Baindt ist eine oberschwäbische Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg in Deutschland.
Der Name leitet sich von biunta, ahd. „um was sich der Zaun herum windet“ (= geschlossenes Ackerland oder Garten) her.
Die Gemeinde, die zum Gemeindeverwaltungsverband Mittleres Schussental gehört und sich auf 23,07 km² Fläche erstreckt, hat rund 5.000 Einwohner.
Geographie Baindt ist Teil des Siedlungsgebiets „Mittleres Schussental“, das sich von Eschach, ein südlicher Stadtteil Ravensburgs, über die beiden Städte Ravensburg und Weingarten bis nach Baienfurt und Baindt im Norden erstreckt. Sie befindet sich wenige Kilometer westlich des Altdorfer Walds an einem kleinen nordöstlichen Zufluss der Schussen, die ein nördlicher Bodensee- bzw. Rhein-Zufluss ist.
Nachbargemeinden Baindt grenzt von Nordosten beginnend im Uhrzeigersinn an Bad Waldsee, Bergatreute, Baienfurt, Fronreute und Wolpertswende.
Gemeindegliederung Zu Baindt gehörten neben dem Hauptort die Ortsteile Friesenhäusle, Sulpach und Schachen.
Schutzgebiete
Im Gemeindegebiet Baindts sind zwei Naturschutzgebiete ausgewiesen: der Annaberg, an der Grenze nach Baienfurt, und der Schenkenwald im Schussental, an der Grenze nach Fronreute.
Zudem liegen in Baindt Teile der FFH-Gebiete Schussenbecken mit Tobelwäldern südlich Blitzenreute und Altdorfer Wald.Daten- und Kartendienst der LUBW
Geschichte bis zum 19. Jahrhundert Erstmals urkundlich erwähnt wurde Baindt im Jahr 1240 im Zusammenhang mit der Stiftung des örtlichen Zisterzienserinnen-Klosters durch Konrad von Winterstetten. Diese Abtei entwickelte sich zum Reichsstift mit Sitz auf der Schwäbischen Prälatenbank des Reichstages. Sie wurde 1802 aufgelöst und das Gebiet kam 1806 zum neu gegründeten Königreich Württemberg, wo es zum Oberamt Ravensburg zählte, dem Vorläufer des heutigen gleichnamigen Landkreises. Im Jahr 1826 wurde Baindt eine eigene Gemeinde, die heutigen Grenzen stammen aus dem Jahr 1848.
+ Einwohnerentwicklung Jahr 1848 1871 1910 1939 1950 1970 1991 1995 2005 2010 2015 Einwohner 512 643 987 1079 1281 2562 4511 4551 4701 4884 5088
Religionen In Baindt gibt es mit der St.-Johannes-Baptist-Kirche ein römisch-katholisches Gotteshaus. Für die geistliche Versorgung des evangelischen Bevölkerungsteils ist die Kirchengemeinde Baienfurt-Baindt zuständig.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus Bürgermeisterin Rürup als Vorsitzende sowie 14 Gemeinderäten. Die Wahl vom 9. Juni 2024 brachte folgendes Ergebnis: FWV: 52,0 % – 7 Sitze (+ 1) CDU: 31,2 % – 4 Sitze (± 0) Bündnis 90/Die Grünen: 16,8 % – 2 Sitze (− 1)
Bürgermeister Im Dezember 2018 wurde Simone Rürup als neue Bürgermeisterin gewählt.staatsanzeiger.de und trat ihr Amt 2019 an. Ihre Amtsvorgänger waren:
Elmar Buemann (2003–2019) Edgar Schaz (1979–2003)
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Baindt ist durch die Bundesstraße 30 direkt an den überregionalen Straßenverkehr angebunden.
Zudem ist die Gemeinde durch einige Buslinien unter anderem mit Baienfurt, Weingarten und Ravensburg verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Baindt mit Bad Waldsee und in der anderen Richtung über Baienfurt und Weingarten mit Ravensburg verbunden. Eine weitere Radnetz-Route verbindet den Ortsteil Schachen über Wolpertswende (Ortsteile Mochenwangen und Wolpertswende) und Altshausen mit Bad Saulgau und in der anderen Richtung über Baienfurt-Rainpadent mit Weingarten.
mini|Pfarrkirche St. Johannes Baptist mini|„Baindter Pestkreuz“, um 1350, in der katholischen Pfarrkirche
Bildung Kindergärten: Sonne, Mond und Sterne, St. Martin und Waldorfkindergarten Grundschule (Klosterwiesenschule) private Heimsonderschule für Blinde und Sehbehinderte der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn Außenstelle der Volkshochschule Ravensburg
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baindt liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.
Bauwerke Pfarrkirche St. Johannes Baptist (erbaut 1240–1241), ehemalige Abtei- und Klosterkirche der Zisterzienserinnen von Baindt Patrozinium Mariä Himmelfahrt (15. August). 1560 gotisches Netzgewölbe. 1675, 1724–1729, 1742 und 1764 Barockisierung der Abteikirche und des Klosters (1729 Bau des Gästehauses, 1764–1766 Hochaltar – Barock-Rokoko). 1817 wurde die ehemalige Abteikirche der Zisterzienserinnen zur Pfarrkirche von Baindt Patrozinium St. Johannes Baptist – Hl. Johannes der Täufer (24. Juni).
Regelmäßige Veranstaltungen mini|hochkant|Narrenfigur „Waldschrat“ der Narrenzunft Raspler Der Musikverein Baindt veranstaltet das jährliche Dorffest immer um die Sommersonnwende. Es wird von Samstag bis Montag auf dem Schulhof unter den Arkaden gefeiert. Der Reitverein Baindt richtet jedes Jahr im August sein Reitturnier mit Dressur- und Springprüfungen aus. Ein weiterer Höhepunkt ist das alljährliche Weinfest, das Ende Juli bzw. Anfang August stattfindet. Die Narrenzunft Raspler pflegt die schwäbisch-alemannische Fasnet. Der Narrenruf der Raspler heißt: „Raspler – Ratsch Ratsch“. Alle zwei Jahre findet ein Narrensprung statt.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Selige Irmgard von Baindt (um 1205–1258) eigentlich Irmgard von Winterstetten Alfred zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1811–1888), preußischer Kronbeamter und Parlamentarier Friedrich Seifriz (1849–1912), Gutsbesitzer und Politiker Sirg Schützbach (* 1980), Motorradrennfahrer (Speedway): Europameister, Deutscher Meister, Grand-Prix-Sieger Lisa Kränzler (* 1983), Bildende Künstlerin und mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin
Literatur Edgar Schaz, Waltraud Weidisch (Hrsg. und Red.): Baindt in Bildern vergangener Tage. Geiger, Horb am Neckar 2003, ISBN 3-89570-903-4. Benedikt Schützbach: Chronik und Heimatbuch der Gemeinde Baindt. Hortus floridus. Sauter, Kißlegg 1981.
Weblinks
Internetpräsenz der Gemeinde Baindt
Einzelnachweise
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