siebente und achte Folge der fünften Staffel. Sie wurde in den Vereinigten Staaten über Syndication vermarktet und erstmals am 4. und 11. November 1991 auf verschiedenen Fernsehsendern ausgestrahlt. In Deutschland war sie zum ersten Mal am 7. und 8. April 1994 in einer synchronisierten Fassung auf Sat.1 zu sehen.
Handlung Teil I Im Jahr 2368 bei Sternzeit 45233.1 wird die Enterprise außerplanmäßig nach Sternenbasis 234 beordert, wo Admiral Brackett Captain Picard besorgniserregende Neuigkeiten mitteilt: Einer der bedeutendsten Botschafter der Föderation, der Vulkanier Spock, ist vor drei Wochen verschwunden. Vor zwei Tagen konnte ihn der Geheimdienst auf Romulus, dem Heimatplaneten der verfeindeten Romulaner, aufspüren. Da diese Reise nicht genehmigt war, ist man besorgt, dass Spock ein Überläufer sein könnte. Picard wird beauftragt, der Sache nachzugehen. Er lässt Kurs auf Spocks Heimatplaneten Vulkan setzen. Dort hofft er, von dessen Vater Sarek einige Antworten zu bekommen. Picard hat eine enge Verbindung zu Sarek, seit er vor gut einem Jahr mit ihm eine Gedankenverschmelzung vollzogen hatte. Jetzt aber liegt Sarek im Sterben und sein Geist ist größtenteils verwirrt. In einem letzten Moment der Klarheit gelingt es ihm allerdings noch, mit Picard ein Gespräch über seinen Sohn zu führen. Sarek und Spock hatten stets ein distanziertes Verhältnis, das sich noch weiter verschlechterte, als Spock eine Einschätzung Sareks öffentlich kritisierte. Dennoch ist Sarek überzeugt, dass Spock niemals ein Verräter sein könne. Er erinnert sich, dass Spock vor vielen Jahren einen romulanischen Senator namens Pardek getroffen hatte und möglicherweise auf dessen Einladung nach Romulus gereist ist. In seinem letzten bewussten Moment gesteht Sarek Picard, dass er seinen Sohn trotz aller Differenzen liebt, und bittet ihn, ihm diese Nachricht zu überbringen.
Während des Besuchs auf Vulkan werden einige Wrackteile auf die Enterprise gebracht. Sie wurden aus einem verunglückten Ferengi-Frachter geborgen und als vulkanisch identifiziert. Da ein Zusammenhang mit Spocks Verschwinden vermutet wird, sollen sie genauer untersucht werden.
Um unentdeckt nach Romulus reisen zu können, benötigt Picard ein Schiff mit einer Tarnvorrichtung. Er hofft, ein solches von den verbündeten Klingonen zu erhalten. Da die Enterprise im kürzlich beendeten klingonischen Bürgerkrieg eine wichtige Rolle gespielt hat, glaubt Picard, dass ihm der neue Kanzler Gowron diesen Gefallen gerne gewähren wird. Der hält ihn jedoch hin, da er inzwischen die klingonische Geschichte zu seinen eigenen Gunsten umgeschrieben und die Rolle der Enterprise marginalisiert hat. Erst als Picard freundlich, aber bestimmt darauf hinweist, dass man sich auch an einen von Gowrons Rivalen wenden könnte und diesem dann die Dankbarkeit der Föderation gelten würde, gewährt ihm der Kanzler schließlich ein Schiff. Gemeinsam mit seinem zweiten Offizier Data macht sich Picard mit den Klingonen auf die Reise.
Mittlerweile konnten die Wrackteile dem vulkanischen Transportschiff T’Pau zugeordnet werden, dass eigentlich schon vor Jahren ausgemustert wurde und sich in einem Überschussdepot auf Qualor II befinden sollte. Will Riker, der erste Offizier der Enterprise, beschließt, diesem Depot einen Besuch abzustatten. Dessen Leiter Klim Dokachin zeigt sich zunächst hochnäsig und wenig hilfsbereit, gewährt dann aber doch Einblick in seine Aufzeichnungen. Demnach wurden Teile der T’Pau ausgebaut und auf ein anderes ausgemustertes Schiff, die USS Tripoli, ganz am Rand des Depots verbracht. Dokachin ist völlig fassungslos, als er feststellt, dass sowohl die T’Pau als auch die Tripoli vollständig verschwunden sind. Da in Kürze ein weiterer Materialtransport ansteht, bringt Riker die Enterprise in Lauerstellung. Schließlich taucht ein fremdes Schiff auf, das die Position der Tripoli einnimmt. Riker will es durch Phaserbeschuss außer Gefecht setzen, doch da das Schiff große Mengen an Waffen geladen hat, explodiert es.
