miniatur|280px|Die Reichsabtei Baindt im Jahr 1790 (Stich)

Das Kloster Baindt (lat. Monasterium Hortus Floridus oder Abbatia (imperialis) Bintensis o. ä.) ist eine ehemalige reichsunmittelbare Zisterzienserinnen-Abtei im oberschwäbischen Baindt in Baden-Württemberg. mini|links|Die Reichsabtei Baindt 1773 miniatur|links|Catalogus (Konventsliste) anno 1715 unter Äbtissin Maria Anna IX. Tanner miniatur|links|Äbtissin Maria Cäcilia Seiz miniatur|links|Äbtissin Maria Xaveria Lohmiller mini|Kloster Baindt (Bild von 1889 nach älterer Vorlage) mini|Ehemalige Abteikirche St. Johannes Baptist

Geschichte Im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts sammelten sich an verschiedenen Orten des erweiterten Bodenseegebietes geistliche Frauengemeinschaften, so in Seefelden (1227), Mengen (1231) und dann bald noch 1231 in Boos bei Saulgau. Unterstützung bei ihrer Klostergründung erhielten die sich in Boos zusammenfindenden Frauen vom Salemer Zisterzienserabt Eberhard von Rohrdorf: Graf Gottfried von Sigmaringen bestätigte im Jahr 1231 den Kauf etlicher Güter der Klosterfrauen zu Boos von Albrecht von Büttelschieß. Wohl ebenfalls auf Abt Eberhards Betreiben bestätigte im Jahr 1236 Papst Gregor IX. die Gründung der jungen Gemeinschaft als Zisterzienserinnenkloster Boos. Wegen der geringen Akzeptanz des neuen Klosters beim örtlichen Adel erwarb der Reichsprokurator für Schwaben, Schenk Konrad von Winterstetten, von den Grafen Bertold und Konrad von Heiligenberg den Weiler Baindt mit dem Patronatsrecht der örtlichen Pfarrkirche als Platz für das wenige Jahre zuvor in Boos errichtete Zisterzienserinnenkloster. Noch im selben Jahr siedelte die zisterziensische Schwesterngemeinschaft nach Baindt in den „Hortus floridus“, den „blühenden Garten“ über. Kaiser Friedrich II. gewährte der Abtei noch 1240 und erneut 1241 den Schutz des Reiches. Hiermit war eine Entwicklung eröffnet, die für die Nonnenabtei Baindt anno 1376 im Status einer Reichsabtei mündete. In geistlichen Belangen fungierten die Äbte von Salem als Abtweiser. 1521 wird das Kloster Baindt erstmals in der Reichsmatrikel erwähnt, womit die Entwicklung zur reichsunmittelbaren Abtei mit späterem Sitz auf der Schwäbischen Prälatenbank des Reichstages abgeschlossen war. Dennoch konnte das Kloster kein nennenswertes Herrschaftsgebiet erwerben.

Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster niedergebrannt. Auch nach der nochmaligen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde 1649 das Ordensleben wieder aufgenommen. 1764 bis 1766 erfolgte die Barockisierung der Klosterkirche. 1802 wurde die Reichsabtei im Zuge der Säkularisation aufhoben und ging 1803 in den Besitz des Grafen von Aspremont-Lynden über.

Die Abteikirche Unserer Lieben Frau wurde 1817 Pfarrkirche. 1841 begann der Abbruch der Konventanlage, 1842 wurden die Gebeine der Klosterstifter in die Pfarrkirche übertragen. Bilder aus einem Zyklus der Wundertaten Christi des von einem unbekannten Meisters um 1460 gestalteten Baindter Altars finden sich heute in verschiedenen Museen, beispielsweise in der Staatsgalerie Stuttgart, in der Alten Pinakothek in München oder im Kunsthaus Zürich. 1903 kauften Heiligenbronner Franziskanerinnen das ehemalige Gästehaus des Klosters. 1988 bis 1989 wurde die ehemalige Abteikirche umfassend restauriert.

Liste der Äbtissinnen

vor 1232 Tudecka I. 1232–1244 Anna von Frankenhofen 1244–1275 Adelheid I. von Zusdorf 1275–1279 Tudecka II. 1279–1298 Guta I. von Gundelfingen 1298–1302 Berta Seuffl 1302–1304 Elisabeth I. Neyffron 1304–1307 Guta II. 1307–1310 Mathilda 1310–1312 Mecthilda 1313–1315 Anna II. von Königsegg 1315–1322 Engeltrudis I. von Gommeringen 1322–1329 Elisabeth II. Schenkin 1329–1330 Katharina, Gräfin von Werdenberg 1330–1337 Anna III. von Humerstried 1337–1342 Elisabeth III. Grosst 1342–1345 Adelheid II. Holbein 1345–1358 Hiltrudis von Königsegg 1358–1365 Christina II. von Stegen 1365–1368 Engeltrudis II. Martinen 1368–1370 Katharina II. Ledermann 1370–1375 Margarethe I. Salzl 1375–1383 Anna IV. Humpis 1383–1392 Christina II. Holbein 1392–1394 Fida Humpis 1394–1400 Margarethe II. Wiellin 1400–1403 Ursula I. von Brasberg 1403–1406 Adelheid III. Abtsreuter … 1438–1444 Anna V. Schenkin 1444–1457 Wandelburgis 1457–1462 Waldburgis Aigler 1462–1471 Anna VI. von Räns 1471–1504 Margarethe III vom Feld 1504–1520 Verena vom Feld 1520–1529 Anna VII. Schlaibegg 1529–1535 Margarethe IV Brock 1535–1583 Anna VIII. Wittmeyer 1583–1598 Ursula II. Steinhauer 1598–1625 Elisabeth IV. Hartmann 1625–1630 Juliana Rembold 1630–1644 Katharina III. Rueff 1644–1653 Barbara I. Weglin 1653–1672 Maria-Scholastica Klocker 1672–1688 Barbara II. Sauther 1688–1722 Anna IX. Tanner 1722–1723 Anna X. Haug 1723–1751 Magdalena von Dürrheim 1751–1768 Cäcilia Seitz 1768–1802 Bernarda von Markdorf 1802–1803 Xaveria Lohmiller († 1836)

Literatur Günther Albrecht: Die Uranfänge des Klosters Baindt. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, Bd. 12 (1889), S. 168–170 (PDF des gesamten Jahrgangs)

Gebhard Mehring: Zur Geschichte des Klosters Baindt. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, N. F., Bd. 14 (1905), S. 343 f. (PDF des gesamten Jahrgangs) Johann Jacob Moser: Staats-Recht der Abtey Baindt. Leipzig 1740 (Digitalisat) Ursula Riechert: Oberschwäbische Reichsklöster im Beziehungsgeflecht mit Königtum, Adel und Städten (12. bis 15. Jahrhundert). Dargestellt am Beispiel von Weingarten, Weissenau und Baindt. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1986, ISBN 3-8204-8617-8 (zugl. Dissertation, FU Berlin 1984) Wolfgang Urban: Der Baindter Altar des Meisters der Darmstädter Passion. In: Otto Beck (Herausgeber): Baindt. Hortus Floridus (1990), S. 99–106; derselbe ebenda, S. 117–122: Das Baindter Pestkreuz. Leodegar Walter: Das Totenbuch des Cistercienserfrauenklosters Baindt. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte, N. F. Bd. 26 (1917), S. 230–252 () Leodegar Walter: Die Äbtissinnen des Cistercienserklosters Baindt, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 56. Jg. 1928, S. 115–218. Leodegar Walter: Die Konventmitglieder des Cistercienser-Frauenklosters Baindt. In: Cistercienser Chronik, Bd. 52 (1940) S. 89–93, 107–111, 141–143, 150–154

Weblinks

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