Auf dem getarnten klingonischen Schiff erreicht Picard die Nachricht, dass Sarek gestorben ist. Picard und Data bereiten sich auf ihre Mission vor und verkleiden sich als Romulaner. Als das Schiff Romulus erreicht, beamen sie in die Hauptstadt, wo sie Pardek aufsuchen wollen, dessen Kontakt zu Spock durch Fotovergleiche inzwischen bestätigt wurde. Pardek wird in der Zwischenzeit von Prokonsul Neral darüber informiert, dass Picards Reise nach Romulus bekannt geworden ist. Neral erteilt ihm den Auftrag, nach ihm zu suchen. Picard und Data wollen Pardek in dessen Büro aufsuchen, treffen ihn dort aber nicht an. Während sie auf ihn warten, werden sie von zwei Männern in Uniform entdeckt und abgeführt. Sie werden in eine unterirdische Höhle gebracht, wo Pardek auf sie wartet. Er kann sie jedoch beruhigen und erklärt, sie seien hier unter Freunden und er wollte sie nur vor den eigentlichen romulanischen Sicherheitskräften verstecken. Picard offenbart Pardek, dass er auf der Suche nach Spock ist. In diesem Moment tritt ein Mann aus dem Dunkel und entgegnet Picard, er habe ihn gefunden.
Teil II Spock bittet Picard, Romulus wieder zu verlassen, doch da er im Auftrag der Föderation gekommen ist, ist ihm das ohne Spock nicht möglich. Spock sieht sich daher gezwungen, seine Anwesenheit zu erklären. Die Romulaner hatten sich vor etwa 2000 Jahren von den Vulkaniern abgespalten und ein eigenes Imperium errichtet. Obwohl sie sich als Feinde der Föderation und der Vulkanier betrachten, gibt es doch Mitglieder in ihrer Gesellschaft, die eine Wiedervereinigung mit ihrer alten Heimat anstreben. Zu diesen Leuten gehört Pardek. Er hat Spock eingeladen, da er große Hoffnungen auf den jungen Prokonsul Neral setzt. Dieser hat Reformen versprochen, durch die eine Wiedervereinigung schon sehr bald in greifbare Nähe rücken könnte. Aus persönlichen Gründen hat sich Spock entschieden, diese Neuigkeiten zunächst geheim zu halten und eigenmächtig zu handeln, denn vor 75 Jahren hatte er seinen engen Freund James T. Kirk und dessen Mannschaft in große Gefahr gebracht, als er sie in seine Pläne für Friedensverhandlungen mit den Klingonen einbezog.
Pardek arrangiert ein Treffen zwischen Neral und Spock und zu Spocks Erstaunen zeigt sich der Prokonsul in der Frage der Wiedervereinigung sehr viel engagierter und optimistischer, als er je zu hoffen gewagt hatte. Er will sich sogar öffentlich zu diesem Projekt bekennen. Spock sieht darin keine Logik, denn als junger Politiker ist Neral noch sehr stark auf die Unterstützung der älteren, konservativen Mitglieder des Senats angewiesen. Spock und Picard misstrauen ihm, denn sie glauben, dass Neral einen eigenen Plan verfolgt. Spock gibt zunächst vor, so weiterzumachen wie bisher, um mehr über Nerals Absichten zu erfahren. Sein Misstrauen ist berechtigt, denn heimlich konspiriert Neral mit der halb-romulanischen, halb-menschlichen Offizierin Commander Sela, die zuvor schon in den klingonischen Bürgerkrieg eingegriffen hatte, um einen Keil zwischen die Klingonen und die Föderation zu treiben.
Will Riker besucht unterdessen eine Bar auf Qualor II, wo die Ex-Frau des Captains des zerstörten Schmugglerschiffs als Pianistin arbeitet. Von ihr erfährt er, dass ihr Mann für einen Ferengi-Waffenhändler namens Omag gearbeitet hat, der hier regelmäßig vorbeikommt. Als Omag nach einer Weile schließlich auftaucht, setzen ihn Riker und seine Leute so lange unter Druck, bis er gesteht, dass er die Einzelteile der T’Pau an einen barolianischen Frachter im Orbit des Planeten Galorndon Core geliefert hat.
Auf dem getarnten klingonischen Schiff versuchen Data und Spock Zugriff auf das romulanische Kommunikationsnetzwerk zu erlangen, um heimlich eine Nachricht zur Enterprise zu senden. Dabei entdecken sie eher zufällig eine Übertragung nach Galorndon Core, die die Signatur des romulanischen Geheimdienstes aufweist. Als Riker Picard über den Verbleib der T’Pau informiert, ist es für Spock eindeutig, dass Neral ihn betrogen hat. Dennoch trifft er sich erneut auf Romulus in der Höhle mit den Anhängern der Wiedervereinigung. Diese wird schließlich von Soldaten unter dem Kommando von Sela gestürmt. Spock ist klar, dass auch Pardek ein Verräter ist, denn er hatte ihn überhaupt erst nach Romulus gelockt, er hatte den Kontakt zu Neral hergestellt und nur er wusste, dass Picard und Data seiner Bewegung neue Informationen überbringen wollten. Spock, Picard und Data werden verhaftet. Sela versichert Spock, dass die Wiedervereinigung stattfinden wird – nur nicht ganz so, wie von ihm erhofft, sondern durch eine romulanische Invasion.
Sela legt ihren Plan dar: Spock soll eine öffentliche Ansprache bezüglich der Wiedervereinigung halten und scheinbar mit der T’Pau und zwei weiteren Schiffen nach Vulkan fliegen. In Wahrheit befindet sich an Bord jedoch eine romulanische Invasionsstreitmacht, die den Planeten in kürzester Zeit übernehmen soll und somit Tatsachen schafft, bevor die Föderation überhaupt reagieren kann. Spock weigert sich, eine entsprechende Erklärung zu verlesen. Daraufhin führt Sela ihm ein holografisches Abbild von ihm vor, dass zwar etwas hölzern wirkt, aber von dem sie glaubt, dass es als Ersatz genügen wird. Sela lässt Spock, Picard und Data für eine Weile allein. Da sie immer noch die Zugangscodes für das romulanische Informationsnetzwerk besitzen, glaubt Spock zu wissen, wie die Invasion noch verhindert werden kann. Als Sela zurückkehrt, findet sie den Raum leer vor. Sie und ihre Wachen werden von Riker und einem Sicherheitstrupp überrascht, doch die entpuppen sich schnell als Hologramme. Spock, Picard und Data haben sich hinter einer holografischen Wand versteckt, aus der sie nun hervortreten. Sie überwältigen Sela und ihre Wachen und fliehen aus dem Gebäude.
Die Enterprise hat Galorndon Core erreicht, dort erhält sie eine (gefälschte) Mitteilung von Picard, dass alles nach Plan verläuft und dass sie die drei vulkanischen Schiffe unbehelligt passieren lassen soll. Trotz des eindeutigen Befehls lässt Riker die Schiffe verfolgen. Nach einer Weile erhält die Enterprise einen medizinischen Notruf, von dem sich Riker aber sicher ist, dass er von den Romulanern gefälscht wurde. Kurz darauf wird eine Mitteilung von Spock übertragen. Es handelt sich jedoch nicht um die von Sela vorfabrizierte Rede des Hologramms, sondern um eine Warnung des echten Spock vor der Invasion. Hastig unterbrechen die Romulaner die Übertragung. Da ihr Plan aufgeflogen ist, kehren die Invasoren mit den drei vulkanischen Schiffen um, doch plötzlich enttarnt sich ein romulanisches Kriegsschiff und vernichtet die drei Schiffe mitsamt ihren Besatzungen. Riker mutmaßt, dass die Romulaner dieses radikale Vorgehen einer möglichen Gefangennahme der Invasoren vorziehen.
Trotz dieses Rückschlags beschließt Spock, auf Romulus zu bleiben. Die Wiedervereinigungs-Bewegung ist weiterhin aktiv. Sie hat Versammlungsplätze, von denen Pardek nichts wusste, und Spock will sie weiterhin unterstützen, denn er glaubt nun, dass der wahre Weg zur Wiedervereinigung in einer Veränderung der romulanischen Gesellschaft von innen heraus liegt – auch wenn dies Jahrhunderte dauern sollte. Zum Abschied bietet Picard Spock eine Gedankenverschmelzung an. Spock erhält dadurch die Möglichkeit, sich mit dem Abbild von Sareks Geist zu verbinden, das Picard in sich trägt. Schließlich kehren Picard und Data auf dem klingonischen Schiff in den Föderationsraum zurück.
Verbindungen zu anderen Star-Trek-Produktionen Die Handlung von Wiedervereinigung? baut auf mehreren früheren Folgen der Serie auf: